Der Größere ist der Schönere! (112)

murs jeans hintern   mies-vandenbergh-fotografie

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In diesem Artikel stelle ich die Frage, ob die Größe etwas mit der Attraktivität zu tun oder die Attraktivität etwas mit der Größe zu tun hat? Um es vorweg zu nehmen – JA, hat sie!

Will eine Frau oder ein Mann als Modell arbeiten, so gibt es genau bestimmte Körpergrößen, die nicht unterschritten werden dürfen. Kleinere Menschen haben es erwiesenermaßen schwerer einen Partner zu finden, als größere. Das gilt in einem bestimmten Rahmen, denn über eine gewisse Größe hinaus tendiert das Maß der Attraktivität wieder in die entgegengesetzte Richtung.

Dass die Körpergröße ein gefragtes Attribut ist, kann man beispielsweise an den Wunschangaben in den weitverbreiteten Singleseiten im Internet erkennen. Bei den Wünschen der Frauen für einen Partner wird in fast allen Fällen eine größere Körperstatur gewünscht. Bei den Wunschangaben der Männer für eine Partnerin verhält es sich anders. Dabei spielt die Größe der Kandidatin eine weit weniger wichtige Rolle, da ist mehr die Nachfrage nach jünger als der Mann und schlank und hübsch.

Es ist damit weithin bekannt, dass die Körpergröße ein wesentlicher Faktor auf dem Feld der Attraktivität ist. Bei meiner Suche nach der Begründung für diesen Zustand wurde ich sofort fündig. Häufig wird das archaische Bild vom starken Mann bemüht, der in der Lage ist, mich vor dem Säbelzahntiger zu beschützen und auch für mich und meine Brut sorgen kann, indem er groß(stark) genug ist, ausreichend Wild für unsere Familie zu erlegen.

Übertragen in die heutige Zeit trifft die Sache mit dem beschützen gleichwohl zu, denn ein größerer Mann kann die Frau vermeintlich eher beschützen, als ein nicht so groß gewachsener. Schon Größe allein flößt den meisten Menschen Respekt ein. Beispielsweise bei den Türstehern gilt eine gewisse Größe schon als halbe Eintrittskarte für den Job, wenn der Bewerber nicht gerade einen furchteinflößenden Habitus oder Gesichtsausdruck besitzt.

Größe impliziert häufig Autorität. Wo der kleinere Mann durch Stimme oder Gestik, sowie Äußerlichkeiten, wie z.B. der Kleidung, seine Autorität behauptet, da fliegt es dem größeren Mann oftmals fast ohne Zutun zu. Der umgangssprachliche Ausdruck „Giftzwerg“ gibt den Zusammenhang recht anschaulich wieder: Er oder sie ist klein, hat aber Durchsetzungsvermögen, ist auffällig durch eine -häufig unangenehm penetrante- aufdringliche Art, dabei -häufig unangenehm- laut in Stimme, Schuhwerk und dem Umgang mit Utensilien. Solange diese kleineren Vertreter der Menschheit nicht als genauso wertvolle Menschen erkannt sind, fallen sie durch das oben genannte, nicht immer angenehme Verhalten auf. Kennt man ihn oder sie dann näher, schätzt den Menschen mehr oder minder, wie jeden größeren auch, so löst sich das auffallende Verhalten fast gänzlich auf. Doch bis dahin kommt es vermehrt zu diesen „Hallo, hier bin ich, überseht mich nicht!“ – Verhaltensweisen. Im Beruf finden wir dieses Verhalten weit häufiger, als im privaten Leben, Stichwort „Konkurrenzkampf“. Ein weiterer Unterschied wird bei der Partnerwahl deutlich. Hier ist die Frau in Vergleich zum Mann dergestalt im Vorteil, als dass sie als kleinerer Mensch mit den Attributen süß, niedlich, schnuckelig, usf. belegt ist, und u a. durch die Wirkung des Kindchenschemas besonders stark den Beschützerinstinkt des Mannes auslöst.

Bei den Frauen kann es im Bezug auf die Attraktivität genausogut zu umgekehrten Vorzeichen kommen. In Befragungen bei Forschungen zum Marktwert von Partnern erhielten die Wissenschaftler ein eindeutiges Ergebnis. Männer gaben an, dass Frauen, die eine ähnliche oder größere Körpergröße besäßen, als sie selbst, den Mann zu einer größeren Zurückhaltung veranlassten. Unsicherheit war eines der am häufigst genannten Schlagworte. Im weiteren Verlauf der Untersuchungen konnten die Forscher auch etwas über die Gründe dieses Verhaltens ermitteln. Viele der männlichen Probanden setzten die Körpergröße gleich mit geistiger und mentaler Stärke! Damit implizierten sie beim Anblick der körperlich größeren Frauen mehr unbewusst das Attribut „stark“. Und dass viele Männer ein Problem mit „starken Frauen“ haben, das ist trotz häufigen, offenkundigen, gegenteiligen Beteuerungen der Herren in vielen wissenschaftlichen Untersuchungen als Fakt erwiesen worden.

Doch genausowenig die Körpergröße ein Beweis für mentale Stärke beim Mann ist, so ist es einer bei der Frau. Nur archaische Überbleibsel von Gefühlsregungen aus geraumer Vorzeit lassen in uns auch heute noch Empfindungen entstehen, die uns in dieses Klischee tappen lassen. Erst beim Bewusstwerden dieser Tatsache überwinden wir dieses Vorurteil.

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