Verfall der Schönheiten, Teil 2 (113)

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In diesem Artikel schreibe ich über die körperlichen Veränderungen bei uns Menschen, und wie wir gedenken damit umgehen zu müssen.

Was wäre unser Leben ohne Vergänglichkeit? Dafür, dass etwas Neues entstehen kann, muss etwas Altes vergehen.

Wäre die Vergänglichkeit nicht, so wären wir noch was?: befruchtete Eizelle? – nein, diese vergeht und wird zum Fötus. Baby? – nein, wir werden zum Kind. Jugendlicher? – nein, wir werden zum jungen Erwachsenen. Erwachsener? – nein, wir werden zum älteren Menschen. Greis? – nein, wir werden sterben.

Somit vergehen wir -wie unser Aussehen vergeht und entsteht- mehrere Male im Leben. Unser Dasein als Baby vergeht. Wir sind irgendwann nicht mehr Baby, sondern Kind. Genau so, wie sich unser Menschsein immerfort entwickelt, so unterliegt unser Aussehen einer immerwährenden Entwicklung. Was wäre, wenn wir auf einer beliebigen Stufe der Entwicklung stehen blieben? Der Traum vieler Menschen, ja ganzer Völker, ist der Stillstand des Alterns. Dieser aber bitte nicht auf der Stufe des Kleinkindes.

Unser Leben, unsere körperliche Verfassung, unser Aussehen verläuft üblicherweise in der Form einer Parabel. So empfinden und erkennen wir es auch. Ursächlich dient das Aussehen unter den Menschen, wie bei vielen Tieren, als Katalysator zur Durchführung von Aktionen, welche zur Erhaltung der Art dienen. Damit ist gemeint, dass die größte Attraktivität genau in der Zeitspanne von uns Menschen empfunden wird, in der wir die höchste Fertilität besitzen. Diese biologische Kausalität wird durch mannigfaltige, geistige, oft unbewusste Mechanismen unterstützt.

Die Menschen sind im Allgemeinen daran interessiert, diese Zeitspanne der größtmöglichen Attraktivität so lange, wie nur irgend möglich zu erhalten. Die große Mehrzahl der Frauen unternehmen größtmögliche Anstrengungen, um ihrem Aussehen möglichst lang ein jugendliches Antlitz zu erhalten. Unzählige Mittel sollen z.B. den Alterungsprozess der Haut verzögern. Begonnen bei ganzen Regalen voller Cremes über Peelingbehandlungen bishin zu Botoxspritzen ins Gesicht. Und die Männer sind auf der gleichen Fährte, wenn auch bei weitem nicht so fortgeschritten.

Der Grad dieser Eingriffe in den Zyklus der Alterung wird in erster Linie nicht vom Individuum selbst bestimmt. Hier ist vielmehr der Gruppenzwang von großem Einfluss, der durch den allgemeinen Wertebegriff initiiert wurde. Jugendlich – frisches Aussehen steht in der heutigen Zeit mit an ganz oberster Stelle auf unserer Werteskala. Verbunden mit der immensen Bedeutung des Aussehens überhaupt sind die Menschen tendenziell auf dem Wege hin zu mehr Schein als Sein. Auch, wenn es vermehrt kritische Stimmen dazu gibt, so gehen diese unter in den vielen Auswüchsen in Form von Suchen nach einem next Supermodell oder Superkinde. Fluten von Bildern von schönen und schlanken Menschen (wie meine Bilder hier im Blog) suggerieren uns die Allgegenwart der Schönheit. Vergänglichkeit wird weitestgehend verdrängt.

Dabei hat sie eine enorm wichtige Funktion. Wie eingangs beschrieben ist es für die Zeit unseres Aufenthaltes hier in dieser Welt eine Notwendigkeit zu vergehen. Wenn es bei Faust heißt : „… und das mit Recht, denn alles, was entsteht, ist wert, das es zugrunde geht,…“ so gibt das wieder, wie der wissenschaftliche Zusammenhang gemeint sein könnte: (Hier einen kleinen Ausflug ins Metaphysische) Unsere Seele findet einen Körper auf der Erde. Der Körper bedient sich bestimmter Moleküle, die im Laufe seines Lebens kontinuierlich ausgetauscht werden, bis sie eines Tages wieder in den Elementen verschwunden sein werden. Unter den Gläubigen spricht man von Erde, aus der man entstanden und zu der man wieder wird.

In Verbindung mit unserer Haut würde es nach oben erwähnter Manier bedeuten, dass wir zur Blütezeit unserer Konstitution besonders viel Spannkraft in der Haut haben, die, mittlerweile gut erforscht, durch bestimmte chemische Substanzen wie z.B. Collagen und Elastin erreicht wird. „ Nach und nach nehmen die Kollagenfasern und die elastischen Fasern der Haut ab, was zur Folge hat, dass sie nicht mehr so viel Feuchtigkeit speichern kann und schrumpft. Dieser Prozess lässt die Haut altern. Sie
verliert an Feuchtigkeit und Spannkraft.“ *
Beginnt unser Körper mit dem Abbau dieser Substanzen, so fehlt der Haut mit jedem Jahr etwas mehr dieser jugendlich anmutenden glatten Haut. Abgesehen vom biologischen Signal, dass wir mit dieser Haut das Zeichen setzen, dass wir nicht mehr uneingeschränkt zur Erhaltung unserer Art taugen, so spielt sich das eigentliche Drama nur in der Bedeutung genau dieses Wertes durch unsere Gesellschaft ab. Um es auf den Punkt zu bringen: Der Wert des Menschenalters wird einzig und allein durch unseren Umgang damit manifestiert. Ob nun auf der Werteskala eines jeden einzelnen oder innerhalb seiner Gesellschaft makellose Haut weit über der Weisheit der Menschen rangiert, das mag gerne jeder selbst entdecken.

* http://www.planet-wissen.de/natur_technik/anatomie_mensch/kosmetik/wie_altert_die_haut.jsp

Der Größere ist der Schönere! (112)

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In diesem Artikel stelle ich die Frage, ob die Größe etwas mit der Attraktivität zu tun oder die Attraktivität etwas mit der Größe zu tun hat? Um es vorweg zu nehmen – JA, hat sie!

Will eine Frau oder ein Mann als Modell arbeiten, so gibt es genau bestimmte Körpergrößen, die nicht unterschritten werden dürfen. Kleinere Menschen haben es erwiesenermaßen schwerer einen Partner zu finden, als größere. Das gilt in einem bestimmten Rahmen, denn über eine gewisse Größe hinaus tendiert das Maß der Attraktivität wieder in die entgegengesetzte Richtung.

Dass die Körpergröße ein gefragtes Attribut ist, kann man beispielsweise an den Wunschangaben in den weitverbreiteten Singleseiten im Internet erkennen. Bei den Wünschen der Frauen für einen Partner wird in fast allen Fällen eine größere Körperstatur gewünscht. Bei den Wunschangaben der Männer für eine Partnerin verhält es sich anders. Dabei spielt die Größe der Kandidatin eine weit weniger wichtige Rolle, da ist mehr die Nachfrage nach jünger als der Mann und schlank und hübsch.

Es ist damit weithin bekannt, dass die Körpergröße ein wesentlicher Faktor auf dem Feld der Attraktivität ist. Bei meiner Suche nach der Begründung für diesen Zustand wurde ich sofort fündig. Häufig wird das archaische Bild vom starken Mann bemüht, der in der Lage ist, mich vor dem Säbelzahntiger zu beschützen und auch für mich und meine Brut sorgen kann, indem er groß(stark) genug ist, ausreichend Wild für unsere Familie zu erlegen.

Übertragen in die heutige Zeit trifft die Sache mit dem beschützen gleichwohl zu, denn ein größerer Mann kann die Frau vermeintlich eher beschützen, als ein nicht so groß gewachsener. Schon Größe allein flößt den meisten Menschen Respekt ein. Beispielsweise bei den Türstehern gilt eine gewisse Größe schon als halbe Eintrittskarte für den Job, wenn der Bewerber nicht gerade einen furchteinflößenden Habitus oder Gesichtsausdruck besitzt.

Größe impliziert häufig Autorität. Wo der kleinere Mann durch Stimme oder Gestik, sowie Äußerlichkeiten, wie z.B. der Kleidung, seine Autorität behauptet, da fliegt es dem größeren Mann oftmals fast ohne Zutun zu. Der umgangssprachliche Ausdruck „Giftzwerg“ gibt den Zusammenhang recht anschaulich wieder: Er oder sie ist klein, hat aber Durchsetzungsvermögen, ist auffällig durch eine -häufig unangenehm penetrante- aufdringliche Art, dabei -häufig unangenehm- laut in Stimme, Schuhwerk und dem Umgang mit Utensilien. Solange diese kleineren Vertreter der Menschheit nicht als genauso wertvolle Menschen erkannt sind, fallen sie durch das oben genannte, nicht immer angenehme Verhalten auf. Kennt man ihn oder sie dann näher, schätzt den Menschen mehr oder minder, wie jeden größeren auch, so löst sich das auffallende Verhalten fast gänzlich auf. Doch bis dahin kommt es vermehrt zu diesen „Hallo, hier bin ich, überseht mich nicht!“ – Verhaltensweisen. Im Beruf finden wir dieses Verhalten weit häufiger, als im privaten Leben, Stichwort „Konkurrenzkampf“. Ein weiterer Unterschied wird bei der Partnerwahl deutlich. Hier ist die Frau in Vergleich zum Mann dergestalt im Vorteil, als dass sie als kleinerer Mensch mit den Attributen süß, niedlich, schnuckelig, usf. belegt ist, und u a. durch die Wirkung des Kindchenschemas besonders stark den Beschützerinstinkt des Mannes auslöst.

Bei den Frauen kann es im Bezug auf die Attraktivität genausogut zu umgekehrten Vorzeichen kommen. In Befragungen bei Forschungen zum Marktwert von Partnern erhielten die Wissenschaftler ein eindeutiges Ergebnis. Männer gaben an, dass Frauen, die eine ähnliche oder größere Körpergröße besäßen, als sie selbst, den Mann zu einer größeren Zurückhaltung veranlassten. Unsicherheit war eines der am häufigst genannten Schlagworte. Im weiteren Verlauf der Untersuchungen konnten die Forscher auch etwas über die Gründe dieses Verhaltens ermitteln. Viele der männlichen Probanden setzten die Körpergröße gleich mit geistiger und mentaler Stärke! Damit implizierten sie beim Anblick der körperlich größeren Frauen mehr unbewusst das Attribut „stark“. Und dass viele Männer ein Problem mit „starken Frauen“ haben, das ist trotz häufigen, offenkundigen, gegenteiligen Beteuerungen der Herren in vielen wissenschaftlichen Untersuchungen als Fakt erwiesen worden.

Doch genausowenig die Körpergröße ein Beweis für mentale Stärke beim Mann ist, so ist es einer bei der Frau. Nur archaische Überbleibsel von Gefühlsregungen aus geraumer Vorzeit lassen in uns auch heute noch Empfindungen entstehen, die uns in dieses Klischee tappen lassen. Erst beim Bewusstwerden dieser Tatsache überwinden wir dieses Vorurteil.

U-Bahn Blicke (111)

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Der Blick auf sein Gegenüber in der Straßenbahn gleitet wie beiläufig am Antlitz vorrüber. Die Augen sehen fast durch den Menschen hindurch. Kreuzen sich einmal die Blicke, so folgt ein hastiges Wegsehen. Was bleibt, ist ein kurzer Eindruck des Menschen gegenüber und ein Gefühl der Unnatürlichkeit einer Reaktion auf eine Situation, die lieber peinlichst vermieden wird. Es ist nicht vorgesehen, in der Berliner U-Bahn Sichtkontakt mit einem Mitreisenden aufzunehmen. Die Anonymität der informellen Zusammenkunft ist einzuhalten. Man sieht ins Nichts oder auf einen der eigens deswegen angebrachten, tonlosen Bildschirme, über die die neuen Nachrichten in Schlagzeilen flimmern.

Sehr interessant ist der Moment, wenn die U-Bahn ihrem Namen die verdiente Ehre erweist und plötzlich in den Untergrund abtaucht. Die Seitenscheiben der Waggons werden unvermittelt zu riesigen Spiegeln, in die die Reisenden schauen könnten und es auch tun. Und dann geschieht es. Gänzlich ungestraft die Spiegelbilder der vor ihnen sitzenden Menschen ansehen zu können, diese niemals festgeschriebene, stillschweigend hingenommene Übereinkunft zwischen den betrachtenden und betrachteten U-Bahn-Reisenden in Berlin, wie auch in London und vermutlich überall anderswo in der Welt, gestattet den Schauenden die Menschen dann doch anzusehen. Seine Mitmenschen ansehen, Blicke, die sogar für einen Augenblick oder zwei verweilen dürfen, währenddessen sich die Blicke sogar treffen und erwidert werden können.

Wir können für uns selbst ergründen, warum uns das Gesicht unseres Nachbarn auf der Bank gegenüber eine solche Anziehungskraft und Ausdrucksstärke entgegenwirft.

In der U-Bahn sitzend, wohlwissend, dass die Fahrt nur eine sehr begrenzte Dauer einnimmt, bleibt uns nur diese Zeit, auf unseren Sitznachbarn zu reagieren. Die Schnittmenge der gemeinsamen Fahrtzeit in der Bahn ist oft noch kleiner. Während der gemeinsamen Reise können wir versuchen die Erkenntnis über die Emotionen zu gewinnen, die das Gesicht des Gegenüber in uns hervorruft. Diese Spanne ist schon so viel mehr, als die Zeit, die uns beispielsweise bei der Begegnung von hastenden Menschen in der durchwühlten Fußgängerzone der Altstadt bleibt.

Wir sitzen oder stehen in der Bahn, bewegen uns trotz totalem Stillstand des eigenen Körpers mit enormer Geschwindigkeit vorwärts, meist gerichtet in die „richtige“ Richtung. Dabei haben wir Zeit. ÜBRIG!

Wir haben die Zeit zu Schauen; neben der Zeit zum Lesen, zum Schlafen zum Dösen, zum Träumen. Und zum – ja doch- Bedienen unseres Smartphones. Das kostet Zeit. Das bringt uns schnell ins Soll unseres Zeitkontos, denn dafür ist die Fahrt mit der Bahn stets zu kurz. Das Abarbeiten der Punkte unserer ToDoList auf dem Phone nähme viel mehr Zeit in Anspruch, als die Fahrt dauert. Wir schicken SMS, eMails, MMS, posten, twittern, spielen, was das Zeug hält. Die Umgebung, wie verwandelt, auch „fremde Welt da draußen“ genannt, müssen wir in der U-Bahn aushalten. Scheinbar wird sie zunehmend fremder. Wir trennen uns dann gerne davon, wenn wir ein Smartphone hervor nehmen, und durch Starren und Wischen der Wirklichkeit entgleiten können.

Wenn wir aber das Phone am Abend nicht in die Ladeschale gestellt haben, nicht unseren Ersatzakku dabei haben und auch dummerweise den Reserveakku des Ersatzakkus in der anderen Jacke haben, dann wird es wieder verzweifelter Ernst. Wir haben wieder Zeit.

Vielleicht schauen wir dann doch mal wieder hin. Zu den Dingen und Menschen, zu den Häusern und Bäumen, zu den Autos und der Reklame. Auf den Bildern der Reklame sehen wir andere Menschen. Menschen, die so ganz anders aussehen, als jene vor uns auf der anderen Seite der Sitzreihe der U-Bahn. Diese auf dem Plakat lächeln beständig. Jene eher selten bis gar nicht. Bei Diesen liegt es natürlich am Produkt, mit dem sie auf dem Foto sein dürfen, welches uns alle Träume erfüllt, das suggeriert uns diese Werbung. Besonders Träume, von denen wir selber noch nicht gewußt haben, dass sie überhaupt existieren. Bei Jenen in der Bahn liegt es vielleicht am bevorstehenden Arbeitstag, an der bevorstehenden Aufgabe, an der alltäglichen Sorge des Lebens. Oder es ist schlichtweg der entspannte Moment der Fahrt von A nach B über C.

 

Ursprünglich veröffentlicht am 25.Oktober 2013

Von Enten und Cowboys – Der sexy Schritt (110)

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„Wie du kommst gegangen, so wirst du auch empfangen!“

Dieses alte Sprichwort gibt zwar nur ungefähr das wieder, was in der Attraktivitätsforschung untersucht wurde, doch ich finde, im übertragenen Sinne trifft es die Sachlage recht gut. Denn der Gang eines Menschen erweckt bei uns ganz automatisch bestimmte Assoziationen. Durchsetzungsstark, bestimmend, selbstsicher oder zurückhaltend, flatterhaft, verschlossen sind einige Beispiele dafür.

Der Gang eines Menschen ist individuell. Wenn Du Dich mit einem Freund oder einer Freundin in der Altstadt verabredet hast, so erkennst du den Menschen, wenn er auf Dich zu kommt, schon weit vorher an seinem Bewegungsmuster, bevor du ihn wirklich am Gesicht, den Haaren oder der Kleidung erkennst.

Ich habe schon vorher einmal erwähnt, für wie unvorteilhaft ich den Gang einer Frau halte, wenn sie die Füße beim Gang mit den Zehen nach außen gerichtet bewegt. Es hat für mich etwas watschelndes, und in meinen Augen ist es sehr unerotisch. Genauso gibt es Bewegungsmuster beim Mann, die mehr schlecht als recht wirken. So zum Beispiel bedeutet für mich ein kurzes Trippeln beim Mann ein eher ulkiges Bild eines Menschen, den man nur schwer ernst nehmen könnte.

Was die Forschung in einer Bewegungsstudie zu diesem Thema ermittelt hat, ist äußerst spannend. Forscher der Ruhr-Universität Bochum unter Leitung von Professor Nikolaus Troje fanden heraus, welches Gangbild das jeweils andere Geschlecht am meisten fasziniert.

„Bewegungswahrnehmung spielt in der Natur eine zentrale Rolle. Sie entscheidet unter anderem über Flucht und Angriff, soziale Verhaltensweisen und sexuelle Attraktivität“, erläutert Troje.

Im Labor „BioMotionLab“ der Fakultät Psychologie untersuchte man mit einem raffinierten Verfahren, wie das Gehirn komplexe Bewegungsmuster verarbeitet. Rund 100 Testpersonen steckte man in dunkle Kleider und befestigte an einigen Gelenken reflektierende Folienpunkte. Im dunklen Raum waren zunächst nur die Punkte zu sehen, beim Laufen aber wurden in von Sekundenbruchteilen die Menschen sichtbar.Testpersonen, denen man diese Laufdaten am Monitor vorspielte, vermochten in drei Viertel der Fälle an der Bewegung der Körpersilhouette zu erkennen, ob es sich um Männer oder Frauen handelte.

Jeder von uns weiß, dass Frauen einen anderen Gang haben, als Männer. Männer haben einen sehr raumeinnehmenden Gang, während sich Frauen eher schlank machen in ihrer Bewegung. Die bekannte Assoziation mit den Rasierklingen unter den Achseln beschreibt recht plakativ den Gang der Männchen. Er macht sich groß und stark in seinen Bewegungen. Mit dem Ziel zu vermitteln, wie geeignet er doch ist, sein Weibchen und seine Nachkommenschaft zu beschützen.

Die Frau hingegen macht sich klein und schmal, um zu zeigen, wie sehr sie genau den Schutz benötigt, den ihr ein potentieller Partner bieten sollte. Frauen nehmen sich zurück und setzen offenbar subtilere Signale ein und halten beim Gehen die Ellenbogen nah am Körper. Den Oberkörper bewegen sie kaum, drehen aber mehr die Hüften.

Die Frage, ob die Signale beim anderen Geschlecht so ankommen, wie sie gemeint werden, wurde in dieser Studie gleichwohl untersucht. Es zeigte sich, dass die Menschen häufig in ihren Vermutungen daneben lagen. Einschätzungen, welche Gangart vom jeweils anderen Geschlecht als attraktiv bewertet werden, fielen beim Vergleich der Ergebnisse unterschiedlich aus. Der Gang, von dem beispielsweise die Frauen annahmen, er würde bei Männern besonders gut ankommen, fand bei Männern einen gar nicht so hohen Anklang.

Um in der Studie nähere Erkenntnisse über die Körpersprache zu gewinnen, forderte man die Testpersonen nach dem „Erkennungstest“ auf, die sexuelle Attraktivität der Punkt-Licht-Läufer/-innen zu bewerten. Was den Sex-Appeal der männlichen Läufer betrifft, waren sich die Beobachter beiderlei Geschlechts einig: Nicht der klassische Cowboy, sondern ein Mann, dessen Gang eine Komposition von Schwung, Kraft und Entschlossenheit zeigt, wirkt attraktiv.

Was die Fortbewegung der Damen angeht, klafften die Ansichten allerdings auseinander. Eine für Männer attraktive Frau macht Schritte, bei denen ihre Füße eng nebeneinander auftreten. Männer lieben bei Frauen den typischen „Cat Walk“, wie ihn die Mannequins auf dem Laufsteg hinlegen: Sie setzen ihre Füße eng auf einer geraden Linie auf, im Extremfall überkreuzen sich die Beine sogar.

Den breiten Männergang mit schwankendem Oberkörper darf sich eine Frau dagegen keinesfalls leisten: Das, so das Urteil der Herren, wirkt total unattraktiv. Frauen sehen das komplett anders. Für sie ist schwungvoll sexy – und alles andere eher verkrampft.

Was kann ich daraus entnehmen? Unsere Bewegungsmuster üben einen wesentlichen Einfluss auf unser Erscheinungsbild aus. Damit schließt die Art, wie wir uns bewegen, wie wir gehen, ein hohes Maß, einen großen Anteil an den Faktoren mit ein, die unsere Attraktivität bestimmen. Eine Frage, die sich daran anschließt ist, ob die Menschen ein Bewusstsein dafür besitzen, wie sie sich bewegen, wie sie gehen. Die Frage kann vielleicht jeder für sich selbst beantworten. Für mich selbst kann ich sagen, dass ich einen Gang mit Anmut und Harmonie sehr mag. Dass es laut der Studie für die meisten Menschen ähnlich ist, tut dem keinen Abbruch.

So ist der Gang eines Menschen auch nur ein kleines Puzzleteil im komplexen Ganzen der menschlichen Erscheinung. Eng verwandt mit Gestik und Mimik, aber auch mit Kleidung und Haartracht trägt es zu unserer Wirkung auf unsere Mitmenschen bei und wir werden auch daran erkannt und empfunden.

M Ä N N E R – Das am Ende doch schönere Geschlecht (109)

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NEIN, „leider 😉 nicht“, soviel kann ich vorweg nehmen!

Es geht um das Gerücht, dass Männer im fortschreitenden Alter besser aussähen, als die Frauen. Doch was früher durch populäre Studien immer wieder als Fazit herausgestellt wurde, erwies sich seit Studien aus den 1990er Jahren als Irrtum. Es wurde zuvor auf der Erkenntnis begründet, dass Männer im Zuge ihres Alterns weniger schnell an Attraktivität einbüßten, als die Frauen. Dieser Fakt ist zwar durchaus richtig, doch die Betrachtung der gesamten Zahlen und Ergebnisse erklärte den Zusammenhang erstmals umfassend. In den neueren Ratings wurden die Frauen durchgehend von allen Gruppen (beide Geschlechter und über sämtliche Altersgruppen hinweg) stets mit einer höheren Attraktivität bewertet. Wenn man nun die Varianz betrachtet, so führt die viel größere Veränderung durch die eh höhere Attraktivität der Frau im Laufe des Alterns zwangsläufig zu einem stärkeren Abfall der Kurve, während es beim Mann nur deswegen viel moderater geschieht, weil er niemals die Höhe der Attraktivität der Frau erreichen konnte. Erst im sehr viel fortgeschritterem Alter (ab ca. 60 Jahren) kommt es vermehrt zur größeren Attraktivität des Mannes. Dazu folgende Abbildung:

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Die Grafik zeigt (nur beispielhaft) die Entwicklung der Attraktivität im Verlauf des Alters bei Männern und Frauen. Dadurch wird noch einmal deutlich, warum die Attraktivität der Männer langsamer zurück geht, die der Frauen schneller absinkt, aber immer noch auf einem anderen Niveau.

Denkt man jetzt an so bekannte Gesichter wie z.B. Sean Connery oder George Clooney, so mögen sie als Beispiele dafür herhalten, wie sich ein Gesicht eines Mannes zum immer positiveren entwickelt. Doch darf man an dieser Stelle nicht übersehen, dass es sich bei diesen Gesichtern, wie bei den Gesichtern aller in der Öffentlichkeit stehenden Personen, nur um einen kleinsten Bruchteil der Menschen um uns herum handelt. Nicht nur die häufig wiederkehrende Anwesenheit in den Medien verleitet uns zu diesen subjektiven Empfindungen, auch der durch diese hohe Frequenz an Abbildungen in uns erreichte Bekanntheitsgrad (…ja, den kenn‘ ich gut…) suggeriert uns diesen enormen Wertungsfaktor.

Gehen wir jedoch auf die Straße, setzen und in das schöne Bistro in der Altstadt, und beobachten sie vorbei laufenden Menschen einmal, so bietet sich uns doch ein gänzlich anders Bild. Da schlendert Herr X. und Herr Y. an uns vorbei, gefolgt von Herrn Z. Wie gestaltet sich nun da Bild der Herren ab 60? Wie viele George Clooneys schreiten an uns vorüber? Im Gegenzug dazu ist zu fragen, wie viele gut genährte Bäuche stiefeln entlang der Promenade? Wie viele Köpfe mit schütterem Haar sehen uns an? Wie oft schleppt sich ein kleiner, wohlgefütterter Herr neben seiner Gattin entlang der verträumten Gasse? Und nicht doch noch ein edel gekleideter, gut gebauter Herr in den Endfünfzigern?

Ich für mich stelle fest, dass es doch nicht sehr viele Männer sind, die ich zu den letzteren zählen würde. So werden auf der Straße doch die Erhebungen der Attraktivitätsforschung bestätigt. Mehr Liebhaber des allseits beliebten Gerstensafts säumen den Weg, wenn man unterstellen mag, dass der Genuss dieses Gebräus im Umfang des Bauches resultiert.

Da spielt auch die Tatsache keine Rolle, dass die Frauen der gleichen Altersstufe immer noch unzählige Kniffe und Tricks anwenden, um ihrem -dem Alter entsprechenden- Äußeren ein Schnippchen zu schlagen. Den allermeisten Männern ist es nach wie vor vollkommen unbekannt, mit welchen Methoden sich die Frauen seit je her unglaublichen Mühen unterziehen, um ihr Aussehen zum positiven (jüngeren) zu verändern. Im fortschreitendem Alter ändert sich daran nur wenig. Wenn es auch schon mal bei bekannten Persönlichkeiten wie etwa Cher, Darryl Hannah oder Elizabeth Taylor in der Presse bis ins Kleinste seziert wird, so sind das nur die Paradebeispiele, die uns allen (den Männern nur sehr kurzfristig) ins Bewusstsein gerückt werden. Gerade wir Männer finden diese Schönheiten trotz (oder vielleicht sogar wegen) der „kleinen“ Nachbesserungen doch „Supertoll“, oder? Die Attraktivitätsforschung hat es zumindest belegen können! ( Sollte es den Männern peinlich sein?)

Dazu in einem der nächsten Artikel mehr.

So komme ich zum Fazit, dass die Frauen in den letzen Jahrhunderten das schöne Geschlecht waren und heute weiterhin sind! Und, dass sie uns Männer sehr gezielt mit ihrem Äußeren steuern. Die Männer sind zwar im Begriff, sich auf dem Gebiet der Schönheitspflege und Körper-Gestaltung einzufinden, doch dabei stecken noch nicht mal in den Kinderschuhen, meine ich. Bewerten möchte ich diese persönliche Einschätzung an dieser Stelle nicht.

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Die nackte Wahrheit – Warum sind wir nackt und doch nicht nackt (108)

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Wann sind wir nackt? Warum sind wir nackt? Was bedeutet nackt für uns und für andere?

In Wikipedia heißt es:
„Als Nacktheit bezeichnet man die Kleidungslosigkeit von Menschen oder die Haar- oder Federlosigkeit von Tieren.Psychologisch bezeichnet man beim Menschen auch die mit der Nacktheit verbundene subjektive Empfindung selbst als Nacktheit oder Blöße; die Empfindung kann je nach Erziehung bzw. nach den Umständen unangenehm sein (Scham) oder angenehm sein (Gefühl der Freiheit oder Befreiung).Das subjektive Empfinden von Nacktheit kann neben dem Fehlen von Kleidung auch aus dem Fehlen von Haaren oder gewohnheitsmäßig am Körper getragenen Gegenständen wie Waffen, Schmuckstücken, Perücken oder Schminke entstehen.“

Schon die darin enthaltenen Begriffe Blöße und Scham lassen auf ein sehr komplexes Gebilde von Konventionen und Regeln, Tabus und Gesetzen schließen.

Weiter heißt es:
„Nackt bedeutet zunächst das vollständige Fehlen von Kleidung, Schmuck und Gegenständen am menschlichen Körper. Es kann sich aber auch nur auf das Fehlen der Kleidung beziehen.

Nacktheit bezeichnet ein sehr weites Spektrum an Emotionen und Befindlichkeiten. und der Sichtbarkeit von Bereichen des Körpers, die üblicherweise aus normativen, hygienischen oder klimatischen o.ä. Ursachen, von Kleidung bedeckt sind. Nacktheit wird also sowohl definiert durch die Abwesenheit als auch die Anwesenheit von Kleidung, Schmuck und Gegenständen. Man kann demnach zunächst zwischen vollständiger Nacktheit (splitter(faser)nackt) und teilweiser Nacktheit (halbnackt) unterscheiden.

Nacktheit kann einen nackten Fuß meinen, dessen Sichtbarkeit keinen kulturellen Tabus unterliegt oder das Entblößen des nackten Hinterns (blank ziehen) in der Öffentlichkeit. Auch ein Kiltträger kann, wenn er auf Unterwäsche verzichtet, trotz oberflächlicher Bekleidung, als unter dem Schottenrock nackt bezeichnet werden.Nacktheit hat neben dem reinen Fehlen üblicher Bekleidung auch semiologische und psychologische Dimensionen.

-Psychologisch bedeutet Nacktheit vor allem die Empfindung des Fehlens der schützenden, wärmenden Kleidung. Das Fehlen zum Beispiel einer Waffe, eines Fingerrings, eines Hutes, oder eines kulturell vorgeprägten Statussymbols, können das Gefühl fehlenden Schutzes und damit von Nacktheit auslösen.“

Eine gute Freundin hatte die Angewohnheit niemals ungeschminkt die Wohnung zu verlassen. Sie hatte das Gefühl, dass sie ohne ihre Maskerade völlig nackig da stehen würde. Ferner hatte ich während des Studiums einen Kommilitonen, der trug eine Brille mit Fensterglas, weil er das Gefühl hatte, ohne sie entblößt dazustehen. Diese beiden Fälle von Verkleidung – zur Vermeidung eines Gefühls der Blöße, sicher keine Einzelfälle, geben einen interessanten Hinweis auf die Denkweise unserer Gesellschaft.

„-Semiologisch meint, dass die Sichtbarkeit von Körperteilen, die üblicherweise von Kleidung bedeckt sind, abhängig von Situation und Ort eine kulturelle Bedeutung haben, also wie ein sprachliches Zeichen funktionieren. Es ist dazu nicht notwendig, dass die Bedeutung der Zeichen bewusst reflektiert wird. Beispiele dafür sind der nackte Protest, der nach Aufmerksamkeit sucht und in der Überwindung der Tabus auf die Wichtigkeit des Anliegens weist; der Flitzer beim Fußballmatch, der Mut und Männlichkeit demonstriert; die Frauen, die in frühislamischer Zeit neben dem Schlachtfeld stehen und ihre Brüste zeigen, um ihren Männern zu erklären, dass sie so nackt und ausgeliefert wie die Skavinnen sein werden, wenn sie verlören; das Zeigen von Hintern oder Genital beim Anasyrma; der Exhibitionist, der andere Menschen mit seiner Nacktheit verletzten möchte; der Verzicht auf ein Kopftuch als politisches Statement; das tiefe Decolleté, ein freier Bauch oder ein Minirock als sexuelle Provokation; und auch FKK kann als Befreiung von äußeren Zwängen verstanden werden.

Die Bedeutung der Zeichen ist künstlich, unterscheidet sich also von Kultur zu Kultur und unterliegt auch einer zeitlichen Entwicklung. So würde ein Nacktportrait eines italienischen Präsidenten anders interpretiert werden müssen als das Nacktportrait eines römischen Kaisers.“

Nackt! Der Mensch ist unter den Primaten der einzige ohne Fell. Vermutlich vor ca. 1 Million Jahren hat sich der Homo sapiens sapiens des Fells entledigt. Doch Homo sapiens ist der Mensch erst seit ca. 200 000 Jahren. Zuvor war er Homo erectus.

Wann sind wir nackt? Es gibt also eine sehr individuelle Einstellung zu diesem Thema, denn die Schwelle zum Gefühl des Nacktseins liegt für jeden Menschen an unterschiedlicher Stelle. Manche Menschen sind nackt, wenn sie sich ohne Kleidung an einem bestimmten Ort befinden. An einem Ort kann für jeden einzelnen von uns eine eigene Bedeutung entstehen. Für manchen bedeutet es schon eine Entblößung nackt im engsten Kreise seiner Familie zu verweilen. Für andere ist es normal sich der Familie gegenüber nackt zu zeigen. Wenn ich die Familie, respektive den Partner als den engsten persönlichen sozialen Kontakt unterstelle, so dürfte es außer dem Alleinsein keine intimere Beziehung zum persönlichen Umfeld geben. Alle anderen Kontakte sind damit im Sinne der Intimität weiter entfernt und dürften im Falle der Nacktheit umso größere Zurückhaltung verursachen.

Neben dem Nacktsein im Kreise der Familie gibt es weitete Situationen, weitere Gelegenheiten, in denen die Nacktheit nicht als ungewöhnlich angesehen wird. Da ist beispielsweise der Besuch in der Sauna oder der Besuch eines FKK-Strandes. Schon diese Aktivitäten sind ein Stück weit öffentlicher als das Unbekleidetsein zu Hause, und für einen Großteil der westlich orientierten Bevölkerung nur schwer denkbar. Ich möchte mich an dieser Stelle auf die westlich orientierte Gesellschaft beschränken, denn die Naturvölker nähmen mindestens ein komplettes Posting ein.

Weitergehendes Auftreten ohne Kleidung gibt es in unserer Gesellschaft nur wenig, es seien als Beispiel die neuerdings in Mode gekommenen Nacktwanderer zu nennen. Dabei wandern Gruppen von Menschen nur mit festem Schuhwerk bekleidet, sonst aber nackig, über bestimmte Wanderwege.

Alle anderen Situationen,alle sonstigen Handlungen, in denen von Nacktheit die Rede ist, spielen sich im Verborgenen ab. So sehr die Menschen dem Nacktsein auch widerstreben, so groß ist das Interesse, das Verlangen nach Nackheit – nur nicht bei sich selbst, sondern bei anderen Individuen. Über diesen Widerspruch habe ich jedoch schon vorher geschrieben, das möchte ich hier nicht wiederholen.

Was könnte man über das Nacktsein resümieren? Wir haben uns weit entfernt von jeglicher Urspünglichkeit. Normen und Regeln des täglichen Miteinanders regulieren unsere Verhaltensweisen. Gebote vermeiden eine Natürlichkeit, die, egal ob hilfreich oder nicht, unsere Gefühle und Wünsche von Anfang an gehörig unter Druck setzen. Schon in frühester Kindheit werden wir konditioniert zur Nackheit ein bestimmtes, gesellschaftskonformes Verhältnis aufzubauen. Welche Folgen das hat, wie wir diesem widernatürlichen Verständnis begegnen ist in der Gesellschaft von jedem -auch an der schleichenden Entfremdung zur Körperlichkeit – leicht zu erkennen.

HEIMLICH, STILL UND LEISE …

Paparazzi, der. (107)

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Abfällig bezeichnete unlängst ein Passant einen Fotografierenden mit einem lichtstarken Teleobjektiv als Paparazzi. Er drehte sich zu mir um, und fügte seiner in den luftleeren Raum angegebenen Bemerkung noch hinzu, dass “Sowas“ ja nur gebraucht würde, um den Hintern von irgend welchen Prominenten abzuschießen. Im Anschluss aber an diesem Satz hängte er ein fragendes „oder?“ an, und blickte mich dazu noch an. Ich gebe zu, ich war sehr verdutzt, und ich bejahte seine Bemerkung zu allererst, doch schon während meiner völlig verfehlten, daher geschwafelten Entgegnung wurde mir deren unsinniger Inhalt bewusst, und ich konnte noch eine Gegenfrage anschließen: „Müssen Paparazzi nicht eher unauffällig agieren, anstatt solch auffällige Objektive zu gebrauchen?“

Doch diese Frage schien dann doch zu viel für den Menschen zu sein. Er sah mich entsetzt an, wohl mit dem Gedanken, ob ich ihn in eine Diskussion verwickeln wollte, drehte sich dann doch lieber herum und schlich von dannen.

Was hat es mit dieser Momentaufnahme auf sich? Spiegelt diese Ansicht dieses einzelnen Herrn die Meinung einer ganzen Gruppe von Menschen wieder, die jene Fotografen als Paparazzi betrachten, die ein größer dimensioniertes Objektiv verwenden? Im Zoo oder auf der Safari würde wohl niemand auf derartige Gedanken kommen. Da wäre das anerkannte Motiv wohl für jeden erkennbar in einem Tier zu vermuten.

Anders aber in den Bereichen, in denen Ottonormalbürger einem Fotografen begegnen könnte. In Bereichen wie der Straße, dem Strand, der Stadt und anderen öffentlichen oder halb-öffentlichen Plätzen. Was könnte der Fotograf dort mit einem 500er f1:4,0 fotografieren? Was würde er oder sie denn mit diesem Objektiv in dieser Umgebung erfassen?

Auf der anderen Seite ist die Frage zu stellen, was denn das Ergebnis der „Paparazzi-Arbeit“ ist! Fotos von mehr oder weniger Prominenten, mal mehr mal weniger erwünscht. So gaben doch manche „Prominente“ an, dass sich ihr „Marktwert“, ihre Beliebtheit durchaus in der Frequenz der geschossenen Paparazzi-Fotos berechnete.

Wenn es für die nicht für Fotos von Menschen im urbanen Raum (Streetfotografie) bezahlten Fotografierenden darum geht, authentische Fotografien zu erstellen, so haben sie die Möglichkeit entweder mit einem Normalobjektiv direkt in die Szenerie hinein zu fotografieren, eventuell dies vorher zu erfragen, oder mit einem Teleobjektiv von etwas weiter weg zu dokumentieren. Über die Vorzüge und Nachteile der ein oder anderen Methode habe ich HIER bereits geschrieben.

Kommen wir zurück auf das 500er f1:4. Mal abgesehen von dem Anschaffungspreis, der durchaus im Bereich eines Kleinwagens liegt, stelle ich die Frage, wie oft wir einen Menschen mit diesem Tele auf offener Straße sehen, oder mit einem bauähnlichen Objektiv? Weder in meiner Zeit in Berlin, noch Düsseldorf, noch hier in Koblenz habe ich öfter als 2-3 mal überhaupt einen Fotografierenden mit einem solchen Objektiv gesehen. Ganz anders im Fußballstadion! Massen dieser Linsen mit Fotografen daran laufen um das Spielfeld. Aber auf der Hohestraße in Köln? Fehlanzeige! Am Dom? Fehlanzeige! Da sind dann eher einige 70-300er zu sehen. Doch dieses Objektiv hätte niemals den Ausspruch des Herrn vom Anfang ausgelöst. Dafür kannte er sich wohl zu wenig aus, und dass damit genauso gut der ein oder andere Hintern eines nicht so prominenten Mitmenschen abzulichten wäre, das würde ihm sicher entgehen.

Damit bin ich bei der Krux des kurzen Erlebnisses. Es geht weniger um die Werkzeuge bei der Verrichtung eines Werkes, es geht um das Ergebnis! Dass es mit besseren Werkzeugen leichter, sicherer, oftmals besser geht, das ist schon lange kein Geheimnis mehr. Welche Aussenwirkung ein baulich großes Teleobjektiv hat, ist einerlei, werden doch die damit geschossenen Bilder, gleich ob es Paparazzi-Aufnahmen von Prominenten, die millionenfach in hunderten von Magazinen erscheinen, und exorbitante Auflagen erzielen, oder spannende Detailaufnahmen eines Zebras sind, von der Mehrzahl der Menschen in Massen konsumiert. Auch der Herr vom Anfang wird vermutlich genau wissen, wovon er spricht, wenn er Zuhause die neueste Auflage der „Bunte“, des „Stern“ oder auch der „Gala“ seiner Frau „liest“!

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Sexy oder nicht – Oder was zählt eigentlich? (106)

ruka jeans hintern   mies-vandenbergh-fotografie

mies-vandenbergh-fotografie

Attraktivität hat viele Facetten. Bilder von Menschen gehen uns durch den Kopf. Wir entscheiden in nur Bruchteilen von Sekunden über die Schönheit und das Aussehen der Menschen. In genau diesen Bruchteilen von Sekunden legt unsere Intuition immer in eine bestimmte Waagschale eine Kugel – entweder so oder anders kann es für den Menschen ausgehen. Manchmal aber auch dazwischen kann die Eigenschaft gesehen werden. Oder gar ein wenig von beiden Gegensätzen bringt ein Charakter mit! Nämlich genau so, wie wir Menschen sind, ein wenig davon und etwas hiervon, und nur zu diesem Zeitpunkt, denn etwas später könnte die Sache schon wieder ganz anders aussehen. Spannend ist dabei nicht nur die kurzfristige Hinsicht, sondern das Erleben der Entwicklung im Laufe des Lebens. Dabei fällt das absolutistische Urteil der Jugend im Gegensatz zum bedachten konjunktivistischen Urteil der Älteren auf. Muss man dafür wirklich älter sein? Kommt diese Weisheit nur mit den reflektierten Erfahrungen?

Ich habe hier eine Auswahl von Attributen beschrieben, die dem Menschen zugewiesen werden könnten. Nicht jede erschließt sich sofort unserem neugierigen Blick, manche wollen erst entdeckt, ja enttarnt werden. Jeder mag sich selbst einmal prüfen, in welche Richtung sie und er tendieren. Wer will, der kann diese Liste danach seinem Lebenspartner geben, so dass dieser eine Einschätzung abgibt, beschreibt, wie er oder sie den Partner empfindet. Doch Vorsicht! Für Streitereien kann der Vergleich nichts, nur die Sichtweise auf Euch beide könnte dazu beitragen, ein innigeres Fundament herzustellen.

Hier nun ein paar Adjektive, die uns Menschen beschreiben können. Es ist natürlich keine vollständige Aufzählung. Sie gewährt in dieser Momentaufnahme einen kurzen Blick auf einen Ausschnitt unserer gegenwärtigen Lebensweisen und Wirkung.

IST (HAT) EIN MENSCH……

· attraktiv oder nicht attraktiv
· sympathisch oder unsympathisch
· anziehend oder nicht anziehend
· sexuell erregend oder sexuell abstoßend
· groß oder klein
· alt oder jung
· schöne Augen oder keine schönen Augen
· schlank oder nicht schlank
· dick oder nicht dick
· offener Blick oder verschlossener Blick
· freundliches Wesen oder gleichgültiges Wesen
· intelligent oder nicht intelligent
· charismatische Ausstrahlung oder unauffällig
· volle Lippen oder schmaler Mund
· lange Haare oder Kurzhaarfrisur
· anmutige Körperbewegungen oder Trampeltier
· gerader Schritt oder Watschelgang (Zehen beim Gang nach außen führend)
· schöner Hintern oder unauffälliger Hintern
· kleiner Busen oder größere Oberweite
· muskulös oder schmächtig
· schmales Becken oder breites Becken
· gerade Beine oder X-Beine oder O-Beine
· Herzlichkeit oder Kühle
· gerade Nase oder krumme Nase
· schöne Zähne oder GKV
· sportlicher Typ oder behäbiger Typus
· klassische Kleidung oder ausgefallene Kleidung
· erotisch oder unerotisch
· sanfter Blick oder strenger Blick
· fester Händedruck oder schlaffer Handschlag
· emotional intelligent oder egozentrisch
· selbstbewusst oder unsicher
· ehrlich oder falsch
· geradlinig oder verschlagen
· abenteuerlustig oder bedacht
· bodenständig oder abgehoben
· wahrhaftig oder affektiert
· locker oder genau
· freidenkend oder angepasst
· bedacht oder aufbrausend
· zugänglich oder arrogant
· aufgeschlossen oder verstockt
· aufmerksam oder unaufmerksam
· begeisterungsfähig oder desinteressiert
· bezaubernd oder langweilig
· beherzt oder ängstlich
· organisiert oder chaotisch
· charmant oder ungehobelt
· dynamisch oder dekadent
· umgänglich oder dickköpfig
· emphatisch oder egoman
· gelassen oder ehrgeizig
· vertrauensvoll oder eifersüchtig
· einfühlsam oder ignorant
· elegant oder einfach
· fair oder unfair
· familiär oder einzelgängerisch
· fantasievoll oder fantasielos
· feinfühlig oder grob
· burschikos oder feminin
· gastfreundlich oder fremdelnd
· gebildet oder ungebildet
· geduldig oder ungeduldig
· freigiebig oder geizig
· beredt oder geschwätzig
· bescheiden oder großspurig
· gesundheitsbewusst oder gleichgültig
· genügsam oder habgierig
· herzlich oder kaltherzig
· bodenständig oder hochmütig
· gelassen oder hysterisch
· höflich oder ohne Manier
· humorvoll oder verstockt
· idealistisch oder materialistisch
· intellektuell oder nicht intellektuell
· interessiert oder begrenzt
· extrovertiert oder introvertiert
· jugendlich oder älter
· keck oder zurückhaltend
· kindlich oder kindisch
· freigeistig oder kleingeistig
· kreativ oder nicht kreativ
· kritikfähig oder schnell beleidigt
· kommunikativ oder schweigsam
· langmütig oder nachtragend
· beständig oder launisch
· lebhaft oder still
· leidenschaftlich oder leidenschaftslos
· liebevoll oder unnahbar
· schlank oder mager
· maskulin oder weibisch
· vertrauensvoll oder misstrauisch
· mutig oder zurückhaltend
· nachdenklich oder impulsiv
· natürlich oder gekünstelt
· tiefsinnig oder oberflächlich
· optimistisch oder defetistisch
· pragmatisch oder unsicher
· freizügig oder prüde
· rational oder gefühlsmäßig
· realistisch oder verträumt
· romantisch oder verkopft
· schüchtern oder weltoffen
· sachlich oder gefühlsbetont
· sanft oder grob
· scheinheilig oder ehrlich
· liebreizend oder schamlos
· wild oder schlampig
· selbstbeherrscht oder unbeherrscht
· bewundernd oder selbstgefällig
· spontan oder skeptisch
· sensibel oder unsensibel
· sinnlich oder vulgär
· temperamentvoll oder zurückhaltend
· tiefgründig oder oberflächlich
· tolerant oder intolerant
· träumerisch oder realistisch
· sexy oder primitiv
· behände oder unentschlossen
· unheimlich oder unnahbar
· unkonventionell oder angepasst
· extravagant oder unscheinbar
· unterhaltsam oder schweigsam
· unternehmungsfreudig oder zurückgezogen
· souverän oder unterwürfig
· verantwortungsbewusst oder hallodrisch
· verführerisch oder züchtig
· verlässlich oder unzuverlässig
· offen oder verschlossen
· verspielt oder nücht
· vielseitig oder einfach
· vertrauenswürdig oder ominös
· erfahren oder verwöhnt
· zärtlich oder grobschlächtig
· nachfragend oder zickig
· überzeugend oder überredend

All diese Eindrücke verarbeitet der Mensch schon in allerkürzester Zeit. Verifiziert werden sie u.U. erst im Laufe der gemeinsamen Zeit. Bestimmte, äußerliche Merkmale, die entweder direkt sichtbar oder über die Bewegungen, Gestiken, Mimiken indirekt erkennbar sind, verleiten zu einem besonders schnellen Urteil, und werden oft nur schwer wieder revidiert.

Forschungen in diesem Zusammenhang ergaben, dass unser erster, gefühlsmäßig intuitiver Eindruck eines anderen Menschen sehr viel häufiger stimmt, als er daneben liegt. Somit wird dieses erste Gefühl, sich zu einem Menschen hingezogen zu fühlen oder einen Menschen „irgendwie“ abstoßend zu finden, im Zuge des ersten Kontaktes zu einem bedeutenden Faktor. Nicht, dass wir diesen ersten Eindruck überbewerten sollten, doch um diesem Gefühl den Raum zu geben, dem ihm gebührt, sollten wir vielleicht das ein oder andere Mal still in uns hinein hören.

Weight- One of the Last Acceptable Prejudices

Heres exactly one of my contain I´m writing about. Nicely done!

southern and subtlety blunt

weight-stereotyping-w724

A thigh gap is a gap in your thigh that is two inches to four inches and it is “a trend that needs to die”, and it seems a bit extreme. I believe the total aggregate of females who are either claiming that thin girls are “being discriminated against”, “muscular/fit is the new thin”, or “curvy is the new thin” has failed to remember thousands of females, especially teenagers and young women have natural gaps in their thighs. The article I set out to find was originally posted by Glamour magazine. What I found in the process is harsh cruel word in which my body is hated, and this article took an unforeseen twist examining unfeigned mean girls as a whole.

Glamour magazine asked 1,800 women ages 18-40 to imagine “overweight” women and “thin” women in a survey. They were told to imagine that they knew nothing about either of…

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