Vom Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen (98)

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„Ich sehe so aus, wie ich aussehe!“ „I am what I am!“

Von Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein ist die Rede. Ich möchte den Bogen spannen von hier zum Aussehen hin, und weiter zu der Erkenntnis hinarbeiten, dass der Wert eines Menschen nicht von seinem Äußeren bestimmt ist. Das Äußere jedes Einzelnen hat natürlich einen Wert, doch der macht nicht den Menschen aus. Sein Wirken ist es schlussendlich, was den Menschen ausmacht, denn der abgewandelte Spruch: „Die Worte hör‘ ich wohl, allein mir feh’n die Taten…“ beinhaltet das gesamte Leben. Wir zeichnen uns durch das aus, was wir geschaffen haben, erwirkt haben.

Die ersten leisen Töne des Pfades zum Selbstbewusstsein vernehme ich, wenn ich beginne, mich selbst wahrzunehmen. Ich beginne zu erkennen, wenn ich hinsehe. Durch meine eigenen Augen, nicht durch die Augen anderer Leute soll ich mich sehen. Ich muss lernen, mich so wahrzunehmen, wie ich bin, nicht so, wie ich gerne wäre. Das heißt nicht, dass ich meine Visionen begraben sollte, denn die sind der Motor auf dem Weg des Lebens, ich muss nur als Fundament bei der Erkenntnis von mir selbst beginnen. Wie schwer das ist, davon kann jeder selbst ein Lied singen. Doch es hilft nicht. Gehe ich von irrigen Annahmen aus, so komme ich zu keiner wahrhaften Erkenntnis. Auch unser Aussehen bildet da keine Ausnahme.

Plakativ gesagt ist es so, wenn ich ein gesundes Selbstbewusstsein habe, so strahle ich das auf mein Äußeres aus. Nicht überkandidelt, keine Selbstüberschätzungen führen mich weiter, nur die wahrhafte Auseinandersetzung bringen mich dahin. Reflektiere ich mein Äußeres, wie meine Handlungen, meine Worte, meine Ideen und Ziele, meine Wünsche und Gedanken, so weiß ich um mich und um mein Aussehen. Danach richtet sich meine Kleidung, meine Mode, mein Haarschnitt, wie meine Neigung zu Kosmetika.

Weiß ich von mir, weiß ich, was ich MIR wert bin, so entsteht meiner Ansicht nach ein harmonisches Äußeres. Bin ich unsicher, so schwanke ich, in der Kleidung wie im Leben, weil ich nicht weiß, wie ich reagiere. Ich kenne mich dann nicht, weil ich nicht erkannt bin. Weiß ich von mir, liegt es an mir, diese Erkenntnis souverän umzusetzen. Gefeit vor Irrtümern ist man natürlich nicht, weil man nicht immer und ausschließlich wahrhaftige Erkenntnisse gewinnt, dafür ist man zu sehr Mensch. Doch darum geht es nicht, den diese Irrungen und Wirrungen bieten manches Mal einen neuen Ansatz, der uns zu neuen, vielleicht unausgetretenen Pfaden geleitet. So wie der Schritt zurück uns erst die klare Sicht auf unser Selbst gewährt.

Es ist unser Bewusstsein, das uns Vertrauen in uns selbst setzt. Wenn ich weiß, was ich bin, was ich kann, was ich fühle und wünsche, so kann ich darauf vertrauen zu wissen, was richtig für mich und meine Umgebung ist, zumindest was ich nach aktuellem Stand meiner Erkenntnisse dafür halte. Danach in aller Gelassenheit zu handeln, und so auch meine Äußerlichkeiten zu formen ist für mich ein erstrebenswertes Ziel. Damit bieten wir auch anderen Menschen einen Halt im Umgang mit uns, und wir werden durch unsere Selbstsicherheit zu Leuchttürmen im Leben unserer Freunde und Partner.

Manifestiert sich dies in unserem Äußeren, so sind wir weit weg von Mode jeder Art, von Strömungen und Trends, wir werden eher zu Trendsettern. Wir können so jenseits von „Hüh oder Hott“ unseren eigenen Stil leben, der durch das Authentische in unserem Wesen und unserer Erscheinung ein Charisma entstehen lässt.

Ich plädiere für die erfolgreiche Weitergabe dieser Erkenntnis, mit einer inneren Ruhe sowie einer vernünftigen Wertschätzung eines jedes Einzelnen von uns zu einem konsistenten, authentischen Wesen zu werden, uns so zu formen, oder vielmehr sich dahin zu entwickeln. Ein Kern der Angelegenheit ist es damit, unsere Kinder so zu fördern, dass sie zu Menschen werden, die sich selbst wertschätzen lernen.

Und auch wir sind nie zu alt, das zu lernen.

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4 Gedanken zu “Vom Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen (98)

  1. Klasse formuliert! Besonders „Wenn ich weiß, was ich bin, was ich kann, was ich fühle und wünsche, so kann ich darauf vertrauen zu wissen, was richtig für mich und meine Umgebung ist, zumindest was ich nach aktuellem Stand meiner Erkenntnisse dafür halte.“ hat mir gefallen. Ich hoffe, dass viele Menschen bald mehr von sich selber und ihren guten Eigenschaften überzeugt sind, denn es stimmt schon, dass wenn man sich selber liebt, alles um einen herum besser wird.
    Liebe Grüße! 🙂

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    • Guten Morgen Didi,
      danke für Deinen Kommentar. 🙂 Um das zu erreichen, wäre es sinnvoll, schon im jungen Alter damit zu beginnen, starke Menschen zu bilden. Stichwort Lob statt Tadel. Das funktioniert.Selbst bei Erwachsenen! Ist aber nicht immer leicht (durchzuhalten). Liebe Grüße Mies

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      • Immer wieder gerne ! 🙂
        Ja allerdings, die meisten frisch gebackenen Eltern wissen auch meist gar nicht, wie. Und zudem wird das Selbstbild durch die ständige Präsenz der Medien ziemlich zerüttelt ( Stichwort: GNTM wo man schon zu den dünnen sagt, sie wären zu dick)
        Liebste Grüßte zurück! ❤

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      • Oh ja. Dazu gibt es wohl eine Zeichentrick – Form von GNTM. Für Kinder 😦 ! Meine Nichte erzählte davon.
        Aber ich bin guter Dinge, dass das Pendel wieder in die andere Richtung umschlagen wird. Eine gaaaanz leichte Tendenz zur etwas muskulöseren Körperform ist schon zu erahnen, was meinst Du? Und man sollte gegenhalten, woimmer es geht. Bei manchen Fotoshootings kommt immer wieder dieser böse Geist, der jemanden sagen lässt, dass Mann/Frau so abgelichtet nicht schlank genug wirkt. Dabei meine ich in diesem Moment, es ist bestens, wie es ist. Wenn ich schon mal im Internet unterwegs bin, auf manchen Blogs oder sonst wo, stelle ich immer wieder fest, wie viele der Bilder „bearbeitet“ sind. Nur die erste Wahrnehmung der allermeisten Betrachter ist eine andere, die Zeit ist viel zu kurz, um das zu erkennen. Nehmen wir also die Säge und das Messer, und basteln mal etwas herum, … 😉 GLG 🙂

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