Amsterdam – Stadt im Fluss (99)

Sis jeans hintern   mies-vandenbergh-fotografie

mies-vandenbergh-fotografie

 

Menschen in Amsterdam zu fotografieren ist eine wahre Freude. Fast so oft ich die Kamera mit einem fragendem Lächeln hoch gehalten habe, so oft bekam ich ein nickendes Lächeln geschenkt. Manchmal wurde sich sogar freudig in Pose gestellt. Einige Tage haben wir wieder in diesem Sommer dort verbringen können. Über diese Zeit dort schien mir alles sehr viel entspannter abzulaufen, als beispielsweise hier in Koblenz.(…nicht ohne den Umstand des Urlaubers selbst.)

Dabei ist Koblenz nicht mal eine Großstadt. Wenn man von der Größe her Köln noch in den Vergleich mit einbeziehen möchte, so empfinde ich die Geschäftigkeit nicht viel anders, doch in Amsterdam erscheint mir alles mehr im Fluss zu sein. Mit einer Gelassenheit bezeichnend durch die Menschen, die mehr hinsehen, als in Koblenz, wo die Menschen mehr hastig durch die Welt zu rennen scheinen. Es mag meine persönliche Erfahrung sein, und es sind stets nur Momentaufnahmen, doch diese erfahre ich seit meinem ersten Besuch der Stadt Amsterdam im Jahre 1980. Insgesamt durfte ich mich vielleicht an die 40 mal dort aufhalten. In den 1990er Jahren hatten gute Freunde von mir Freunde, die dort arbeiteten und lebten. Dadurch erhielten wir ein paar Jahre lang sogar einen Hauch von Eindrücken über den schnöden Alltag.

Warum ich das immer wieder so empfinde, kann ich nicht richtig erklären, es ist aber ein intensives Gefühl, das mich schon dann erfasst, wenn ich kurz vor der Ankunft dort bin. Ob es über Wasser -durch das IJ- ist, oder über die Straßen, es ist erhebend.

Ein bisschen erinnert es mich an Berlin, wo ich auch ein paar Jahre leben durfte. Das Lebensgefühl zu Berliner Zeiten erschien mir immer freier zu sein, als im Rheinland, natürlich beeinflusst durch die eigenen Lebensumstände, doch die waren durch Arbeitsalltag und restlicher Zeit nicht viel anders, als im Rheinland. Was ich wirklich anders empfinde, vergleicht man die Orte miteinander, und betrachtet seine Zeit dort im Rückblick, so machen es die Menschen der Städte aus. Einen Kontrast im Umgang miteinander, sowie die Wirkung ihrerseits im bloßen vorbeigehen verleiten mich zu diesen Wahrnehmungen..

Ohne meiner jetzigen Heimat eine gänzliche Provinzialität zu unterstellen, möchte ich den beiden anderen Orten dennoch eine größere Offenheit zusprechen. Und wenn ich dies beginnend nur an der Häufigkeit des erwidernden, freundlichen Lächelns seiner Einwohner festmache. Ein Freund aus der Vordereifel hat es mir mal so erklärt: Die Menschen hier in der Umgebung von Koblenz waren seit frühester Zeit ein armes Volk, das auch durch die vergleichsweise dünne Besiedlung immer schon weniger Kontakt zu ihren Mitmenschen hatten. Daher entstand im Laufe der Jahrhunderte eine Zurückhaltung gegenüber anderen Bewohnern.

Zur Zeit unsres Besuchs in Amsterdam hatten wir sonniges Wetter, was dazu beitrug, dass sich das Leben zum größten Teil auf den Plätzen, in den Gassen und auf den Grachten abspielte. Die Leute schlenderten und trödelten, es vermischten sich Touristen mit den Einheimischen. Menschen, mit denen wir in Kontakt traten begegneten uns freundlich, ganz gleich, ob im Handel, der Gastronomie, im Hafen, unter Passanten oder Bediensteten.

Vielleicht hängt es damit zusammen, dass in solch multikulturellen Metropolen die Andersartigkeit seiner Bewohner und Besucher als wahre Bereicherung verstanden wird. Dadurch wird jeder so akzeptiert, wie er ist. Es herrscht nach meinem Empfinden weniger Eifer, es scheint ein höheres Maß an Selbstzufriedenheit zu existieren.

Ich meine im übrigen nicht, dass es dem allgegenwärtigen Konsum von Haschisch zu verdanken ist, denn das sind zu bestimmten Zeiten nur bestimmte Menschen, die sich dazu hinreißen lassen, besonders Jugendliche und Touristen sitzen vermehrt in den Coffeeshops.

Auch den Problemen der Stadt möchte ich nicht blauäugig gegenüber stehen. Es gibt diese Probleme und Konflikte genau so, wie in anderen Städten. Wie sonst hätte es vor kurzer Zeit zu den rechtsradikal motivierten Taten kommen können und das ausgerechnet im so liberalen Amsterdam.

Ich aber möchte speziell dem jetzt und hier nicht weiter nachgehen, sondern mich den positiven Erfahrungen hingeben. Einiges an Material wartet auf die Entwicklung im Raw-Konverter, ich bin sehr gespannt auf die Wiederentdeckungen am heimischen Bildschirm in den nächsten Wochen.

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