Sympathie und sexuelle Anziehungskraft (97)

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Attraktivität – Aussehen – sexuelle Anziehungskraft – Sympathie – Schönheit

Diese Auswahl an Begriffen benennt eine Reihe der möglichen Herangehensweisen, welche beschreiben, wie ein erster optischer Kontakt zwischen zwei Menschen verstanden werden kann, wenn sie sich in informeller Situation begegnen.

Ich sehe jemanden, der, wie ich, einem mäandernden Bachlauf eines japanischen Gartens besondere Aufmerksamkeit schenkt. Es ist in diesem Falle ein Mann oder eine Frau in meinem Alter.

Nachdem ich die Person angesehen habe, finden in mir bestimmte Prozesse statt, die durch die o.g. Begriffe umschrieben werden. Ich erkenne, ob der Mensch sympathisch ist. Ich schätze sein Aussehen ein. Mir wird sofort bewusst, ob der Mensch attraktiv ist. Ich spüre schon beim ersten Blickkontakt, ob der Mensch für mich sexuell anziehend ist. Ist der Mensch schön, sehe ich dies meist schnell.

Auf der anderen Seite erkenne ich auch die mögliche negative Ausprägung der Person vor mir. Ich empfinde sofort eine abstoßende Schwingung, und der Mensch ist mir sogleich unsympathisch. Ich wäge sein Aussehen ab und bei negativem Äußerem sehe ich nicht weiter hin. (Es kann sogar soweit kommen, dass ich diesen Menschen dann nicht einmal wahrnehme!) Ist er unattraktiv, so wird er für mich zum Gegenstand Körper, damit meine ich, ich sehe, dass der Mensch dort verweilt, beschäftige mich jedoch in keinster Weise mit ihm. Nicht sexuell anziehend bedeutet nicht so viel in diesem Moment, denn das würde nur in positiver Weise eine Auswirkung nach sich ziehen. Hier hätte es nur dann eine Funktion, wenn ich auf der Suche nach sexuellem Kontakt respektive einem Partner wäre. Bei entschiedener Hässlichkeit würde es wahrscheinlich wieder zu einer Ignoranz oder wenigstens Desinteresse an der Person führen.(von Abstoßung ganz zu schweigen)

Beim Zusammenspiel all der o.g. Herangehensweisen nimmt jede einzelne einen mehr oder weniger intensiven Platz ein. Diese optischen und in uns allen automatisierten Verhaltensweisen werden bei dieser Begegnung natürlicherweise durch jene persönlichen Umstände beeinflusst, in denen wir uns gerade befinden. Um wenige davon kurz zu erläutern, eine kleine Aufzählung:

· Wäre ich Single, so würde die sexuelle Anziehungskraft eine dementsprechende Bedeutung einnehmen.
· Wäre ich wohlgemut, so würde ich dem Menschen mit einer positiven Grundhaltung begegnen.
· Würde mir die Zeit knapp sein, so würde ich kaum Raum finden, mich auf den Fremden ein Stück weit einzulassen.
· Wäre ich ein offener Mensch, so würde ich ich zur fremden Person verbalen Kontakt aufnehmen.

Diese kleine Auswahl verschiedener Prämissen zeigt schon ihre multiplikatorische Wirkung. Vernachlässige ich diese Umstände, so lässt sich verallgemeinert folgende Überlegung für mich anstellen:

Ich nehme die Person im japanischen Garten in einer speziellen Weise wahr. Ich sehe ihre Erscheinung, (Geschlecht, Größe, Breite, Alter) sehe sie wahrscheinlich an, und binnen weniger Zehntelsekunden werden alle die o.g. Prozesse der Einschätzung abgeschlossen sein. Was als Wirkung bezeichnet wird, besteht aus vielen Einzelkomponenten, die in uns Betrachtern durch die einzelnen, instinktiven Schritte in unserem Unterbewusstsein blitzartig zu einem Gesamtbild zusammengefügt wird.

SYMPATISCH ODER NICHT?

ATTRAKTIV ODER NICHT?

ALS THEORETISCHER LEBENSPARTNER DENKBAR ODER NICHT?

und und und ……

Und das Fazit der kleinen Überlegung? Sender und Empfänger der optischen Reize wirken stets im Zusammenhang und unter dem Einfluss mannigfaltiger Variablen. Setze ich voraus, dass sich beide wahrnehmen, so kann ich das Ergebnis des optischen Kontaktes immer als eine Summe der einzelnen Rahmenbedingungen betrachten. Mich interessieren die Wirkungsweisen dieser Rahmenbedingungen ungemein.

Während meines nicht zuende geführten Studiums der Philosophie habe ich die Fragestellung immer wieder aus der Sicht des Logos versucht zu beleuchten. Es gelang mir mehr schlecht als recht. Ich musste immer wieder leidvoll feststellen, dass es sich bei der Beziehung zwischen zwei Menschen nicht nur um das Resultat aus Ursache und Wirkung handelt. Seit ich mich beginnend mit der Verhaltensforschung(mit ein wenig Neurologie), Soziologie und Psychologie beschäftige, finde ich manche Antwort auf früher gestellte Fragen.

Ob sich neue Erkenntnisse manipulativ auf mein Verhalten auswirken, das möchte ich hier stark anzweifeln. Schon allein deshalb, weil ich nicht der Mensch bin, gewonnene Erkenntnisse umgehend in die Tat umzusetzen.😉 Wenn ich eine Veränderung bestätigen kann, so ist es die, dass ich durch die für mich spannenden Ergebnisse zu einer größeren Gelassenheit gelangt bin.🙂

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