Amsterdam – Stadt im Fluss (99)

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Menschen in Amsterdam zu fotografieren ist eine wahre Freude. Fast so oft ich die Kamera mit einem fragendem Lächeln hoch gehalten habe, so oft bekam ich ein nickendes Lächeln geschenkt. Manchmal wurde sich sogar freudig in Pose gestellt. Einige Tage haben wir wieder in diesem Sommer dort verbringen können. Über diese Zeit dort schien mir alles sehr viel entspannter abzulaufen, als beispielsweise hier in Koblenz.(…nicht ohne den Umstand des Urlaubers selbst.)

Dabei ist Koblenz nicht mal eine Großstadt. Wenn man von der Größe her Köln noch in den Vergleich mit einbeziehen möchte, so empfinde ich die Geschäftigkeit nicht viel anders, doch in Amsterdam erscheint mir alles mehr im Fluss zu sein. Mit einer Gelassenheit bezeichnend durch die Menschen, die mehr hinsehen, als in Koblenz, wo die Menschen mehr hastig durch die Welt zu rennen scheinen. Es mag meine persönliche Erfahrung sein, und es sind stets nur Momentaufnahmen, doch diese erfahre ich seit meinem ersten Besuch der Stadt Amsterdam im Jahre 1980. Insgesamt durfte ich mich vielleicht an die 40 mal dort aufhalten. In den 1990er Jahren hatten gute Freunde von mir Freunde, die dort arbeiteten und lebten. Dadurch erhielten wir ein paar Jahre lang sogar einen Hauch von Eindrücken über den schnöden Alltag.

Warum ich das immer wieder so empfinde, kann ich nicht richtig erklären, es ist aber ein intensives Gefühl, das mich schon dann erfasst, wenn ich kurz vor der Ankunft dort bin. Ob es über Wasser -durch das IJ- ist, oder über die Straßen, es ist erhebend.

Ein bisschen erinnert es mich an Berlin, wo ich auch ein paar Jahre leben durfte. Das Lebensgefühl zu Berliner Zeiten erschien mir immer freier zu sein, als im Rheinland, natürlich beeinflusst durch die eigenen Lebensumstände, doch die waren durch Arbeitsalltag und restlicher Zeit nicht viel anders, als im Rheinland. Was ich wirklich anders empfinde, vergleicht man die Orte miteinander, und betrachtet seine Zeit dort im Rückblick, so machen es die Menschen der Städte aus. Einen Kontrast im Umgang miteinander, sowie die Wirkung ihrerseits im bloßen vorbeigehen verleiten mich zu diesen Wahrnehmungen..

Ohne meiner jetzigen Heimat eine gänzliche Provinzialität zu unterstellen, möchte ich den beiden anderen Orten dennoch eine größere Offenheit zusprechen. Und wenn ich dies beginnend nur an der Häufigkeit des erwidernden, freundlichen Lächelns seiner Einwohner festmache. Ein Freund aus der Vordereifel hat es mir mal so erklärt: Die Menschen hier in der Umgebung von Koblenz waren seit frühester Zeit ein armes Volk, das auch durch die vergleichsweise dünne Besiedlung immer schon weniger Kontakt zu ihren Mitmenschen hatten. Daher entstand im Laufe der Jahrhunderte eine Zurückhaltung gegenüber anderen Bewohnern.

Zur Zeit unsres Besuchs in Amsterdam hatten wir sonniges Wetter, was dazu beitrug, dass sich das Leben zum größten Teil auf den Plätzen, in den Gassen und auf den Grachten abspielte. Die Leute schlenderten und trödelten, es vermischten sich Touristen mit den Einheimischen. Menschen, mit denen wir in Kontakt traten begegneten uns freundlich, ganz gleich, ob im Handel, der Gastronomie, im Hafen, unter Passanten oder Bediensteten.

Vielleicht hängt es damit zusammen, dass in solch multikulturellen Metropolen die Andersartigkeit seiner Bewohner und Besucher als wahre Bereicherung verstanden wird. Dadurch wird jeder so akzeptiert, wie er ist. Es herrscht nach meinem Empfinden weniger Eifer, es scheint ein höheres Maß an Selbstzufriedenheit zu existieren.

Ich meine im übrigen nicht, dass es dem allgegenwärtigen Konsum von Haschisch zu verdanken ist, denn das sind zu bestimmten Zeiten nur bestimmte Menschen, die sich dazu hinreißen lassen, besonders Jugendliche und Touristen sitzen vermehrt in den Coffeeshops.

Auch den Problemen der Stadt möchte ich nicht blauäugig gegenüber stehen. Es gibt diese Probleme und Konflikte genau so, wie in anderen Städten. Wie sonst hätte es vor kurzer Zeit zu den rechtsradikal motivierten Taten kommen können und das ausgerechnet im so liberalen Amsterdam.

Ich aber möchte speziell dem jetzt und hier nicht weiter nachgehen, sondern mich den positiven Erfahrungen hingeben. Einiges an Material wartet auf die Entwicklung im Raw-Konverter, ich bin sehr gespannt auf die Wiederentdeckungen am heimischen Bildschirm in den nächsten Wochen.

Vom Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen (98)

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„Ich sehe so aus, wie ich aussehe!“ „I am what I am!“

Von Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein ist die Rede. Ich möchte den Bogen spannen von hier zum Aussehen hin, und weiter zu der Erkenntnis hinarbeiten, dass der Wert eines Menschen nicht von seinem Äußeren bestimmt ist. Das Äußere jedes Einzelnen hat natürlich einen Wert, doch der macht nicht den Menschen aus. Sein Wirken ist es schlussendlich, was den Menschen ausmacht, denn der abgewandelte Spruch: „Die Worte hör‘ ich wohl, allein mir feh’n die Taten…“ beinhaltet das gesamte Leben. Wir zeichnen uns durch das aus, was wir geschaffen haben, erwirkt haben.

Die ersten leisen Töne des Pfades zum Selbstbewusstsein vernehme ich, wenn ich beginne, mich selbst wahrzunehmen. Ich beginne zu erkennen, wenn ich hinsehe. Durch meine eigenen Augen, nicht durch die Augen anderer Leute soll ich mich sehen. Ich muss lernen, mich so wahrzunehmen, wie ich bin, nicht so, wie ich gerne wäre. Das heißt nicht, dass ich meine Visionen begraben sollte, denn die sind der Motor auf dem Weg des Lebens, ich muss nur als Fundament bei der Erkenntnis von mir selbst beginnen. Wie schwer das ist, davon kann jeder selbst ein Lied singen. Doch es hilft nicht. Gehe ich von irrigen Annahmen aus, so komme ich zu keiner wahrhaften Erkenntnis. Auch unser Aussehen bildet da keine Ausnahme.

Plakativ gesagt ist es so, wenn ich ein gesundes Selbstbewusstsein habe, so strahle ich das auf mein Äußeres aus. Nicht überkandidelt, keine Selbstüberschätzungen führen mich weiter, nur die wahrhafte Auseinandersetzung bringen mich dahin. Reflektiere ich mein Äußeres, wie meine Handlungen, meine Worte, meine Ideen und Ziele, meine Wünsche und Gedanken, so weiß ich um mich und um mein Aussehen. Danach richtet sich meine Kleidung, meine Mode, mein Haarschnitt, wie meine Neigung zu Kosmetika.

Weiß ich von mir, weiß ich, was ich MIR wert bin, so entsteht meiner Ansicht nach ein harmonisches Äußeres. Bin ich unsicher, so schwanke ich, in der Kleidung wie im Leben, weil ich nicht weiß, wie ich reagiere. Ich kenne mich dann nicht, weil ich nicht erkannt bin. Weiß ich von mir, liegt es an mir, diese Erkenntnis souverän umzusetzen. Gefeit vor Irrtümern ist man natürlich nicht, weil man nicht immer und ausschließlich wahrhaftige Erkenntnisse gewinnt, dafür ist man zu sehr Mensch. Doch darum geht es nicht, den diese Irrungen und Wirrungen bieten manches Mal einen neuen Ansatz, der uns zu neuen, vielleicht unausgetretenen Pfaden geleitet. So wie der Schritt zurück uns erst die klare Sicht auf unser Selbst gewährt.

Es ist unser Bewusstsein, das uns Vertrauen in uns selbst setzt. Wenn ich weiß, was ich bin, was ich kann, was ich fühle und wünsche, so kann ich darauf vertrauen zu wissen, was richtig für mich und meine Umgebung ist, zumindest was ich nach aktuellem Stand meiner Erkenntnisse dafür halte. Danach in aller Gelassenheit zu handeln, und so auch meine Äußerlichkeiten zu formen ist für mich ein erstrebenswertes Ziel. Damit bieten wir auch anderen Menschen einen Halt im Umgang mit uns, und wir werden durch unsere Selbstsicherheit zu Leuchttürmen im Leben unserer Freunde und Partner.

Manifestiert sich dies in unserem Äußeren, so sind wir weit weg von Mode jeder Art, von Strömungen und Trends, wir werden eher zu Trendsettern. Wir können so jenseits von „Hüh oder Hott“ unseren eigenen Stil leben, der durch das Authentische in unserem Wesen und unserer Erscheinung ein Charisma entstehen lässt.

Ich plädiere für die erfolgreiche Weitergabe dieser Erkenntnis, mit einer inneren Ruhe sowie einer vernünftigen Wertschätzung eines jedes Einzelnen von uns zu einem konsistenten, authentischen Wesen zu werden, uns so zu formen, oder vielmehr sich dahin zu entwickeln. Ein Kern der Angelegenheit ist es damit, unsere Kinder so zu fördern, dass sie zu Menschen werden, die sich selbst wertschätzen lernen.

Und auch wir sind nie zu alt, das zu lernen.

Sympathie und sexuelle Anziehungskraft (97)

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Attraktivität – Aussehen – sexuelle Anziehungskraft – Sympathie – Schönheit

Diese Auswahl an Begriffen benennt eine Reihe der möglichen Herangehensweisen, welche beschreiben, wie ein erster optischer Kontakt zwischen zwei Menschen verstanden werden kann, wenn sie sich in informeller Situation begegnen.

Ich sehe jemanden, der, wie ich, einem mäandernden Bachlauf eines japanischen Gartens besondere Aufmerksamkeit schenkt. Es ist in diesem Falle ein Mann oder eine Frau in meinem Alter.

Nachdem ich die Person angesehen habe, finden in mir bestimmte Prozesse statt, die durch die o.g. Begriffe umschrieben werden. Ich erkenne, ob der Mensch sympathisch ist. Ich schätze sein Aussehen ein. Mir wird sofort bewusst, ob der Mensch attraktiv ist. Ich spüre schon beim ersten Blickkontakt, ob der Mensch für mich sexuell anziehend ist. Ist der Mensch schön, sehe ich dies meist schnell.

Auf der anderen Seite erkenne ich auch die mögliche negative Ausprägung der Person vor mir. Ich empfinde sofort eine abstoßende Schwingung, und der Mensch ist mir sogleich unsympathisch. Ich wäge sein Aussehen ab und bei negativem Äußerem sehe ich nicht weiter hin. (Es kann sogar soweit kommen, dass ich diesen Menschen dann nicht einmal wahrnehme!) Ist er unattraktiv, so wird er für mich zum Gegenstand Körper, damit meine ich, ich sehe, dass der Mensch dort verweilt, beschäftige mich jedoch in keinster Weise mit ihm. Nicht sexuell anziehend bedeutet nicht so viel in diesem Moment, denn das würde nur in positiver Weise eine Auswirkung nach sich ziehen. Hier hätte es nur dann eine Funktion, wenn ich auf der Suche nach sexuellem Kontakt respektive einem Partner wäre. Bei entschiedener Hässlichkeit würde es wahrscheinlich wieder zu einer Ignoranz oder wenigstens Desinteresse an der Person führen.(von Abstoßung ganz zu schweigen)

Beim Zusammenspiel all der o.g. Herangehensweisen nimmt jede einzelne einen mehr oder weniger intensiven Platz ein. Diese optischen und in uns allen automatisierten Verhaltensweisen werden bei dieser Begegnung natürlicherweise durch jene persönlichen Umstände beeinflusst, in denen wir uns gerade befinden. Um wenige davon kurz zu erläutern, eine kleine Aufzählung:

· Wäre ich Single, so würde die sexuelle Anziehungskraft eine dementsprechende Bedeutung einnehmen.
· Wäre ich wohlgemut, so würde ich dem Menschen mit einer positiven Grundhaltung begegnen.
· Würde mir die Zeit knapp sein, so würde ich kaum Raum finden, mich auf den Fremden ein Stück weit einzulassen.
· Wäre ich ein offener Mensch, so würde ich ich zur fremden Person verbalen Kontakt aufnehmen.

Diese kleine Auswahl verschiedener Prämissen zeigt schon ihre multiplikatorische Wirkung. Vernachlässige ich diese Umstände, so lässt sich verallgemeinert folgende Überlegung für mich anstellen:

Ich nehme die Person im japanischen Garten in einer speziellen Weise wahr. Ich sehe ihre Erscheinung, (Geschlecht, Größe, Breite, Alter) sehe sie wahrscheinlich an, und binnen weniger Zehntelsekunden werden alle die o.g. Prozesse der Einschätzung abgeschlossen sein. Was als Wirkung bezeichnet wird, besteht aus vielen Einzelkomponenten, die in uns Betrachtern durch die einzelnen, instinktiven Schritte in unserem Unterbewusstsein blitzartig zu einem Gesamtbild zusammengefügt wird.

SYMPATISCH ODER NICHT?

ATTRAKTIV ODER NICHT?

ALS THEORETISCHER LEBENSPARTNER DENKBAR ODER NICHT?

und und und ……

Und das Fazit der kleinen Überlegung? Sender und Empfänger der optischen Reize wirken stets im Zusammenhang und unter dem Einfluss mannigfaltiger Variablen. Setze ich voraus, dass sich beide wahrnehmen, so kann ich das Ergebnis des optischen Kontaktes immer als eine Summe der einzelnen Rahmenbedingungen betrachten. Mich interessieren die Wirkungsweisen dieser Rahmenbedingungen ungemein.

Während meines nicht zuende geführten Studiums der Philosophie habe ich die Fragestellung immer wieder aus der Sicht des Logos versucht zu beleuchten. Es gelang mir mehr schlecht als recht. Ich musste immer wieder leidvoll feststellen, dass es sich bei der Beziehung zwischen zwei Menschen nicht nur um das Resultat aus Ursache und Wirkung handelt. Seit ich mich beginnend mit der Verhaltensforschung(mit ein wenig Neurologie), Soziologie und Psychologie beschäftige, finde ich manche Antwort auf früher gestellte Fragen.

Ob sich neue Erkenntnisse manipulativ auf mein Verhalten auswirken, das möchte ich hier stark anzweifeln. Schon allein deshalb, weil ich nicht der Mensch bin, gewonnene Erkenntnisse umgehend in die Tat umzusetzen. 😉 Wenn ich eine Veränderung bestätigen kann, so ist es die, dass ich durch die für mich spannenden Ergebnisse zu einer größeren Gelassenheit gelangt bin. 🙂

Pippa Middelton – Ein Po erregt die Geister (96)

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Es ist immer so eine Sache, wenn jemand über einen anderen Menschen schreibt. Besonders dann, wenn man ihn nicht einmal kennt. Fotos und Presseberichte sind dann die einzige Quelle. Leider weiß man von denen nicht einmal, ob die verantwortlichen Redakteure eine fundierte und sauber recherchierte Arbeit leisteten. Somit befinde ich mich weit entfernt von jeglichem persönlichen Kontakt, und könnte Inhalte nur nachplappern. Nicht so bei Fotos. Könnte man meinen.

Dennoch möchte ich mich an eine Beschreibung dessen geben, was über den Menschen verbreitet wird, weil die Person, deren Aussehen meine Aufmerksamkeit geweckt hat, häufig dann Erwähnung findet, wenn es um das Thema Hintern geht. Ich reduziere sie keineswegs darauf, doch an dieser Stelle, in diesem Blog, geht es schließlich um das vordergründig Optische. Menschlich steht sie für mich als Fremden ausser Reichweite. Also der vielen Bilder wegen und der Beschäftigung mit dem Thema Po möchte ich über Pippa Middelton schreiben.

Für Menschen der Öffentlichkeit, zu denen sie zweifelsohne gehört, wird es stets ein Thema sein, wie oft und mit welchem Inhalt ihr Konterfei in den Medien gezeigt wird.
War der Auslöser bei Pippa Middelton ihr Aussehen auf der Hochzeit ihrer Schwester Kate, dabei speziell ihr Po, der sich durch ihr Kleid eher vage abzeichnete, durch die ausgesprochen harmonische Form aber fast überall Begeisterung hervor rief, so möchte ich die Frage stellen, ob nicht schon im Vorfeld bei 1. der Wahl der Kleidung für 2. solch ein besonderes Ereignis, 3. in solch einer in der großen Weltöffentlichkeit beachteten Familie, 4. unter Mitwirkung von standesgemäß geschulten Beratern, 5. von der unübersehbaren Tatsache der wohlgeformten Proportionen von Pippa -wie auch ich finde- und 6. ihrer Rolle bei der Zeremonie ein wenig Absicht, vermischt mit dem allgegenwärtigen Wunsch aller Menschen nach Schönheit, Verzauberung, Gefallen und Begeisterung dahinter vermutet werden darf?

Wenn dem so sei, so frage ich weiter, weshalb konnte die Tatsache in dieser Ausführlichkeit in den Medien solche Erwähnung finden. Neben dem eigentlichen Ereignis, immerhin einer live im Fernsehen übertragenen Hochzeit eines Prinzen und einer Prinzessin, war der Nachhall über Pippas Kleid, respektive Popo fast ebenso groß, wie der dieser Hochzeit selbst. Welche Schlüsse kann man daraus entnehmen? Wäre eine kurze Meldung nicht Zeugnis für den stets betont hohen Stand der Aufklärung in unserer Gesellschaft gewesen? Oder zeugt die ausführliche Berichterstattung über einen Hintern als deutlicher Beweis dafür, dass wir doch nicht so aufgeklärt daher kommen?

Für mich als Schöngeist wurde ich so auf eine sehr schöne Figur einer Frau aus England aufmerksam, oder vielleicht doch auf eine Frau aus England mit einer tollen Figur. Waren die Bilder ansonsten ein Anlass dafür, dass viele der vergeistigten Zuseher sich dennoch dabei ertappen konnten, etwas zu bemerken, das in dieser Form nur heimlich betrachtet und wahrgenommen zu werden gepflegt wird? So konnte doch wunderbar und ganz ungeniert in den Tenor der Entrüstung gestoßen werden.

Durch die vielbeachteten Fotografien im Brautkleid kamen in der Folgezeit und kommen bis heute immer wieder neue Schnappschüsse in die Medien, die Pippa Middelton in vielen verschiedenen, gerne engen Kleidungsstücken abbilden, dabei häufig ihren Popo.

Dazu gerne ein paar Links:

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Nach den vielen inhaltslosen Beiträgen, etwa wie dieser, oder dieser, wurde ihr Hintern zum Paradebeispiel für die Form des vielseits begehrten Pfirsich-Po’s.

Irgendwann werden die Klatschspalten vermutlich genug davon haben, nämlich dann, wenn der Zuschauer und Leser sich wieder einmal auf einen neuen Hype einlässt. Für Pippa Middelton dürfte es zumindest dahingehend eine weniger große Rolle spielen, als sie vermutlich weiterhin gerne enge Jeans tragen wird.

Schönheit liegt NICHT im Auge des Betrachters, Teil 3 (95)

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Im 3. Teil möchte ich der Frage nachgehen, in wie weit wir Abweichungen vom Schönheitsideal mit anderen Vorzügen ausgleichen können, wenn man danach überhaupt fragen möchte. Versuche ich es mal. Vom Aussehen des Durchschnittsmenschen sind die Mehrheit der Menschen mehr oder weniger weit entfernt. Dabei kann die Abweichung in die eine sowie die andere Richtung der Attraktivitätsskala ausschlagen.

Für die erste Begegnung mit einem anderen Menschen zählt fast nur unser Aussehen. Dazu gehört noch unsere Mimik und Gestik. Liegt dabei nicht etwa ein grober Makel vor, aus einer Krankheit oder einem genetischen Defekt, einer Essstörung oder einem Unfall, so haben wir alle Chancen, den Menschen vorbehaltlos kennen zu lernen. Es kommt dann auf unser Wesen, auf unseren Charakter und unsere Ausstrahlung an.

Weichen unsere äußere Erscheinung, unser Aussehen in den Proportionen, unsere Größe und unsere Haltung jedoch in erkennbarer Weise von einem durchschnittlich attraktiven Menschen ab, so verlieren wir einen Bonus, der dem schönen Menschen im Voraus stets gewährt wird, wie viele Studien es belegen.

Um einen anderen Menschen näher kennen zu lernen, bedarf es dann einer besonderen Situation. Davon gibt es unzählige, doch diese zu beschreiben würde den Beitrag überfrachten. Gibt es ihn, d.h. gerate ich in solch einer Situation an einen fremden und gleichzeitig interessanten Menschen, scheint mein Aussehen dann nur sekundär zu sein? Oberflächlich neigt der ein oder andere diese Frage schnell zu bejahen. Doch ich möchte das hier explizit in Frage stellen. Da ich an dem Punkt zumindest über den Status der optischen Einschätzung hinaus zu sein scheine, so spielen in diesem Moment Dinge wie etwa die Stimme, unsere Wortwahl, unser Wissen, unsere innere Ruhe, unsere innere Wärme eine richtungsweisende Rolle.

Doch der Moment wird unweigerlich kommen, an dem wir angeschaut werden. Spätestens dann kommen die unvermeidbaren Einschätzungen des Anderen, immer und sicher. Und an genau diesem Punkt wird die eingangs gestellte Frage beantwortet, nämlich: Können meine Charaktereigenschaften meine optischen Defizite – die ich willkürlich unterstellt wissen möchte – ausgleichen?

Das wird im Einzelfall durchweg individuell entschieden, doch in der theoretischen allgemeinen Betrachtung unter Berücksichtigung von differenzierten Forschungsergebnissen verhindert ein optischer Mangel häufig eine weitergehende, vertiefende Beziehung, häufiger als ein entsprechend wertiger Charaktermangel. Eine Folge vom optisch geleiteten Wesen Mensch?

Ich möchte hinzufügen, dass es dabei natürlich wesentlich auf die Intention der Begegnung ankommt, sowie auf die emotionale Reife der Beteiligten. Ich gehe in meiner Betrachtung grundsätzlich von einem informellen Kennenlernen aus. (Interessant finde ich dabei unsere versteckten Antriebe und wie sie in uns wirken.)

Die eingangs gestellte Frage ist damit rudimentär, es ist für mich schwer abzuleiten, ob aus der Summe der Einzelfälle eine These entwickelt werden kann, welche einer statistischen Auswertung stand halten könnte. Ich nehme für meine Einschätzung die Erfahrungen meiner befragten Freunde und Bekannten, damit sind meine Ergebnisse nicht repräsentativ, nur tendenziell.

Ich komme durch die Befragungen also zur Tendenz, dass bestimmte, deutliche Defizite nur sehr schwer ausgeglichen werden können. Besonders interessant erscheint mir dabei die Tatsache, dass auch weniger deutliche Defizite durch unterschwellig wirkende Mechanismen in uns als Betrachter zu Dissonanzen führen können, die sogar letztendlich in der Lage sind, eine Beziehung zu verhindern. Diese Mechanismen zu ergründen wäre noch eine spannende Aufgabe.

Und dennoch. Die Realität schreibt häufig eine andere Geschichte. Da sich unser Aussehen wie auch unser Charakter im Laufe unseres Lebens kontinuierlich verändern und entwickeln, finden sich fast immer Menschen, die diese Entwicklung reflektieren und uns, den anderen Menschen, als Einheit verstehen und auch in dieser Weise auf ihn eingehen können. Notwendig dafür ist nur die Zeit. An ihr, so ist zu hoffen, sollte es uns nicht mangeln, d.h. wir sollten sie uns nehmen!

Schönheit liegt NICHT im Auge des Betrachters, Teil 2 (94)

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Schönheit liegt nicht im Auge des Betrachters, Teil 2

War die Frage im ersten Teil, ob sich ein Standard finden lässt, um Schönheit zu beschreiben, so möchte ich hier weiter ahn der Beantwortung arbeiten. Ausgehend von der These, dass attraktiv der Mensch dann für einen anderen Menschen ist, wenn er oder sie für die Reproduktion der Gattung Homo sapiens sapiens geeignet zu sein scheint, ändere ich die Fragestellung dahingehend ab.

Findet sich beim einen Volk als ausgesprochener Vorzug ein um das doppelte verlängerter Hals, so kann es beim anderen eine schlanke Taille sein und beim nächsten Volk ein großer fester Po sein. Da es sich bei den nur drei erwähnten Vorzügen um sehr unterschiedliche optische Besonderheiten handelt, und dennoch eine jeweils hohe Attraktivität für alle innerhalb der ethnologischen Gemeinschaft attestiert werden würde, so sollte sich eine allgemeinere Formulierung zur Beschreibung eines Schönheitsideals finden lassen.

Jemand ist also dann attraktiv, wenn er oder sie eine Reihe von ethnologisch spezifischen Anforderungen, die in der jeweiligen Gemeinschaft allgemein anerkannt sind, aufweisen. Diese gilt es zu finden. Da der Mensch in erster Linie ein visuelles Wesen ist, geschieht das zuerst durch Ansehen. Unseren genetisch-biologischen Auftrag stets im Hintergrund, suchen wir nach Menschen als Partner, Freund und Freundin oder Vorbild, die diesem Bild möglichst nahekommen. IMMER! Sie sind uns immer lieber, als Menschen ohne diese Vorzüge, ob in allernächster Umgebung, oder in den Medien aller Art.

Sieht man nicht mit der klaustrophobischen Brille des Lokalpatriotismus auf die Gesellschaften der Länder der Erde, so lassen sich durchaus allgemeingültige Schönheitsideale formulieren, nur nicht in der uns geläufigen Form von „Schlank ist schön“, sondern in einer weiter gefassten Art und Weise: Schön ist ein Mensch dann, wenn er einen bestimmten Teil der Ideale seiner Kultur aufweist. Das trifft so ausgedrückt auf fast alle Menschen der Erde zu.

Was lässt sich daraus entnehmen, welche Schlüsse kann ich daraus ziehen?

Es gibt nicht DEN schönen Menschen auf der Erde, es gibt nur ein Ideal für alle Menschen auf der Erde, und das lässt sich so beschreiben, als es einen Typ Mensch beschreibt, der je nach Kulturkreis schon einen Standard darstellt, an dem sich die Mitglieder dieser Gemeinschaft orientieren, mit der eigenen Definition von Schönheit.
Es spielt dabei keine Rolle, ob der Hals um fünfzig Prozent länger ist, oder ob der Hintern die Größe von zwei Galliamelonen hat, es ist von Bedeutung, was es für die Gemeinschaft bedeutet, in der man lebt. Des weiteren ist es von Bedeutung, wie die Teilnehmer der Gemeinschaft mit der Wertigkeit der Attraktivität umgehen. Danach zu streben, ob für sich selbst oder beim Partner, darin unterscheiden sich die Kulturen nur wenig. Schließlich wollen wir alle doch nur den bestmöglichen Partner für die bestmögliche Erhaltung unserer Art finden und mit ihm zusammenbleiben.