Schönheit liegt NICHT im Auge des Betrachters! Teil 1 (93)

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Schönheit liegt NICHT im Auge des Betrachters!

Welch gewagte Aussage, finden doch nicht alle Menschen gemein hin als schön geltende Menschen auch schön. Gefällt der einen ein kleiner Po besser, so gefällt der anderen ein muskulöser Po viel mehr. Um nur ein Beispiel zu nennen, dass in allen Bereichen des Aussehens Anwendung finden kann. Die Frage ist an dieser Stelle, ob allgemeingültige Standards formuliert werden können, ob es nicht schon längst geschehen ist oder ob es vielleicht gar nicht möglich ist.

Wie würde ein solcher Standard aussehen? Um einen Ansatz aus der Evolution zu entwickeln, möchte ich die rudimentäre Prämisse der Arterhaltung zu Grunde legen. Zwar ist nicht jede Attraktivitätsbekundung auf mögliche Fortpflanzungsüberlegungen ausgelegt, jedoch stelle ich dies als weitestgehende Basis an den Beginn dieser menschlichen Handlungsweise.

Um mich erfolgreich fortpflanzen zu können brauche ich bei der vorhandenen zweigeschlechtlichen Art und Weise der Vermehrung unbedingt neben der gleichen Gattung, nämlich Mensch, einen Vertreter des anderen Geschlechts. Da ich mich erfolgreich vermehren möchte, bzw dies in meinen Erbanlagen verankert ist, versuche ich, meine Gene weiter zu geben. Für die erfolgreiche Arterhaltung brauche ich einen möglichst gesunden Geschlechtspartner.

Daraus resultieren ganz bestimmte Vorgaben. Ich muss in der Lage sein, gesunde Partner zu erkennen. Es existieren demnach bestimmte optische Merkmale, die einen Hinweis in sich tragen, ob ein möglicher Partner für die Weitergabe meiner Gene grundsätzlich in Frage kommt oder ob nicht, d.h. ob ich ihn für geeignet halte.

Diese optischen Merkmale, die weitestgehend in der Phase des Kennenlernens ihre größte Bedeutung haben, gilt es zu finden, zu benennen. Dabei wird es nicht bei den optischen Merkmalen allein bleiben, denn für die erfolgreiche Weitergabe der Gene an die nächste Generation ist viel mehr notwendig, als gesundes Aussehen in einem möglichst gesunden Körper. Durch die ungewöhnlich lange Zeitspanne der Brutpflege bei Säugetieren, insbesondere bei uns Menschen, spielen weitere wichtige Aspekte eine entscheidende Rolle. Faktoren oder Eigenschaften wie z.B. Fürsorge, Zuverlässigkeit, Treue, Durchsetzungsvermögen, Ehrlichkeit sind für den Erfolg der Genweitergabe in seinen Nachkommen nicht zu vernachlässigen.

Doch vorerst zurück zu den optischen Merkmalen. Evolutionsbiologisch betrachtet sind Abweichungen von einer Norm in den allermeisten Fällen kontraproduktiv. Ist ein Mensch stark verwachsen, so deutet es meist auf eine in der Vergangenheit gewirkt Anomalie hin, einen Mangel oder eine Krankheit. Da, vordergründig betrachtet, und unsere optische Bewertung ist -vorerst dahingestellt- erstmal nur vordergründig, wir danach trachten, unsere Gene erfolgreich, d.h. gesund weiterzugeben, erscheint uns der verwachsene Mensch folgerichtig als nicht attraktiv, nicht nur in körperlicher und optischer Hinsicht.

Für die Überlegung, ob im Rahmen der Attraktivitätsforschung die Möglichkeit besteht, einem definierten Standard näher zu kommen, schließt sich folgende Frage an die gerade gestellte Behauptung der Suche nach einem gesunden Partner an: Wie groß kann der Unterschied, der Grad der Anomalie sein, ohne dass wir Betrachter einen Verlust von Attraktivität diagnostizieren. Dabei spielen erneut mehrere Faktoren eine beeinflussende Rolle. Einer wäre folgender: Geht man vom Gesunden aus, setzt damit einen beliebigen Standard voraus, so wäre es interessant, welcher Mangel durch welche Vorzüge „ausgeglichen“ werden kann! Ein weiterer wäre dieser: In wie weit sind wir selbst überhaupt in der Lage, Gesundheit zu sehen, zu definieren, wenn ich bewusst oder unbewusst nach einer Verbreitung meiner Gene strebe, respektive Menschen für mehr oder weniger attraktiv halte. Ob ich hier die Beantwortung der letzten Fragestellung leisten kann, das möchte ich vorerst in Frage stellen.

Wende ich mich zur Frage nach dem Maße der Abweichung von der Norm, und den damit verbundenen Einbußen in der Attraktivität. Welche Abweichungen nach oben oder nach unten fallen unter eine Tolleranzgrenze, und ab wann überschreiten die Abweichungen diese Grenze?

Dieser Frage möchte ich in Teil zwei nachgehen.

2 Gedanken zu “Schönheit liegt NICHT im Auge des Betrachters! Teil 1 (93)

  1. Reading his „PROJEKT “ I see links with „EROS“ …. Paideia: The Ideals of Greek Culture: II. In Search of the Divine Centre
    by Werner Jaeger …. in the book tree – The Symposium: Eros, you can read in German, in English is tasty. Regards Juno

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    • Thank you very much, Juno 🙂 , it seems to be part of the theme i’m reading about, and I’ll try the ideas written by Werner Jaeger. Soon I’ll post some pics(from greek and roman museum of the former capitol of Germany, Bonn) and thoughts about the ideal body art of the greek skulpture. Friedly regards, Mies

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