Verfall der Schönheiten 1 (87)

wigg jeans hintern Mies-Vandenbergh-Fotografie

Mies-Vandenbergh-Fotografie

Vergänglichkeit der Körper

   Was geschieht mit unserer Schönheit im Laufe der Zeit? Ein schönes Kind wird zu einem schönen Jugendlichen? Ein schöner Jugendlicher wird zu einem schönen Twen? Ein schöner Twen wird zu einem schönen Erwachsenen? Ein schöner Erwachsener wird zu einem schönen Midager? Ein schöner Midager wird zu einem schönen Oldie?

Ist das der Weg, den unsere Schönheit beschreitet?

  So ist es vermutlich nicht. Ein schönes Kind entwickelt sich nicht immer zu einem schönen Jugendlichen. Es ist im Gegenteil oft so, dass gerade schöne Kinder nicht automatisch zu einem attraktiven Jugendlichen heranwachsen. Im Zuge der körperlichen Entwicklung kommt es in den unterschiedlichen Stadien zu Wachstumsschüben, die zur Folge haben, dass sich die Proportionen des Körpers immer wieder verschieben. Da die Attraktivität in entscheidendem Maße von diesen Proportionen abhängig ist, verändert sich das Maß der Attraktivität entsprechend.

   Dieses Wechselspiel hält so lange an, bis der Mensch seine Wachstumsphase beendet hat. Diese dauert ungefähr bis zum 21. Lebensjahr, bei Frauen endet sie etwas früher, etwa beim 19. Lebensjahr. Während der Entwicklung des Menschen spielen viele Faktoren eine Rolle. Die Versorgung mit gesunder Nahrung, mit ausreichend Getränken, ein seelisch und geistig gesundes Umfeld sind weithin bekannte Faktoren.

   In der Biometrie werden fortlaufend Daten gesammelt, welche vornehmlich der Modeindustrie zur Ermittlung der Konfektionsgrößen zur Verfügung gestellt wird, da Kleidung heutzutage nicht mehr maßgeschneidert, sondern von der Stange verkauft wird. Ab dem Stadium des jungen Erwachsenen werden die biometrischen Zahlen also stetiger und verlässlicher.

   Ein besonders interessantes Maß ist die Veränderung der Durchschnittsgröße der Menschen seit dem Zeitalter der Renaissance. Während die Größe sich in den Jahrhunderten zuvor kaum änderte (ca. 160-165cm beim Manne, 150-152cm bei der Frau), so stieg der Durchschnittswert in den letzten 250 Jahren auffallend deutlich um mehr als 15 cm! (Männer 178cm, Frauen 165cm)

   Nach dem Ende des Wachstums bleiben dem Menschen für zirka 20 Jahre seine größten Kräfte erhalten, er ist auf seinem Leistungszenith. Ab dem 40. Lebensjahr beginnt die körperliche Leistungsfähigkeit abzunehmen. Dabei ist tatsächlich nur der biologische Verfall gemeint, denn die geistigen Kräfte können weit länger Beständigkeit haben.

   Da es hier in erster Linie um die Bedeutung der Erscheinung geht, sind die Entwicklungen des Körpers im Zusammenhang mit den Veränderungen der Attraktivität für die nähere Betrachtung von Interesse. Eingangs erwähnte ich die Tatsache, dass nicht unbedingt schöne Kinder zu schönen Jugendlichen heranwachsen. Wenn aus den jugendlichen Menschen Erwachsene werden, und damit die Entwicklung des Körpers nahezu abgeschlossen ist, und gleichzeitig der Mensch als attraktiv gilt, so besteht diese Attraktivität gewöhnlich über viele Jahre hinweg.

   Irgendwann aber kommt der Zeitpunkt, zu dem der Körper beginnt sich erneut zu verändern. Da sich der Mensch in seiner Entwicklung einem unaufhaltsamen Alterungsprozess entgegensieht, zeichnen sich diese Veränderungen nach außen hin am Körper und im Gesicht ab. Im Körper finden viele Prozesse statt, beispielsweise wandelt sich Muskelgewebe in Fettgewebe um, Haut verliert zunehmend Muskelgewebe und einhergehend Spannkraft und unsere Knochen binden weniger Kalzium, wodurch sie poröser, und dadurch brüchiger werden. Nicht alle Veränderungen zeigen sich in offensichtlichen Merkmalen, doch gerade dort zeigen sich für den Betrachter die Anzeichen der Alterung.

   Wie gehen wir damit um, wie geht der Mensch damit um, der ein Leben lang die Schönheit, Attraktivität und das Gefallen durch die anderen Menschen erfahren hat. Gibt es Differenzen zwischen Menschen unterschiedlicher Attraktivität im Umgang mit dem Verlust der jugendlichen Figur oder des attraktiven Erscheinungsbildes. Ausgehend von der Unterstellung, dass sich attraktivere Menschen dessen bewusst sind, und auch die durchschnittlich attraktiven Menschen sich dessen bewusst sind, sowie die weniger attraktiven Menschen sich ihrer Erscheinung ebenso bewusst sind, stellt sich die Frage, ob unterschiedliche Verhaltensweisen infolge dieser Attraktivitätsunterschiede zu beobachten sind.

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