Words unspoken ( 74 )

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Die Gedanken der Menschen sind frei. Wir sind frei zu denken:

· was wir wollen
· wann wir es wollen
· wie sehr wir es vielleicht vertiefen wollen.

Wir können dann denken, wenn uns Zeit dafür bleibt. Jedoch, die Zeit ist nicht aktiv, sondern passiv und uns bleibt die Zeit nicht, sondern wir werden sie uns nehmen müssen. Nun ist der moderne Mensch scheinbar nicht mit sehr viel Zeit ausgestattet, denn er hat viele Verpflichtungen.

Es stellt sich demnach die Frage, wie frei wir wirklich sind, zum Denken all der Gedanken! Wie frei sind wir von Ablenkung? Wie groß, wie klein ist unser Spielraum, der uns bleibt, neben den grundlegenden, arterhaltenden Verpflichtungen? Wie viel Zeit nehmen wir uns für die freien Gedanken und wie viel Zeit fällt -im Gegensatz dazu- den Entspannungen und Ablenkungen zum Opfer, denen wir uns mit großer Hingabe widmen?

Wir sind in unseren Gedanken frei. Wir denken uns unsere Meinung lange schon, bevor wir sie kundtun. Teils überdenken wir sie vielfach, teils verkünden wir sie sofort und ungefiltert. Manchmal drücken wir sie mit Worten aus, ein anderes Mal ohne Worte. Wir zeigen es, indem wir uns für bestimmte Dinge interessieren, für andere Dinge weniger, für manches gar nicht. Wir zeigen es mit dem, was wir besitzen. Viele Menschen definieren sich ausschließlich über ihren Besitz. Wir sind schnell dabei, eine Meinung zu einem Urteil um zu formen. Gerne auch mal aufgrund unzureichender, unrichtiger oder lückenhafter Informationen.

Jeder Mensch hat ein eigenes Kontingent an Ressourcen zur Verfügung, die er mit Informationen bestücken kann. Die Kontingente sind von unterschiedlicher Größe. Nichts scheint schlimmer zu sein, als Ignoranz. Vielleicht noch Halbwissen, das zur Meinungs- oder Urteilsbildung herangezogen wird. Was aber, wenn das Kontingent des Geistes erschöpft ist? Wenn nicht mehr Informationen aufgenommen werden können? Welchen Vorwurf mache ich demjenigen dann?

Dem Halbwissenden, der diese lückenhaften Fundamente zur Errichtung einer Meinungsäußerung gebraucht, dem wünscht man schon ein Stolperstein, doch der es nicht besser kann, mit dem hat man Nachsicht, solange er nicht seine Unwissenheit zu Instrumente macht.

Da stehen wir mit unserer Meinung, in unseren Gedanken gebildet, allein, und wir wissen vielleicht von der Meinung der anderen, ahnen vielleicht etwas von ihren Gedanken, sehen etwas vom Besitztum der anderen und erfahren, welche ihre Vorlieben sind, denn wir sehen die Fotografien, die ihnen gefallen, und wir machen uns daraufhin ein Bild von diesen Menschen. Welche Farben hat das Bild? …meint: was glauben wir vom Menschen gegenüber zu wissen ?

Wir hören die gesprochenen Worte und manchmal sogar die unausgesprochen, die noch weit mehr aussagen, als alle gesprochenen Worte zusammen!

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