Der Sehende ist der Schuldige! (70)

ice jeans hintern Mies Vandenbergh Fotografie

Mies-Vandenbergh-Fotografie

Wer sagt denn, dass Du schön bist?
Warum sagt es der Mensch?

Ich denke darüber nach, welche Rolle der Absender einer Schönheitsbekundung spielt und welche die Beweggründe sind. Plakativ gesagt drückt es sich folgendermaßen aus:

¤ Ich finde dich schön, weil ich mich mit dir fortpflanzen will!

¤ Ich finde dich schön, weil ich mit dir meine Begierde ausleben möchte.

¤ Ich finde dich schön, weil ich gerne schöne Menschen ansehe.

¤ Ich finde Dich schön, weil ich so etwas wie dich gerne besitzen würde.

¤ Ich finde dich schön, weil mich etwas an dir bezaubert.

¤ Ich finde dich schön, weil ich dich berühren möchte.

¤ Ich finde dich schön, weil ich dich fotografieren möchte.

¤ Ich finde dich schön, weil ich auch so sein möchte.

Und Du? Warum sagst du es? Wer spricht da?

☆ Sagt es eine Person in jungen Jahren, die das Leben noch vor sich hat, vielleicht eine Familie gründen wird und auf der Suche nach einem Partner ist?

☆ Sagt es eine Person in mittlerem Alter, die längst die Familiengründung hinter sich gelassen, der das schöne Aussehen bewusst wird und dieses einfach kund tut?

☆ Sagt es eine Person höheren Alters, der die jugendliche Unbeschwertheit gepaart mit dem bezaubernden Anmut der erblickten Person ins Auge fällt und die diese gerne teilen möchte?

Dazwischen existieren noch vielfache Abstufungen, welche die Beweggründe der Menschen in Bezug zu ihrem Alter differenziert wiedergeben. Attraktivität wird durch den Betrachter attestiert, sie ist nicht per se vorhanden. Ohne Bühne keine Schauspieler. Stellt der eine Betrachter diese Attraktivität bei einem Menschen aus seiner jugendlichen „Sturm und Drang-Zeit“ heraus fest, kann bereits der Nebenstehende rein in schwelgender Erinnerung aus eben jener Zeit zu ähnlichen Gefühlen kommen. Welche Rolle spielt der GRUND für Dich?

Tendieren wir beim Lesen dieser Sätze innerlich zu einer Bewertung? Anerkennt der eine Mensch die Attraktivität begründeter, als es der andere tut? Belegt unsere Gemeinschaft die einen Gründe mit einem Hauch von Niedertracht und stellt die anderen im Glanze ihres Lichts als gottgegeben, wenn nicht edel dar? Wie dem auch sei, über die Heuchelei der ehrenwerten Herren und Damen aber habe ich zuvor ein Wort geschrieben.

So komme ich am Ende zur Erkenntnis, dass es nicht die eine Attraktivität geben kann. Mannigfaltige Facetten führen zu einer ganzen Reihe von Schönheiten, die durch ihre jeweiligen Betrachter, genannt „das Publikum“, erst erschaffen wurden, weil sie dann überhaupt erst wahrgenommen wurden. Deren Bedeutung beruht trotz des Allgemeinverständnisses auf gänzlich unterschiedlichen Grundfesten, die da wä(h)ren:

Bewunderung
Habgier
Bewunderung
Arterhaltung
Neid
Macht
Geltungsbedürfnis
Trieb
Dokumentation
Gier
Gefallen
Liebe
Anerkennung

Darum stellen wir Schönheit fest. Sicher finden sich noch viele Gründe mehr, und die Bewertung derer belasse ich natürlich gern dem Leser.

Die Gesellschaft, in der wir leben, definiert ihren eigenen Standort, wenn es um die ethische Wertung von Schönheit allgemein und die moralischen Beweggründe für die Wahrnehmung der Schönheit durch den jeweiligen Betrachter geht. Sich diesen unter zu ordnen oder seine eigene Sicht der Dinge zu entwickeln, darauf kommt es an. Einen Freigeist im inneren voraus gesetzt werden die Zweifel unabdingbar, denn dieses Infragestellen bildet das Fundament zur kritischen Auseinandersetzung mit dem Leben.

Warum? halte ich für die wichtigste Frage des denkenden Menschen. Geistige Einschränkung, die Unterdrückung freier Betrachtung des Sinngehaltes unserer Lebenssituation, ob durch exzessive Mediennutzung oder einem Konsumgüter – Überangebot mit penetranter Schaffung von künstlicher Nachfrage, wie auch einfache Beschränkungen durch Restriktiven im alltäglichen Leben gilt es wiederholt zu prüfen.

Bilden wir uns eine eigene Meinung. Eine Meinung über die Schönheit und vor allem den Umgang mit Schönheit. Die Schönheit von Augen, Gesichtern, Haaren, Figuren, und Hintern, von Lächeln, von Stimmen, von Ausdruck und Gefühlen.

Und an die Fotobegeisterten: Fotografiere sie, wann immer Du sie erblicken kannst. TUE ES.

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