Schlank (53)

kuef jeans Mies Vandenbergh Fotografie

Mies Vandenbergh Fotografie

Die Schlankheit als Thema, in Verbindung mit meinem Hauptthema, dem Hintern und der Schönheit als Oberbegriff, der als vieldiskutierter Stoff insofern hier zu erwähnen als interessant und ergiebig scheint, bringt mich zu folgenden Überlegungen. Verständnis für die nicht so schlanken Menschen, besonders für Frauen, wird in unserer Gesellschaft oft  nur wenig erbracht. Wie ich schon an dieser Formulierung feststelle, nämlich an der Floskel „Verstandnis erbringen“ für etwas vollkommen Normales, zeigt mir schon die verfahrene Situation in unserer Gemeinschaft. Schlankheit gilt heute immer noch als gesund und sie steht im Ansehen sehr hoch Kurs. Im Gegensatz dazu gilt der nicht schlanke Mensch oft als krank, ungepflegt, unbeherrscht und häßlich. Was aber besonders verwerflich an der Sache ist, das ist die Tatsache, dass noch immer vielerorts „normalgewichtige“ Menschen als übergewichtig betrachtet werden und was besonders bedenklich daran ist, viele derer sind mit ihrem Gewicht und damit Aussehen selber unzufrieden.

Sind dafür die beschreibenden Zahlen der Gesundheitsindustrie verantwortlich oder nur der Mensch selbst? Die Zahlen wie der BMI treffen eine Aussage über das Verhältnis des Körpergewichtes zur Körpergröße, dabei gelten die Werte von 22-25 als gesund. Zum Vergleich seien folgende BMI-Werte genannt:

BMI 20:
Jennifer Lopez (167cm, 57kg)
Beyoncé Knowles (169cm, 57kg)
Reese Witherspoon (157cm, 50kg)
Kate Winslet (168cm, 58kg)
Scarlet Johansson (168cm, 58kg)

BMI 19:
Renée Zellweger (163cm, 50kg )

Catherine Zeat-Jones (173cm, 58kg)
Mary-Kate Olsen (160cm, 49kg
)
Teri Hatcher (168cm, 53kg)

BMI 18:
Eva Herzigova
(180cm, 57kg)
Heidi Klum (176cm, 55kg)
Hillary Swank (170cm, 53,5kg)
Céline Dion (170cm, 53,5kg)

BMI 17:
Gisele Bündchen (180cm, 55kg)
Victoria Beckham (168cm, 46kg)
Lindsay Lohan (167cm, 47kg)
Heidi Klum (178cm, 54kg)

BMI 16:
Claudia Schiffer (180cm, 52kg)
Gwyneth Paltrow (178cm, 51kg)
Nicole Kidmann (178cm, 52kg)
Kate Moss (170cm, 47,5kg)

Quelle:Thin is beautiful

Die Werte der Modelle liegen gemeinhin bei 16-22, Menschen mit einem BMI ab 25 gelten als übergewichtig, ab einem Wert von 30 als fettleibig. Die Zahl des BMI wird mittlerweile von einer neuen Zahl abgelöst (BAI,Body Adipositas Index) doch die Einschätzung von „normal“ und „übergewichtig“ blieb weitestgehend erhalten.

In den letzten 180 Jahren waren einige Indizes zur Klassifizierung des Körpergewichtes in Mode. Den Anfang machte ein Arzt mit dem Namen Broca(1824-1880), von ihm wurde der sog. BROCA-INDEX entwickelt. Kurz danach schon, nämlich im Jahre 1832 entwickelte der belgischen Mathematiker Adolphe Quetelet den BMI. Dieser Index wurde aber erst weit über 100 Jahre später für die Körperkultur von Bedeutung, erst für den statistischen Vergleich von Populationen, danach für die Bewertung von Gesundheit für die Versicherungen zur Einstufung von Risiken bei den Versicherten.

Zurück zur Schlankheit. Das hohe Ansehen von schlanken Menschen bei gleichzeitiger Ächtung dicker Menschen wird alltäglich durch die omnipräsenten Medien aller Art vorgeführt und dankbar von unserer Gesellschaft inhaliert. Darüber schrieb ich schon hier. Warum aber ist es so schwer wieder in normale Bahnen zu lenken? Warum streben so viele Menschen danach, schlank zu sein, besonders die Frauen, die laut einer Untersuchung durchschnittlich bis zu ihrem 23 Lebensjahr mindestens 6 Diäten durchgestanden haben sollen. Liegt es an uns Männern, die scheinbar lieber eine schlanke Frau bevorzugen, oder liegt es an den Frauen selbst, die sich im Vergleich zu ihren Mitbewerberinnen lieber schlanker wähnen, als vielleicht ein paar Pfunde zu viel vorzuweisen? Antworten wie „…da fühle ich mich einfach besser…!“ und „… ist ja auch gesünder …!“ werden da genauso genannt wie „… wie sieht das denn aus ..!“. Da ich das nicht  als Mann bestätigen oder verneinen kann, nur die Antworten wiedergeben kann, die mir gegeben wurden, möchte ich die Sichtweise einfach ändern.

Was sagen die Männer dazu? Wer will nur schlanke Frauen? was ist der Tenor heute, im Jahre 2013? Das soll der Hintergrund meiner Betrachtung werden. Also gehe ich von mir selbst genauso aus, wie es die Antworten und Zahlen zahlreicher Untersuchungen wiederspiegeln. Die Umfragen einiger Wissenschaftler, deren Ergebnisse in Zeitschriften wie „Glamour“, „Playboy“, „Focus“, „Spiegel“, oder „Freundin“ veröffentlicht wurden, ergeben da ein ebenso mehr oder weniger deutliches Bild, wie die Statistiken verschiedener Internetdienste. Vorweg kann ich nur sagen, dass die Männer dabei wohl große Unterschiede machen bei der Bewertung der Frau als Partnerin und der Frau als Anschauungsobjekt. Grundsätzlich ist eher die durchschnittlich gebaute Frau die begehrtere, wenn es um Körperlichkeiten geht!

“ Eine US-amerikanische Studie belegt: Darüber, was beim anderen Geschlecht als attraktiv gilt, herrscht unter Männern Einigkeit. Frauen dagegen bevorzugen unterschiedliche Männertypen – und lassen sich wenig von Makeln abschrecken.

Für ihre Untersuchung (erschienen im „Journal of Personality and Social Psychology“, 96(6): 1226-1244) haben die Psychologen um Dustin Wood (Wake Forest University) und Claudia Brumbaugh (Queens College) 4.000 Studienteilnehmern im Alter zwischen 18 und 70 Jahren Fotos von 18- bis 25-jährigen Männern und Frauen vorgelegt. Anschließend sollten die Probanden die Attraktivität der einzelnen Personen auf einer Zehn-Punkte-Skala einordnen. Die mögliche Wertung reichte von „überhaupt nicht attraktiv“ bis hin zu „sehr attraktiv“.

Das Ergebnis der Befragung: Männer sind sich auffallend einig darüber, welche Frauen sie attraktiv finden. Sie reagieren laut Studie bei Frauen vor allem auf bestimmte körperliche Reize. So fanden die befragten Männer schlanke, selbstbewusst wirkende und verführerisch aussehende Frauen besonders anziehend. Bei den Frauen ergab sich ein anderes Bild: Zwar bevorzugten viele Studienteilnehmerinnen schlanke und muskulöse Männer, doch waren sich die Damen sonst nicht besonders einig: Während manche einen bestimmten Mann als ganz besonders attraktiv empfanden, waren andere komplett gegensätzlicher Meinung. Außerdem stuften Frauen auch Männer mit wenig Muskeln oder kleineren Makeln als attraktiv ein.“ Quelle:Attraktiv oder nicht?

„Sexy Körper oder schönes Gesicht? Je nachdem, ob ein Mann auf ein Abenteuer aus ist oder ob er eine feste Beziehung sucht, taxiert er entweder die Figur oder das Gesicht einer Frau.
Frühere Studien, die sich mit den optischen Kriterien der Partnerwahl beschäftigt haben, untersuchten, was Attraktivität ausmacht. Dazu gehört die Symmetrie der Gesichtszüge oder das Verhältnis zwischen Taillen- und Hüftumfang. Eine Untersuchung der University of Texas in Austin hat sich erstmals mit der Priorisierung zwischen Körper und Gesicht beschäftigt.Für die Studie erhielten 375 Studenten Fotos eines potenziellen Geschlechtspartners. Gesicht und Körper waren vorerst abgedeckt. Der Abgebildete war entweder als Kandidat für eine längerfristige Beziehung oder für ein kurzes Verhältnis deklariert. Die Probanden mussten sich dann entscheiden, ob sie entweder die Figur oder das Gesicht sehen wollten. Nur 25 Prozent der Männer, die erfahren hatten, dass das Foto eine mögliche langfristige Partnerin zeigte, sahen sich die Figur an. Von denjenigen, die auf eine Affäre aus waren, interessierten sich dagegen 51 Prozent für den Körperbau.

Die US-Wissenschaftler interpretieren das Ergebnis folgendermaßen: Männer, die nach einer kurzfristigen Beziehung Ausschau halten, interessieren sich mehr für den Körper einer Frau. Sucht ein Mann nach etwas Dauerhaftem, dann interessiert ihn das Gesicht mehr. Die Figur einer Frau liefert Anhaltspunkte über ihre aktuelle Fruchtbarkeit. Ihr Gesicht dagegen informiert über ihre langfristige Fähigkeit, Kinder zu empfangen und aufzuziehen. Entsprechend lassen die neuen Erkenntnisse vermuten, dass Männer auf der Suche nach einem sexuellen Abenteuer psychologische Gründe haben, einen Partner zu suchen, der aktuell fruchtbar ist und schnell Nachkommen produzieren kann.

Frauen zeigten bei der Wahl von Kurzzeit- oder Langzeitpartnern keine auffälligen Prioritäten in Bezug auf Körper oder Gesicht.“

Die Studie ist im Fachmagazin „Evolution and Human Behaviour“ veröffentlicht. Quelle:  Figur signalisiert Fruchtbarkeit

In dem neueren Bodyindex Taille-Hüfte-Verhältnis ist idealerweise  die Zahl 0,7 z.B. 60:90= 0,67 genannt, die als das ideale Maß für die höchste Attraktivität steht. Das bezieht sich in den Studien auf die größtmögliche Fertilität bei der Frau in Bezug zu ihrem Alter. Darin empfand der Mann dann die Frau als besonders attraktiv, wenn sie dem Alter nach die höchste Wahrscheinlichkeit für die Zeugung von gesunden Nachkommen besaß.   (WHR; waist-to-hip-ratio)

Ob eine Verbindung zwischen dem weiblichen Taille-Hüft-Verhältnis und der gegengeschlechtlichen Attraktivitätseinschätzung besteht, überprüfte Singh anhand von Zeichnungen, in denen er das Level des WHR variierte (0.7, 0.8, 0.9, 1.0), in jeweils drei verschieden Gewichtsklassen (untergewichtig, normalgewichtig und übergewichtig). In jeder Gewichtsklasse wurden gezeichnete Frauen mit einer gynoiden Fettverteilung (0.7 – 0.8) am attraktivsten beurteilt.Eine Präferenz für ein geringes Taille-Hüft-Verhältnis konnte durch Untersuchungen in verschiedenen westlichen Kulturen bestätigt werden (Furnham, Tan & McManus, 1997;Henss, 1995)

Eine weitere Untersuchung zeigte Unterschiede im Verhalten und der Denkansätze von Frauen verschiedener Körpergestalt. So denken demnach schlanke Frauen  …“weitsichtig, übergewichtige sind impulsiver. Das fanden Forscher am Leipziger Max-Planck-Institut (MPI) für Kognitions- und Neurowissenschaften heraus, wie das Institut mitteilte. Zwischen schlanken und dicken Männern trat dieser Unterschied dagegen nicht auf. Dies zeige, dass Übergewicht bei Männern und Frauen einen unterschiedlichen Einfluss auf das Entscheidungsverhalten und die Hirnstruktur habe.“

Das nur nebenbei. In den Studien deute ich eine Vorliebe für die normalgebaute Frau, jedoch mit einer deutlichen Tendenz zur schlankeren Körperform als zur dickeren. Bei einer weiteten Studie wurden Versuchspersonen nach Merkmalen für Unattraktivität befragt. Sowohl bei den Männern wie auch bei den Frauen wurde „Dicksein“ als eine der am häufigst genannten Anzeichen für fehlende Attraktivität genannt. Gefällt also tatsächlich den Männern die schlanke Frau mehr als die dickere? Die Studien scheinen dies zu belegen. Weiter geht es in meinem nächsten Beitrag. Darin die Auswertung der Internetdienste und der eigenen Befragungen.

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