Körperformen – Teil 2 (49)

tr jeans hintern Mies-Vandenbergh-Fotografie

Mies-Vandenbergh-Fotografie

   Nun zum zweiten Teil der Betrachtung der Schönheitsideale. Wenn man die Entwicklung der Körperformen im Laufe der Jahrhunderte so betrachtet, dann wird einem deutlich, dass diese heutige schlanke Körperlinie noch nicht lange in der Form existiert. Nicht, dass es nicht auch immer schon schlanke Menschen gegeben hätte, nur die momentane Fixierung der Gesellschaft auf die Schlankheit ist ein besonderes Phänomen. Schönheitsideale wechselten also immer wieder mal und wurden von den Menschen in Ihrer Gesellschaft selber geprägt. Das geschah natürlich subjektiv, aber immer unter dem Einfluss der Einstellungen jener Gemeinschaft, in der sich der Mensch befand. Im Moment werden wir von allen Seiten nur von schlanken Gestalten bombardiert und die üppige, mollige Form ist -offiziell zumindest- verpönt. Über die Macht der Bilder schrieb ich schon. Das schlanke Ideal ist allgegenwärtig, für Frauen jenseits der Kleidergröße 38 ist wenig Raum. So könnte man meinen.

   Interessant auf diesem Wege ist die Überlegung, ob die Zusammenhänge von Darstellungen in der Kunst, wie ich sie im vorangegangenen Artikel aufgezeigt habe, und tatsächlicher Körperform, auch zu den entsprechenden Zeiten so „verfälscht“ dargestellt wurde!

   Wenn ich die heutigen Abbildungen von Frauen genau so als Grundlage meiner Betrachtung nehme, wie ich die Kunstwerke der jeweiligen Epochen zu Grunde legte, so könnte ich zum Schluss kommen, die Bevölkerung der westlichen Zivilisation heute wäre –gemäß den Bildern – in der Mehrzahl schlank und Daniela Pestova ähnlich. Nähme ich an, dass die Bilder der jeweiligen Epochen so wenig wie heute die tatsächlichen Formen der Körper wiedergäben, so würde sich das Bild jenseits der Kunst in völlig anderem Lichte darstellen.

   Wie ergeht es denn den Menschen in der heutigen Zeit mit ihrem Schlankheitsideal?
Laut einer Studie der International Association for the Study of Obesity (IASO) leben in Deutschland die molligsten Menschen im Vergleich zur Rest-EU. Gleich welche Meßmethode verwandt wurde, hier zählt dazu erst mal nur der Vergleich der Daten untereinander.

   Es gibt einige Studien zur Körperlichkeit in Europa, Fakt ist nach deren Durchsicht, dass die zunehmende Fettleibigkeit noch immer nicht gestoppt werden konnte. Allein die Zahl der Übergewichtigen scheint laut Robert Koch-Institut leicht Rückläufig zu sein. (Siehe hier)

   Wie passt das nun zu unserem „Schlankheitsideal“? Und wie war es zu Zeiten von Hieronymus Bosch oder Rembrandt Harmenszoon van Rijn? Waren damals die Menschen alle mollig oder konnten sie kaum das Schönheitsideal erreichen, weil die Mehrzahl der Bevölkerung in der damaligen Zeit niemals wusste, woher die nächste Mahlzeit kommen sollte. Wieder zurück zum heutigen Tage. Was beschert uns das Leben im Überfluss, in dem allein die Deutschen jedes Jahr 11 Millionen Tonnen Lebensmittel wegschmeißen. Einerseits laufen wir einem schlanken Körper hinterher, auf der anderen Seite lassen wir uns gerne zu einem ausgiebigen Konsum verführen. Das nur nebenbei. Weiter zu den Diskrepanzen zwischen Ideal und Wirklichkeit. Was könne wir tun, um diesem Nachlaufen nach scheinbar durch uns selbst erschaffene Vorgaben zu entkommen? In einem Buch las ich neulich den Satz, dass nicht die Kosmetikindustrie für ihren Milliardenumsatz verantwortlich sei, sondern der Konsument. Der Konsument wiederum versuche nur einem Bild gerecht zu werden, dass in der Öffentlichkeit als DAS erstrebsame Äußere proklamiert worden ist. Dies allerdings von sich selbst, so die Autorin. Wo setzen wir den Hebel an, um einen scheinbar fiktiven niemals endenden Kreislauf zu durchbrechen? Liegt es, wie die Autorin weiter meint, in der Verantwortung der Eltern, die Kinder nicht mehr nur noch nach der Devise:“Mädchen=hübsch, Junge=stark“ zu erziehen, oder gibt es noch mehr Ansätze? Was wollen wir also?

   Hier gehe ich wieder von meinem Umfeld aus. „ES“ will gesund sein, nicht dick, nicht dünn. Sollte die Aufklärung schon angekommen sein, den Menschen nicht nur so zu nehmen, wie er ist, sonder vorzuleben, dass gemäßigte Lebensweise in ALLEN Belangen der richtige Weg sein könnte? Das wäre nur reine Spekulation! Und eigentlich nicht Thema meines Blogs.

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