Der Jeanspo ( 26 )

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Neulich schlenderte ich durch die Koblenzer Innenstadt. Es war ein sonniger Vormittag, ich hatte etwas Zeit bis zu einem Termin, so beschloss ich, mir das neue Einkaufsgebäude am Zentralplatz anzusehen. Ich hatte meine Kamera dabei, aber nicht erwartet, ein paar Streetfotos machen zu können. So kam es am Ende dann auch, es sollte nicht der Tag für gelungene Bilder sein. So ging ich mich ein wenig umsehen, beobachtete und verweilte im Nichtstun. In besagtem Einkaufszentrum findet man eine ungemein hohe Dichte an Klamottenläden. Ich sah mir also die Menschen an, die durch die steril anmutenden, neuen Gänge schritten und sah mir auch die Hosen an, sowie das, was sie ausfüllte. Und dabei wurde mir einiges erneut bewußt. Ich meine noch immer, dass das männliche Geschlecht sich erheblich weniger um die eigene Rückansicht bemüht, als es das Weibliche tut. Ich verstehe gerade bei einigen jüngeren Männern nicht den Sinn einer Hose, deren Schritt bis deutlich unter die Kniekehle geht! Aber was muss ich als „Alter“ da auch verstehen? Während unserer Jugend hätten wir uns eher umgebracht, als derart angezogen anderswo, als im eigenen, mehrfach gesicherten Kellerverlies zu verweilen.

Ich meine, diese Jungen sind schon über die pubertierende Phase hinaus, zeigen ein leichtes Adoleszenzverhalten, während aber diese schlacksige Haltung und Bewegung auf ein typisches Pubertätsgehabe hinweist. Diese Hosenform – ich tue mich schwer bei dieser Hose das Wort „Form“ in den Kontext zu bringen- untermalt geradezu dieses Verhalten auf eindrucksvolle Weise.

Bei den Frauen und Mädchen ist dies nicht zu beobachten. Diese kleiden sich so, dass man annehmen könnte, sie würden am Morgen schon mal die rückwärtige Ansicht begutachten.

Was ich bei den Frauen nur sehr schade finde ist der Stellenwert der modischen Tendenzen – natürlich gerade in diesem einen Fall,😉 – bzw. die Verfolgung derselben. Die in Mode gekommene Jeans mit tiefer angesetzten Gesäßtaschen hatte ich zwar schon erwähnt, ich möchte es hier aber nochmals tun, weil ich während meiner Pause in einem Straßencafé nochmals aufmerksam auf diesen FAUX PAS der Darstellung des schönen Popos geworden bin.

Ein junges Mädchen von vielleicht 20 Jahren brachte mich zu dieser neuerlichen Überlegung: sie trug eine solche Jeans mit tief sitzenden Gesäßtaschen, hatte eine für meinen Geschmack tolle Figur und einen wirklich wohlgeformten Hintern. Doch diese Jeans verdeckte geradezu die tolle Form des schönen Popos. Die Hose war schon eng anliegend, was zu einer Betonung des Hinterns führte, doch wenn ich mit den Augen der Linie der Poform folgte, so verlor sie sich an der Stelle der Taschen vollständig im Chaos. Ich nehme weiterhin an, dass es den Menschen manchmal nicht bewußt ist, welche Wirkung diese Art Hosen auf die Optik der Figur hat oder die Optik spielt eine geringere Rolle als das Wohlfühlen. Auf Nachfrage erhielt ich bisher jedoch meist die Bestätigung, dass die Trägerin auch von hinten eine gute, ansehnliche Figur machen möchte!

Die Linie wird m.E. durch diese Anordnung der Gesäßtaschen arg gestört, diese Störung verdeckt geradezu die Form des Hinterns in der Jeans. Wie ein Fremdkörper mutet diese Jeans an, als würde sie vielleicht nur noch nicht ganz angezogen, bzw. hochgezogen sein. Wenn ich die Zeilen gerade nochmals selbst überfliege, so entsteht bei mir der Eindruck, als drehe sich hier „Alles“ nur um die Form und die Linie. Es ist natürlich mehr als das, denn wie ich schon weiter oben beschrieben habe, ist es das Zusammenspiel von Form und Formen, von Größenverhältnissen und Größen, von Farben und Lichtern. UND MEHR!

Was dann noch geschah, als ich im gemütlichen Straßencafé in der sonnigen Altstadt bei einer dunklen Schokolade mit Ingwerstückchen saß: Wie schon oft bei der Ablichtung einer Form ist es wieder mal passiert. Ich dachte, welch tolle Ansicht die Figur der Vorrüberschreitenden doch hat und ich fotografierte sie. Später, bei der Sichtung der Fotos aber fand ich das gleiche Bild nicht wieder! Ich fragte mich, ob ich mich denn so täuschen konnte. Doch weit gefehlt. Es lag in diesem Fall einzig und allein an der anmutigen Bewegung. Die Statik des Fotos konnte bei weitem nicht die fantastische Dynamik der Körperbewegungen wiedergeben, welche die außerordentliche Attraktivität erst hervorbrachte. Nur durch die Motion wurde die Figur und das Aussehen, die Schönheit und die Harmonie des Körpers, des Menschen hervorgebracht. So gibt es Momente, einer von vielen, in denen die Fotografie ihre Unzulänglichkeit offenbart und erst das bewegte Bild in seiner Natürlichkeit die Botschaft transportiert. Das aber ist Thema eines weiteren, spannenden Artikels.

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