Bewegungen – Der Hüftschwung (23)

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Mies-Vandenbergh-Fotografie

   Die Besonderheit beim Fotografieren von Menschen, oder besser gesagt, einen Hintern zu fotografieren, während der Mensch zu Fuß unterwegs ist, obliegt schon einigen schwierigen Bedingungen und besonderen Herangehensweisen. Aber auch einer besonderen Beziehung zur Bewegung an sich unterliegt diese Art der Fotografie. Das Bild, das im Auge des Betrachters entsteht, ist immer ein Bild der Bewegungsabläufe.

   Zugegeben, manchmal ist das Bild ein statisches, wie ein Gemälde, wenn die Person an einer Ecke stehend eine Nachricht in sein Mobiltelefon tippt oder auch gespannt bei etwas zusieht. Öfter aber sind die Menschen in Bewegung.

   Wie ich schon mal beschrieben habe, ist mir manches mal bei der Betrachtung der fotografierten Bilder die Frage in den Sinn geschossen, was genau ich denn an der fotografierten Figur so festhaltenswert empfand. Ich schaue auf mein eigenes Bild und suche nach der Besonderheit, die mich zum Fotografieren dieses Fotos verleitete. Nur finde ich sie nicht wieder.

   An meine Bilder habe ich den Anspruch, dass sie – in meinen Augen zumindest – eine besondere Ausstrahlung, eine gelungene Darstellung eines „schönen“ Körpers aufweist. Taucht dann im Nachhinein die Frage auf: „Was war das Besondere an diesem Foto, warum habe ich gerade diesen Po fotografiert?“, dann erweist mir schon dieses bloße Erscheinen der Fragestellung den Dienst der Kritik an meinem Bild. Ich erkenne das Bild natürlich wieder, kann mich an die Szenerie erinnern, aber ich lerne jedes Mal bei Auftauchen dieser Situation etwas über die Momentaufnahme eines Bewegungsablaufes.

   Die Faszination des Körpers in diesem Moment der Bewegung ist für mich dann nur sehr schwer in die Darstellung auf dem Bild zu überführen. Aus dem Fluss der körperlichen Aktion kann ein herausgelöster Augenblick nur als Fragment wirken, dem die begleitende Leichtigkeit der Bewegungen, die überhaupt erst den Anmut des Körpers erschlossen hat, abhanden gekommen ist.

   Möchte ich das ausgleichen, möchte ich diese Anmut in ein Foto übertragen, so gibt es verschiedene Wege dorthin. Den einfachsten, aber nicht unbedingt künstlerisch wirkungsvollsten Weg beschreibt die Serie. Frei nach dem Motto: „Eines wird schon was.“ Meiner Ansicht nach führt dieses unkontrollierte Draufhalten nicht zu wertvollen Ergebnissen, von einigen Ausnahmen abgesehen. Viel mehr von einem Bild zu erwarten ist dann, wenn ich durch Erfahrungen meinen Blick für diese Bewegungen geschult habe und auf die zu erwartenden Abläufe gezielt eine Fotografie erstellen kann.

   Je öfter ich beispielsweise in Sachen Streetfotografie unterwegs bin, desto mehr Erfahrungen sammele ich und diese bilden meine Fähigkeiten und Fertigkeiten aus. Trotzdem ist es für mich eine wertvolle Erkenntnis, wenn ich die als vollkommen anmutig empfundene Erscheinung des Menschen nicht auf dem Foto wieder finden kann. Es ist dann einfach so. Das Bild wandert aus den fotografischen Welten ins Nirvana der digitalen Welten. DELETE!

   Bei erfragten Portraits gibt es diese Bewegung ebenso, die Motion, die zwar von mir erfragt, gelenkt oder gesteuert ist, aber immer von der Portraitierten ausgeführt werden. Sie interpretieren, was ich mit Worten oder Gesten andeute oder vorgebe. Auch dabei fließen die Handlungen und Bewegungen, dargestellt im Körper wie ein Fluss, den ich am liebsten kurz stauen möchte, aber es deshalb auch wieder nicht, weil dadurch ja gerade der Fluss unterbrochen wird, der die Anmut überhaupt erst sichtbar macht.

   Also wieder nichts mit STOPP! Und sehen, hinsehen und lernen, um den richtigen Augenblick voraus zu ahnen und dann auch zu fotografieren, darauf kommt es mir an. Immer wieder finde ich Situationen, bei denen ich der Erkenntnis unterliege, dass dieses Foto, sollte ich es schießen, nicht das wiedergibt, was ich eigentlich dokumentieren will. Und dennoch bin ich noch nicht so weit, darauf zu verzichten. Ich denke noch immer : „Es könnte ja doch was geben.“ Tut es aber nicht. Und wieder und wieder werde ich eines Besseren belehrt. Gerade das Feld der Streetfotografie kann einem für die Menschenfotografie viel vermitteln. Es ist meist eine schnelllebige Szenerie, die ich im Begriff bin, sie festzuhalten. Ich muss mich auf die Geschwindigkeit einstellen und durch viele versäumte Szenen lernen, wie es besser geht. Dass ich meine Kamera für die Streetfotografie sehr gut beherrschen muss ist eine Binsenweisheit. Natürlich sollte ich immer ein Werkzeug beherrschen, wenn ich damit arbeite. Bei der Streetfotografie ist es aber noch wichtiger, aus vielen gesammelten Erfahrungen die Einstellungen zu kennen, bei denen ich bevorzugt meine Fotos so erreiche, wie ich es mir vorstelle. Ich kann unmöglich für eine Szene in der Streetfotografie an meiner Kamera Einstellungen vornehmen, denn fast immer ist die Szene dann schon Geschichte.

   Wie die Gründer der Streetfotografie, beispielsweise Brassai oder Henri Cartier Bresson es schafften, ohne den Autofokus auszukommen ist der beste Beweis für mich! Sie haben die Kamera auf eine Entfernung eingestellt und haben sich in die richtige Entfernung begeben. Dadurch kann man sich auf das Wesentliche konzentrieren, die Bildgestaltung. Hinzu kommt noch das Objektiv, bei dem es sich nicht um ein Zoom-Objektiv handelte, Hingehen war die Devise! Auch nicht auf dem Display kontrollieren konnten sie ihre Bilder. Da hätten wir die Möglichkeit unsere Erfahrungen schneller in unser Können zu integrieren, wenn wir uns in dem Moment die Frage stellen: „Was stimmte gerade nicht an dem Bild.“

   So bin ich in der Streetfotografie bei mir selbst in der Lehre, immer besser werde ich beim Entdecken der Situationen, die vielleicht ein schönes Bild ergeben. Für Minuten manchmal wie blind unterwegs wegen der Suche nach dem richtigen Bildwinkel und Licht, aber sicher nicht bei der Suche nach der besten Kameraeinstellung. Mal sehen, wie es weiter geht mit den Bewegungen der Menschen.

Durchsicht – Schöne Beine machen einen schönen Popo (22)

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Mies-Vandenbergh-Fotografie

In diesem Artikel geht es um die Form des Hinterns und den Einfluss der Beckenbreite auf die Figur der Frau.

   Die Breite des Beckens in Verbindung mit dem Umfang des Verlaufes von Oberschenkel zum Po bestimmt im Wesentlichen die Symmetrie des Körpers im unteren Bereich. Die Veränderung eines dieser Attribute nimmt direkt Einfluss auf das Gesamtbild der Körperproportionen und in dessen Kontext zur Erscheinung des Körpers in seiner Kleidung.

   Nimmt man beispielsweise den Umfang der Oberschenkel, so kann man ab einer bestimmten Weite bei der vor- und rückwärtigen Ansicht nicht mehr die Grenze des einen zum anderen Oberschenkel respektive Beines erkennen. Bei einer größeren Breite des Beckenknochens relativiert sich der Umfang der Oberschenkel im Hinblick auf die proportionalen Gemeinwerte bis zu einen bestimmten Maße. Darüber hinaus greift auch diese Breite nicht mehr. Relevant bei der Betrachtung der Figur des vollständigen Menschen ist also nicht nur den Bereich von der Hüfte bis zu den Oberschenkeln, sondern die Länge der Beine auf der einen und die Ausdehnung des Oberkörpers auf der anderen Seite. Im Umgangssprachlichen als „unförmig“ wird ein Körper dann bezeichnet, wenn die Beine proportional zu kurz sind. Dies aber mehr noch, als bei proportional zu langen Beinen. Wohlgemerkt beschreibe ich hier ausschließlich das Aussehen des Menschen, die Betrachtung des Wesens erfolgt an dieser Stelle nicht.

   Die Breite des Beckenknochens als Hinweis auf die Geschlechtlichkeit wurde an anderer Stelle schon beschrieben. Aktuell betrachte ich die Figur des weiblichen Körpers in Hinblick auf das Hauptthema „Der wohlgeformte Hintern“. Bei einer größeren Breite des Beckenknochens und einer größeren Länge der Beine divergiert das Aussehen zur Attraktivität. Dabei ist im Rahmen der Attraktivitätforschung wieder die Tendenz zur Mittelmäßigkeit zu beobachten, wenngleich ein breiterer Beckenknochen weniger Zuspruch findet, als ein schmaler Beckenknochen. Beispiel Werbeindustrie: Dort ist zu erkennen, dass die eingesetzten Frauenkörper schon eine weibliche Form haben. In der Mehrzahl haben die Modelle jedoch ein schmaleres Becken. Nichtsdestotrotz wird für uns hier ein Bild erzeugt, welches mehr einer Idealform nahekommt, als der Realität. Die Frage zu stellen, ob wir mit dieser Form verführt werden wollen, oder ob wir durch diese Darstellungen ein Stück weit der Realität entfremdet werden, halte ich für durchaus legitim. Die wenigsten von uns sehen aus wie die Modelle, die wir erblicken. Ich meine, dass wir gerne eine tendenziell modellhafte Figur haben möchten. Wenn wir eine Modelfigur auch nicht haben, so möchten wir in jedem Falle solche aber lieber sehen, als die Realität des gemeinen Durchschnitts.

   Vergleiche ich bei der Betrachtung der Frauen ihr Aussehen mit dem Idealbild aus meiner eigenen Vorstellung, dann finde ich immer wieder mehr ein Teilbild aus dieser Idealvorstellung und Phantasie wieder. Selten finde ich Menschen auf der Straße, die meinem Idealbild entsprechen. Ich möchte behaupten, dass jeder von uns ein Bild eines Idealmenschen in seiner Vorstellung hat. (unabhängig davon, in wie weit dieses Bild einen Bezug zur Realität hat oder nicht hat oder haben soll)

   Beim Menschen ist es nun so, dass er die Bilder, die seine Augen in sein Gehirn weiterleitet, nur zum aller kleinsten Teil als „Neues Bild“ erfasst. Der weitaus größere Teil besteht aus schon gespeicherten Informationen, also schon existierenden Bildern unseres Gedächtnisses. Daher täuschen wir uns meist beim ersten reinen Anschauen des Gegenüber. Erst beim bewußten nochmaligem Hinsehen bemerken wir Einzelheiten. Wir sehen also hin, denken oder stellen für uns fest: „Hübsch!“ oder „Schöner Mensch“, nehmen aber deshalb noch nicht die Einzelheiten wahr, die uns zu solch einer Aussage führten. Diese sehen wir oft erst auf den zweiten Blick, wobei sich das alles in einer Zeit von unter einer Sekunde abspielt. Das sei nur am Rande erwähnt.

   Ein sehr schönes Bild einer Frauenfigur habe ich dann vor mir, wenn bei der Ansicht des Hinterns oder auch bei der Ansicht von vorne die Oberschenkel am Übergang zum Becken ein Spalt erkennen lassen, also etwas Raum zwischen den Oberschenkelansätzen zu sehen ist. Dadurch entdecke ich eine symmetrische Form des Popos, der durch den Verlauf in die Beine übergehend noch eine wunderschöne Betonung der Pobacken erhält!

   Dadurch ergibt sich für mein Schönheitsempfinden eine viel größere Bedeutung der Beine in Sachen „schöne Popos“, als die Breite und Form der Taille. Im selben Kontext steht die Form der Beine, die -erneut- ein Mittelmaß zwischen O- und X- Beinen verlangen. Sie sollten gerade gewachsen sein. Denn auch das trägt ganz erheblich zu der vorher beschriebenen Symmetrie bei, die unsere Attraktivität -den erwähnten Forschungsergebnissen nach- in hohem Maße steigert.
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