Frauen und Männer Teil 1 (21)

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   Der Mensch sieht mit seinem Auge einen anderen Menschen. Das Licht trifft auf die Netzhaut und wird über Nervenbahnen zum Gehirn geleitet. Das Bild, das Foto, welches Gemälde aus Licht genannt wird, kommt zum Teil in unseren Gehirn an. ZUM TEIL? Ja, zum Teil, denn im Gehirn wird das Foto durch eine Instanz geschickt, die aus vielen vorgefertigten Schablonen bestehend unser Bild filtert, mit bekanntem vergleicht und (aus-)sortiert. Welche Schablonen es in unserer westlichen Welt sind, das möchte ich hier kurz darstellen.

Vielleicht fallen Dir noch weitere ein und Du hast Lust mir weiter zu helfen!

   Ich „sehe“ ein Foto eines Menschen und ich sehe was?

  •  Das Geschlecht
  •  Das Alter
  •  Die Hautfarbe
  •  Die Haarlänge
  •  Die Größe
  •  Den Körperumfang
  •  Die Hautstruktur
  •  Die Kleidung
  •  Das Umfeld
  •  Die Figur
  •  Die Proportionen
  •  Die Augen
  •  Die Lippen
  •  Das Gesicht
  •  …

   Diese Sequenz könnte jeder von uns weiter fortführen. Ich möchte näher darauf eingehen und frage danach, was von den wenigen Attributen des Bildnisses bei uns im Gehirn ankommt und was wir davon bewußt wahrnehmen. Ich stelle mir den im wahrsten Sinne kurzen Augenblick der Wahrnehmung vor. Was sehe ich als Erstes? Ist es die Größe, wenn ein Mensch sehr groß ist? Ist es die Hautfarbe, wenn diese nicht wie die eines Mitteleuropäers ist? Oder sind es die Augen, wenn Dir ein stolzer Japaner gegenüber steht? Bei mir ist es so, dass ich meist als erstes auch den ersten Punkt auf meiner kleinen Aufzählung feststelle. Ist es eine Frau oder ein Mann, die/der da erkannt werden will? Und schon ergibt sich die erste Einschränkung, denn noch zuvor nehme ich die Größe des Menschen wahr, und ich stelle fest, ob es ein Erwachsener oder ein Kind ist, dessen Antlitz ich „erblicke“. Aber das blende ich an dieser Stelle bewußt aus. 

   Ich sehe einen Erwachsenen und möchte feststellen, ob es ein Weibchen oder Männchen ist. Ich suche also mehr oder weniger unbewußt nach Hinweisen, die mich auf die richtige Fährte locken. Da alles in Bruchteilen von Sekunden geschieht, findet es nicht bei „vollem Bewußtsein“ statt. Ich suche also so oder so nach Anhaltspunkten, die mich nicht auf den Leim kriechen lassen. Da wir alle nicht nackt umhergehen, kann ich nicht immer nach den primären Geschlechtsmerkmalen suchen. Sicher gibt es Menschen, die diese hervorgehoben zur Schau tragen, doch diese nicht so häufige Ausnahme setze ich hier nicht an. Bei der Frau ist es sicher der Busen, der als augenscheinliches Merkmal in ausgeprägter Weise auf die Frau hindeutet, doch auch dann ist es manchmal nicht eindeutig zu erkennen, man denke nur an weite Kleidung. Was aber ist es, dass uns so gleiche Menschen unterscheidet?

    Ich sehe also auf die Kleidung. Diese Wahrnehmung, die uns in unserer Kultur meist eindeutig zur Geschlechterdifferenzierung anerzogen wurde, sorgt für die Wiedererkennung. Schon als kleines Kind wurden uns die Klamotten als weiblich und männlich anerzogen. Rosa und Hellblau waren irgendwie belegt. Das sei nur als Beispiel genannt. 

   Ich sehe auf die Bekleidung und da ich bei einem Foto nicht auf die so wichtigen Bewegungsmuster des Menschen achten kann, sehe ich mir das Gesamtbild an, besonders dabei die Augen, die Figur, die Größe, die Proportionen (Stichworte Beckenbreite und Schulterbreite). Das alles geschieht, wie gesagt in nur einem Bruchteil einer Sekunde und teilweise unterbewusst, in dem sich nach erfolgter Zuordnung des Geschlechtes alles weitere ergibt. Manchmal dauert es länger, bis wir ein Geschlecht erkannt haben, dann sehen wir auch länger hin, und unser Verständnis von weiblich und männlich wird in allen Rastern bemüht. Ein besonders interessanter Vorgang bei -oftmals Kindern- androgyn aussehenden Menschen. Da werden wir gefordert und sehen noch etwas länger hin, weil unsere Erkennungssoftware nicht so richtig funktioniert.

    Nach diesem Muster verfährt der Mensch auch bei den anderen Schablonen, sicher mit vielen Differenzierungen, die es im Einzelnen zu betrachten sehr spannend wird. Dazu an anderer Stelle mehr. Jetzt kommt die Intention der Betrachtung dazu und es wird richtig spannend! Warum sehe ich hin? Warum meine ich hinzusehen? Was meint unser Unterbewußtsein? Wieviel dieser Intention kann ich steuern und wieviel ist vorgegeben automatisiert? 

Der Mann sieht die Frau. Glaubt man dem vielfach beschriebenen Urtrieb des Mannes, so checkt er gleich, ob die Frau als potentielle Partnerin und Gründerin einer Familie zur Erhaltung des gemeinsamen Erbgutes in Frage käme. Wenn das der automatisierte Teil der Intention sein sollte, was wäre der bewußte? Ich denke mir beim Hinsehen bewußt die folgenden Gedanken: „Oh, eine hübsche Erscheinung.“ Ich sehe hin und der Blick wandert. Wenn ich dann die Figur betrachte, was bei mir schon wieder automatisch geschieht, sehe ich die Linien und Proportionen sehr schnell, stelle ich dann weiter – zum Teil unterbewusst – fest, dass es für mich eine besonders anziehende äußere Erscheinung ist, so sehe ich ein wenig länger hin. Bei dieser Verlängerung des Augenscheines wandern meine Augen über die Formen und Proportionen und schließlich enden die Blicke auf der Form des Pos. Dort angekommen nehme ich auch diese Form wahr. Ist sie für mich „schön“, so denke ich – mit Kamera ausgerüstet – über ein Foto nach. Manchmal fotografiere ich, manchmal nicht. Wenn es die Situation ergibt, frage ich nach einer Erlaubnis für ein Bild. Alles weitere ergibt sich dann.

Der Weg bis hier hin dauert meist nur Sekunden. Dauert er länger, ist die Voraussetzung eine längere Begegnung, wenn z.B. der Mensch in einer Situation mit sich selbst beschäftigt ist, oder aber in Kontakt steht mit einem Mitmenschen.Habe ich die Zeit, so kann ich einen Augenblick länger über den Sinn und Unsinn einer Aufnahme nachsinnen. Ich darf einen kleinen Moment länger in der Phase der Betrachtung bleiben, was den Fotos sehr zu Gute kommt, wenn ich mich denn zu einer Aufnahme entscheide. Und was sehe ich? Was ist es, dass mich zu einer Aufnahme und vorher zum Hinsehen verleitet? Für mich ist es schlussendlich die Erscheinung eines Menschen, die in mir eine Reaktion auslöst,welche ich mit einem Gefühl begründen würde, hervorgerufen von der grundsätzlichen Sehnsucht nach der für mich vollkommenen Form.
Darüber zu schreiben und auch Bilder zu fotografieren möchte ich wagen. Das Thema Po ist für mich spannend und ich möchte darüber Material sammeln und weiter zum Thema machen. Wer interessiert ist, mitzulesen, sie oder er sei herzlich eingeladen, mich zu begleiten. Weiterhin viel Vergnügen beim Stöbern über die wohlgeformten, schönen Hintern.
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