Der Autor und Fotograf ( 17 )

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>Malen mit Licht<      das bedeutet Fotografie

 

Mein Name ist Mies Vandenbergh           

       

       * 1964 in Düsseldorf,  über Duisburg, Berlin nach Koblenz gekommen

       Ich lebe mit meiner Familie seit 2004 am Mittelrhein

       wandre gerne durch Tal und über Berg

       besuche mit Freude schöne Städte

       fotografiere oft , aber bis auf kleinere Aufträge nicht beruflich

       weiß nicht, was aus den Bildern in 200 Jahren werden wird

       suche den Anmut in vielen Dingen

       und backe unser Brot selber …

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( Ausrüstung und noch viel mehr)  Link auf meine Homepage



 

Die Tabus des Menschlichen, Teil I ( 16 )

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Durch Mode in allen zeitlichen Epochen wurde der Po des Menschen immer wieder mal betont hervorgehoben. Ob durch eng anliegende Kleidung, hochhackiges Schuhwerk oder knappe Stofffetzen über dem Gesäß. Wie ist das zu vereinbaren mit der eigentlich mehr abfälligen Umgangsweise mit dem Thema „Popo“?

    Heikle und gewagte Themen -wie der Hintern- sind in der Öffentlichkeit, im täglichen Geschehen, im wiederkehrenden Alltag weitestgehend tabu. Seit unserer Erziehung, die früh in unserer Kindheit auf uns hernieder ging, wissen wir, dass der Hintern „baba“ ist. So, wie auch das, was hinten raus kommt, noch mehr „pfui“ ist. Jeden Tag werden wir daran erinnert, dass wir etwas „verbotenes“ tun, wenn wir uns mit dem Gesäß (be)fassen. Wir fassen uns immer wieder an den Po. Mehrmals täglich waschen wir uns, gehen zur Toilette, kratzen uns vielleicht hin und wieder an einer Backe und rutschen beim Sitzen von einer Pobacke auf die andere.

   In unserer Gesellschaft ist der Hintern mit allen negativen Bezeichnungen und Beschimpfungen belegt, die wir uns ausdenken konnten. Jeder von uns kennt und benutzt sie. Schon mein Blogtitel könnte man als gewagt ansehen. DER HINTERN! Gibt es dafür nicht noch andere, weniger verfängliche Ausdrücke? Schon, wenn ich mich unterhalte und dabei sage, ich habe mich auf meinen Hintern gesetzt, so kann ich in den verwunderten Augen der Umstehenden einen kleinen Schimmer von Argwohn und Pikiertheit feststellen. Ihre Blicke könnte ich deuten und mit der Aussage belegen: „Warum sagt er nicht lediglich, er habe sich hingesetzt.“

  Die hintere Seite des Menschen. Eine verabscheuungswürdige Seite des Menschen? HINTEN. Wer etwas hinten herum versucht, der ist falsch. Hinterhältig ist verschlagen. Warum ist es so? Weil wir hinten keine Augen haben und jemand hinter unserem Rücken etwas tun kann, was uns entgeht und nicht zum Vorteil gereicht? Etwas, von dem wir nichts erfahren sollen? Wir haben demnach ein Problem mit unserem Hinterteil! Aber haben wir es wirklich? Ist es nicht vielmehr so, dass der Hintern NICHT das Problem ist? Oder der Popo? Ist es nicht viel mehr unser Gehirn, unser Verstand, unser Geist und unser Gewissen, das erst daraus macht, was „ES“ sagt, was „ES“ uns befiehlt, vorgibt, einredet?

   Was machen wir aus uns, wenn wir uns bilden, formen, erziehen, die gesellschaftlichen Umgangsformen erlernen? Was zeichnet uns aus, wenn wir mit Fug und Recht von uns behaupten können, wir beherrschen die Etikette der Gemeinschaft? Wie weit können wir gehen, wenn unsere Reputation nicht Schaden erleiden soll? Was dürfen wir uns erlauben? Was trauen wir uns zu sagen, was „lieber“ nicht? Was wäre nur, wenn wir sagten, was wir empfinden?

   Bin ich jetzt schon wieder bei den Konzessionen, welche unser Dasein von uns erwartet, oder weniger unser Dasein, als vielmehr die Aussenwirkung, die wir zu erzielen wünschen? Bezogen auf mein Hauptthema möchte ich den Bogen hinüber spannen, und der Frage nachgehen: „Was macht mein Gewissen aus dem Wort „Hintern“ und dessen Bedeutung für uns?“ Wie steht es mit deinem Gewissen, wenn es um heimliche Vorlieben geht? Was macht uns aus, ein Volk von Heimlichtuern in Sachen „Verbotene Dinge“?

   Betrachte ich beispielsweise die Affinität zu den Gesäßen. Wir wissen davon. Doch aussprechen möchten wir es nicht. Lieber nur hinsehen, wenn Sie/Er sich herum dreht! Sieht ja keiner! Aber sprechen wir jemals öffentlich darüber? “ Ein Frauenhaar zieht mehr als 20 Ochsen!“, das sagte mein Großvater schon. Ob es von ihm stammt? Nein, es ist sehr viel älter, zudem ist auch nicht wichtig, woher es kommt. Ich bin überzeugt, dass es wahr ist. Ein schöner Hintern kann sehr reizvoll sein? Man betrachte nur den Hype um den Po von Pippa Middelton! Oder den Hintern von Jean-Claude van Damme! Sexy, nicht wahr?

   Aber zugeben mögen wir diese Vorliebe beileibe nicht. Das „gehöre“ sich schließlich nicht! Sagt die Gesellschaft! Im Übrigen genau die Gesellschaft, die laut einer führenden Suchmaschine abermillionen Einträge zum Thema Hintern produziert. Ganz abgesehen von der Häufigkeit der Suchanfragen bei Begriffen wie Popo, Hintern, Ass, Culo, Fesses, Buttocks, und in allen weiteten Sprachen der Welt.

   Was empfindet der Einzelne bei der Wahrnehmung des Wortes Popo? Jeder von uns assoziiert damit ein anderes Bild von einem Hintern. Ob groß, ob klein, ob schmal, ob breit, ob bekleidet oder nackt! Einig aber sind wir uns alle -oder fast alle- darüber, dass wir ja nichts dazu sagen möchten? Oder etwas zeigen möchten? Zeigen? Aber halt! Mit dem Zeigen der Empfindungen und Gedanken über den Hintern sieht es gänzlich anders aus, als beim Vorzeigen desselben. Was gibt es für schicke Hosen, für knappe Shorts, für enge Leggins, für hochhackige Schuhe, die den Hintern so hervorheben, wie kaum ein anderes Körperteil.

   In einer Kolumne für die Zeitschrift Spiegel schreibt Manfred Dworschak:

„Hat man je einen Hintern gesehen, den züchtig ein Feigenblatt bedeckte? Niemals. Im Gegenteil: Die Kunstgeschichte ist voll von nackigen Apfelbäckchen und kolossalen Prachtgesäßen, die dem Betrachter ungeniert entgegenblinken. Maler wie Bildhauer übertrafen einander an Dreistigkeit, und selten sparten sie am Speck. Wie anders dagegen das Schamdreieck, der anerkannte Hort der Brisanz: stets peinlich verschleiert oder weggedreht. Die betörendsten Hinterbacken aber werden offen dargetan, als wäre da weiter nichts dabei. Ist das nicht verdächtig?“

   Nicht zu knapp kann schon mal der Rock sein, so dass schon ein Stück weit die Pobacken zu erahnen sind. Für mich als Mann wirken diese Bilder genau so, wie sie beabsichtigt sind. Reizender Anblick? Hübsch anzusehen? Ich finde es in der Tat schön anzusehen. Ich sehe mich auch gerne danach um. So, wie mir auch hin und wieder schöne Männerpos auffallen.

   Einst erzählte ich meinem Freund von einer, meiner wahrlich einschlägigen Verwechslung, die mir mit ihm selbst unterlief: Ich fuhr mit dem Rad nach Hause, und auf einer langen Gerade durch Gärten hindurch sah ich einen Menschen mit langen Haaren und einer tollen, hochgewachsenen Figur. Ich dachte bei mir, welch nette Erscheinung und auch sexy. Schon damals mochte ich lange Haare. Langsam näher kommend auf meinem Fahrrad kamen mir die Bewegungen zunehmend bekannt vor. Als die Person dann um die letzte Ecke bog und sich meinen Blicken entzog, dachte ich noch „Schade!“. Als ich dann ebenfalls um diese Ecke bog, überfuhr ich fast meinen Freund selbst. Ich war so überrascht, dass ich ihm erst zwei Stunden später von meinem netten, visuellen Erlebnis mit ihm berichtete. Als Dank zog er mich bei der ein oder anderen Gelegenheit auf, bei der ich lange, schöne Haare von weitem bewunderte.

    Wie aber geht das zusammen, das Tabu auf der einen Seite und diese betonende Mode auf der anderen Seite? In unserem Gewissen dürfte da eine Diskrepanz entstanden sein. Erneut fällt mir der Begriff „Doppelmoral“ ein. Diese zu beschreiben erscheint mir weiterhin als ein interessantes Unterfangen. Dabei steht für mich zuvorderst die Frage, ob es in den Augen der Menschen überhaupt einen Widerspruch gibt. Wie sehen sie den Hintern als Körperteil und modisch betontes Objekt in diesem Zusammenhang?

   Sehen sie diese modische Verzierung des Hintern überhaupt losgelöst vom gesamten Körperbild? Style ich mich da und dort oder nur gesamt? Was denken und empfinden sie bei der Bekleidung des Hinterns mit einem hautengen Kleidungsstück oder wie es oben heißt, mir einem knappen Stück Stoff, das gerne immer mal wieder zurecht gezupft werden muß.

Weiter dazu in Teil 2!

Moralia 1 { Die Einführung } ( 15 )

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Das macht man nicht! – Soso? Wer sagt das und warum, seit wann und überall? Sei kritisch! Immerfort. Auch Dir selbst gegenüber.

Unsere Wertvorstellungen, insoweit es denn unsere reflektierten sind, wurden uns seit frühester Kindheit aufoktroyiert. Da war Tante Else und Onkel Karl, Oma Metternich und Opa Heinrich, unsere Eltern, die uns sagten, was richtig, was falsch war. Tue dies nicht, tue das nicht, mache es so und nicht anders. Solange Du Deine Füße unter meinen Tisch stellst,…!

Danach kamen die Kindergärtnerinnen, wechselten zu den Lehrern, während zum Zeitpunkt der Oberstufe schon Hopfen und Malz verloren zu sein schien. Auch das persönliche Umfeld aus Mitschülern, Freunden und Freundinnen prägte uns, und vermittelte uns ein Bild des Lebens, von dem wir annehmen mussten, das es sich so gehörte. Idole und Stars, deren Vorbildfunktion uns manches mal in ihren Bann zogen, waren da schon verführerischer, weil oft freigeistiger Natur. Ging da auch etwas anders?


Die Moral war (und ist) allgegenwärtig, eine Institution in unseren Köpfen, gehegt und gepflegt durch die Normen der Gesellschaft, die uns am liebsten mit der Unterstützung der Kirche zu einwandfrei funktionierenden Menschen formen wollte.

   Doch irgendwann war es soweit! Wir konnten lesen. Denken und Fragen konnten wir schon immer , jedoch das Lesen kam erst später dazu.

Entscheidend war der Zeitpunkt, der uns hinleitete, über das zu entscheiden, was wir lesen! Für mich und meinen Freundeskreis sollte die Lektüre damals, in den späten 1970er und frühen 1980er Jahren, der Durchbruch sein. Wir stellten Fragen, die uns vorher nicht mal ansatzweise in den Sinn gekommen waren. In nächtelangen Gesprächen, bei schier endlosen Kannen Tee, auf der Suche nach Antworten auf die Frage nach Sinn und Unsinn des Daseins, palaverten wir bei Musik von BAP, Konstantin Wecker, Supertramp und Genesis über Werte und Moralia, tauschten uns aus über Menschen und Gefühle. Nach Literatur verschriener Werke und dem Lauschen renitenter Barden sollten wir viel des etablierten Gedankengutes in Frage stellen! Nicht alles haben wir über die Planke gehen lassen. Doch vieles wurde neu geordnet. Schon diese ersten freien Gedanken und Erlebnisse würden ein Buch füllen, jedoch möchte ich hier in Anlehnung an mein eigentliches Thema – die Äußerlichkeiten – einiges inhaltlich mehr dazu vermerken.

   Ich habe mir damals viele von unseren Ideen und Gedanken aufgeschrieben, diese schon damals immer weiter entwickelt. Die Aufzeichnungen und Notizen dazu besitze ich noch heute. Als Kernaussage formulierte ich darin, die Moral grundsätzlich erst einmal in Frage zu stellen um sie wieder neu herzuleiten. Zweifelhaft schien der gebetsmühlenartig herunter geleierte Satz der Erziehungsberechtigten, der da beginnt mit der Einleitung :“Man tut das nicht…“.

Sicher war uns bewusst, dass wir Menschen in einer Gemeinschaft leben. Daher sind ethische Übereinkünfte unabdingbar. Doch die Anzahl dieser Regeln, sowie die Art und Weise der „Doktrin“ sind in unseren Augen mindestens überzogen gewesen, aber nicht nur das: in sich widersprüchlich, sowie zum Verhalten der Verfasser widersprüchlich stellten sie ein marodes Gerüst dar. Keiner von uns stellt sich außerhalb der Gesellschaft auf, identifizieren wir uns doch alle ausschließlich über die Wechselbeziehungen zum Mitmenschen. Ein Blick über den europäischen Tellerrand bestätigt schon die Divergenz der Moral in den Gesellschaften.

(Wenn nicht schon die auseinanderdriftenden Vorstellungen von Moral zum Nachbarhaus hin eklatant sein können.)

   „Angepasst sein“, „mit dem Strom schwimmen“, „sich wie ein Fähnchen im Wind drehen“ beschreiben Verhaltensweisen, die die wenigsten Menschen für sich bestätigen mögen. Nahezu jeder wähnt sich anders zu sein. Auch ich halte mich nicht für konform, mein Verhalten nicht für stets angepasst. Die entscheidende Art und Weise des Verhaltens finde ich nur in der Stärke der Auslegung. Wer mag bestimmen, wo Grenzen sind, wer mag festlegen, was noch vertretbar ist oder was schon zu weit(für wen) geht? Da, wo ich einen anderen Menschen einschränke könnte eine Grenze gezogen werden. Diese vage Definition allein lässt viel Spielraum.

Um mich richtig zu verstehen, ich halte hier beileibe kein Plädoyer zur Niederschlagung aller Normen. Ich ermuntere nur jeden Einzelnen seine eigene Moral, sein Erwachsenen-Ich zu überdenken. Denn auch wenn sich herausstellt, die Werte der Gesellschaft stimmen in weiten Teilen mit meinen überarbeiteten Ideen überein, so habe ich durch diesen Prozess doch ein Stück weit Charakterentwicklung betrieben.

   Was ich ausdrücken möchte ist die Aufforderung zur Wahrhaftigkeit, auch dann, wenn einige Reparaturen oder Restaurierungsmaßnahmen vonnöten sind. Auf einem gesunden Fundament kann ein authentischer Mensch entstehen. Und Freunde und Freundinnen können dabei helfen und natürlich partizipieren.

So werde ich in den folgenden Beiträgen der „Moralia – Reihe“ darüber schreiben, welche Instanzen uns welche Moral auferlegt hat, welcher Sinn sich dahinter verbirgt, wo Scheinheiligkeit wütet, wo wir selbst in Eigenverantwortung zum Handeln aufgerufen sind und wie wir zum kritischen Individuum werden können. Große Versprechungen? Ein wenig, zum Selbstansporn und als Aufforderung: Ließ selber nach, wo auch immer 😉

DICK ODER DÜNN ( 14 )

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Mehr als eine Angelegenheit des Geschmacks, der Gesundheit oder der Mode kommt die Frage nach der Körperfülle daher. Bezogen auf den Po als Teil des menschlichen Körpers hat jeder Mensch seine eigene Meinung. In diesem Artikel geht es um eine Sondierung.

Ich möchte zu Beginn dieses Beitrages einen sehr plakativen Spruch eines Freundes zitieren:

„Lieber auf Knochen rappeln, als auf Fett schwabbeln!“

   Das stellt seine Ansicht über die Figur der Frau dar. Ein anderer Freund sagte mir, er möchte lieber richtig was in den Händen haben. Als ich ihn zu dem oben erwähnten Spruch einmal befragte, schüttelte er nur den Kopf: :“Da hätte ich ja Angst, dass etwas zerbricht, wenn ich mich mal drauf lege.“

   Damit habe ich zwei anschauliche Beispiele für die Vorlieben der Menschen gefunden, und das in meinem allerengsten Freundeskreis. Nebenbei bemerkt sind beide auch mit entsprechenden Partnern verheiratet.

   An früherer Stelle habe ich schon über die Tatsache geschrieben, dass es im Internet  mehr Suchanfragen nach „dick“ als nach „schlank“ gibt, wenn es um das Thema Frau und Körper geht. Auch die Tendenz zum Mittelmaß bei den Menschen erwähnte ich schon. Wie ist es aber mit der Vorliebe bei den Hintern?

    Sehe ich mich um, so finde ich Hinweise über Hinweise. Angefangen vom sehr schlanken Hintern vieler Topmodelle bis hin zum Kult der drallen Popos der brasilianischen Sambatänzerinnen des Karnevals in Rio de Janeiro. Viele Schriften beschäftigten sich mit dieser Frage. Ebenso viele Antworten gibt es dazu. Da sind z.B. die Mediziner, die den Hinweis geben, dass zum Einen das körperliche Übergewicht gesundheitlich bedenklich ist, es habe mit unseren Organen zu tun, mit dem Herzen, usf. Zum Anderen ist auch die Unterernährung der zu dünnen Menschen problematisch. Auch dabei können Organe, so die Mediziner, durch gewisse Mangelerscheinungen in Mitleidenschaft gezogen werden.

   Neben der Sichtweise von Medizinern existiert eine gesamtgesellschaftliche und damit allgemeine Betrachtungsweise über die Körperfülle. Differenzierungen finde ich unter anderem durch die Herkunft oder den Status bedingt. In einigen Gesellschaften gilt die große Körperfülle als hoch angesehenes Attribut, in anderen wird der wohlgeformte Schlanke idealisiert, was sich über den gesamten Zeitraum der Menschheitsgeschichte widerspiegelt.

   Ich lebe also in der westlich orientierten Welt, in der ich feststelle, dass ein Mittelmaß mit deutlicher Tendenz zum Schlanken zur größten Attraktivität zählt. In der Öffentlichkeit, die wesentlich durch Fernsehbilder beeinflusst wird, sehe ich größtenteils schlanke Menschen. Verfolge ich die Nachrichten in den Medien, so erfahre ich allerdings von zunehmender Dickleibigkeit der Menschen, besonders aber der Menschenkinder. Im urbanen Leben zeigen sich dickere Menschen weniger, so meine ich es zu beobachten, aus welchen Gründen auch immer. Die Akzeptanz von adipösen Personen ist in unserer Gesellschaft nicht sehr hoch, was als ein Grund für die Vermeidung von Öffentlichkeit bei dieser Personengruppe sein wird.

    Und der Hintern? Was ist gefragt? Ist es vergleichbar mit der Aussage zur Größe der Brust bei der Frau, in der die gute Hand voll als die meistgeliebte Größe gelten soll? Untersuchungen dazu habe ich noch nicht gefunden. So heißt es denn selber erforschen. Rückschlüsse zu ziehen aus der Medienwelt halte ich für eine zwiespältige Sache. Sehen wir die Bilder, welche wir sehen wollen? Oder aber bekommen wir die Bilder, von denen angenommen wird, dass wir sie sehen wollen. Oder, was schon fast perfide ist, werden wir mit Bildern gezielt versorgt, um uns zu beeinflussen oder gar zu manipulieren? Ich ahne nichts Gutes.

   Wenn ich nochmal auf den Bericht über die Suchanfragen zurückkomme, und wenn ich davon ausgehe, dass die Menschen aus eigenem Antrieb nach „dick“ oder „dünn“ suchen, so kann ich daraus herleiten, dass der dickere Hintern weiter oben auf der Beliebtheitsskala steht, als der dünne Popo. Frage ich danach in meinem Freundeskreis, wobei ich schon bei der Frage etwas seltsam und argwöhnig beäugt werde, so fehlen mir zur Repräsentanz meiner Stichprobe etwas unter 1000 Stimmen. 😉

   So werde ich mich weiterhin mit der Literatur beschäftigen, um Ergebnisse zu sondieren. Die Bilder in meinem eigenen Blog wie auch auf meiner Flickr – Seite zeigen meist Hintern mittlerer Größe, denn für mich ist ein Hintern dann schön, wenn er symmetrisch geformte Pobacken hat, die fest und nicht zu groß, ein wenig voller und nicht hängend sind (Siehe meine Bilder). Ich werde im weiteren Verlauf des Blogs noch Zeichnungen von nackten Hinternformen zeigen, wenn ich mich näher mit der Form des Hinterns auseinander setze. Auch soll noch eine Betrachtung von Fotos von Hintern entstehen, in der ich mich mit – für nur meinen Geschmack – weniger schön geformten Popos auseinander setzen werde. Vielleicht schreibt ja die oder der ein oder andere etwas über die eigenen Eindrücke als Kommentar…

Avatar und die Zeichnungen ( 13 )

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Im Animationsfilm existieren keine Grenzen hinsichtlich der Darstellung von (menschlichen) Körpern. Ob das nun ins denkbar Positive gerichtet wird, oder ins Abstruse, ob „Neytiri“ in Avatar (im gleichnamigen Film) oder „Smeagull“ (im Film „Herr der Ringe“) möglich ist die Idee. Die Vorstellungen aller Produzierenden schlagen sich dort nieder und werden so einem Publikum vorgeführt.

   Im 3D-Kino-Film „Avatar“, in welchem Animationsfiguren die Hauptdarsteller sind (Performance Capturing), werden diese (beiden) Figuren so dargestellt, dass die Schambereiche des menschlichen Körpers nicht sichtbar sind, der Hintern jedoch explizit. Ich möchte an dieser Stelle folgendes herausstellen: der Hintern der weiblichen aber auch der des männlichen Hauptakteurs werden sehr klar, deutlich und auch häufig dargestellt. Sichtlich ist, dass die Formen der Hintern ausgesprochen ausgeprägt und wohlgeformt „erfunden“, also gezeichnet, bzw. animiert wurden.

Ich unterstelle, das dies bewusst und gezielt so gedreht wurde. In zahlreichen einzelnen Szenen des Films ist die Zeichnung des Pos, besonders den der weiblichen Hauptrolle, sehr klar und deutlich zu sehen, so, wie es ein nackter Po eines realen Menschen auch wäre. Dabei sind die Form und die Kontur, die Größe und die Proportion (für meinen Geschmack) nahezu einem perfekten Ideal nachempfunden, dargestellt.

Über die Art der Aufnahme steht in Wikipedia:
„Der Film enthält große Anteile an fotorealistischen, computergenerierten Figuren, die mit dem Motion-Capture-Verfahren animiert wurden. Dafür notwendig waren technische Neuerungen wie die performance-capture-stage, mit der auch Mimik und emotionale Reaktionen der Schauspieler anhand von Markierungen im Gesicht und am Ganzkörperanzug erfasst, am Computer verarbeitet und schließlich auf die computergenerierte Figur übertragen werden konnten. Zur Erfassung der Bewegungen von Gesicht und Augen trägt der Schauspieler eine Kappe mit einer kleinen Kamera, die sich ungefähr auf Mundhöhe einige Zentimeter vor seinem Kopf befindet. So konnte Cameron mehr als 95 % des Schauspiels auf die digitalen Figuren übertragen.“

Ich meine, dass bei der Entwicklung der Zeichnungen, welche in der Machart einem teilweise animierten, teilweise auf realistischen Personen basierten Bildsequenzen, die Formen der Körper stark idealisiert wurden. Durch die strikte Beachtung symmetrischer Proportionen, die in manchen Studien zum Einfluss der Attraktivität evaluiert wurden, ergeben sich attraktive Objekte. Vorgenannte Studien beschäftigten sich zwar mit dem Gesicht oder dem Körper im Allgemeinen, wende ich diese Aussagen auf den Hintern an, ergibt sich für mich eine starke Konvergenz.

   An dieser Stelle möchte ich natürlich den Einwand gelten lassen, dass, wer Körper zeigen will, komme nicht umhin, auch den Po zu zeigen, da dieser natürlich zum Körper gehört. Ich gebe aber zu bedenken, dass hier allzu oft in der Vergangenheit eine Verdeckung des Hinterns gezeigt wurde, nämlich dergestalt, als es etwas obszönes und „ungehöriges“ wäre unseren Po als natürlichen Teil unseres Körpers zu werten.

   Betrachte ich den Po der Schauspielerin, die dem weiblichen Avatar zu Grunde gelegt wird, so stelle ich einige „Veränderungen“ des Körpers fest. Nicht nur, dass der gesammte Körper in der Animation optisch in die Länge gezogen wurde, auch die im Verhältnis dazu proportionierten Rundungen haben die Autoren deutlich idealisiert. Die Darstellung des Volkes der Avatare, um das es im Film geht, erscheint mir aus der Vorstellung des Menschen entlehnt zu sein, die aus Richtung der Models für Mode entspringt. Haben die meisten Models noch einen eher kleinen Po und sind mehr der Magersucht als der Fülligkeit nahe, so möchte ich die „Avatare“ zwar als hochgewachsen und allesamt schlank beschreiben, beides Attribute, die für ein Model als Mindestvoraussetzung gelten. Allein das „durchtrainierte“ Erscheinungsbild der „Avatare“ steht im Gegensatz zur klassischen Modelloptik.

   Wie ein durchtrainierter Po aussieht kann jeder nachsehen, auch wie ein wenig trainierter Po im Gegensatz dazu ausschaut, kann jeder vergleichen. Solche Hintern wie jene für den Film generierten – für meinen Geschmack durchtrainierten – finde ich in der Realität selten. Soll es denn im Film eine Fiktion sein und bleiben, so ist die Vorstellung der Macher und seiner begeisterten Zuseher klar erkennbar.

   Anhand meiner Fotografien kann ich ersehen, welche Form ein Hintern haben kann. Selbst den Vergleich mit diesen fiktionalen Popos kann ich durchaus wagen. Ist doch die Jeans ein „formgebendes“ Kleidungsstück, welches dem Hintern eine ganz bestimmte Form verleihen kann, so sollte man sich dennoch bewusst sein, der Hintern wäre im ursprünglichen Zustand doch meist anders geformt (wenn überhaupt geformt). Der Hintern im Bikini beispielsweise verzeiht da kein fehlendes Training, aber darum geht es an dieser Stelle nicht. Frage ich nach der Intention der Abbildung der Hintern, so, wie sie in dem Film dargestellt werden, so fällt mir die Antwort nicht sonderlich schwer. Es werden Körper (also auch Hintern) gezeigt, die in unserer Gesellschaft in jeder Hinsicht als anerkannt durchtrainiert, wohlgeformt und vorbildlich gelten. Gibt es deswegen auch schon Push up Hosen für die schönere Hinternform? (Zu der die Jeans mit Sicherheit zählt.)

   Eine vorerst letzte Frage stellt sich für mich nach den Hinterndarstellungen: Wie groß ist der Einfluss der so gezeigten Hinternfotos in diesen Filmen wie auch in anderen Medien („Lara Croft“ oder sogar die „Sims“) auf mich als Zuseher. Diese Frage geht einher mit der Frage nach dem Einfluss der „Schönen“ der Öffentlichkeit überhaupt.

Zur Frage, welche Bedeutung hinter der medialen Idealisierung der Körperproportionen steht, dazu komme ich im weiteren Verlauf des Blogs.

Die Gunst der Stunde ( 12 )

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Bei der Fotografie von Menschen  kommt mir folgende Tatsache oft zu Gute. Wenn ich durch die Straßen der Stadt flaniere, bei einer der vielen Städtetouren, und wenn ich dabei hin und wieder einer Frau auf den Po sehe, und denke: „Sie hat aber schon einen schönen Hintern“, dann denke ich beim ein oder anderen Male weiter – an ein Foto davon. Manchmal frage ich nach.

 

   Manchmal aber auch nicht, denn bei einigen Gelegenheiten kommt mir im Straßenbild immer häufiger die auffallende „Handymanie“ zu Gute. „Sie“ steht oder sitzt auf der einen Straßenseite, an der Kreuzung, der Ampel, vertieft in das Schreiben einer SMS oder Mail, oder nutzt eine der zahlreichen Apps. Die Umwelt um sich herum vergessend, versunken, trotz gelegentlicher Blicke nach oben, dennoch fast abwesend, konzentriert auf Text und Bild, fast ohne jede Aufmerksamkeit und Bedachtheit auf die Körperhaltung.

   So gesehen finde ich einen Menschen vor – jenseits von jeder gekünstelten Pose. Daraus ergeben sich manchmal sehr schöne Bilder entspannter Menschen, ganz anders, als würde ich fragen, und die Dame nach der Einwilligung keine rechte Pose für sich finden kann. Für diesen Moment ist ein Handy und dessen intensive Nutzung eine sehr hilfreiche „technische“ Entwicklung, die der Geschwindigkeit der Großstadt einen Hauch von Langsamkeit verschreibt.

   Manches Mal hilft für die natürlich wirkende Abbildung des menschlichen Körpers auch ein Schaufenster oder eine Begegnung mit einem bekannten Menschen. In der Auslage vertieft oder beim Austausch der Neuigkeiten stehen die Menschen meistens sehr ungezwungen und locker da. Daraus ergaben sich fast immer eine Reihe gelungener Aufnahmen.

Weitere Gelegenheiten für die unbeschwerte Menschenfotografie ergeben sich auf Marktplätzen, in Fußgängerzonen und bei Events jedweder Art. Es kommt auf eine entspannte Atmosphäre bei der Fotografie an. Dann entstehen meiner Ansicht nach die natürlichsten Aufnahmen von Menschen. Anders, wenn darüber nachgedacht wird: Stehe ich richtig? Liegt mein Haar gut? Wohin mit meinen Händen? Wie stelle ich meine Beine zum Vorteil meiner Figur? Wie wirke ich überhaupt? … Die gedanklichen Fragen könnte ich unendlich fortsetzen, und ist eine Frage ansatzweise beantwortet, folgt die nächste, und spätestens nach Frage 6 meldet sich wieder die erste….wenn man nicht zufällig professionelles Model ist.

Unbeachtet der oben beschriebenen Situationen finde ich oft Menschen, die auf sehr natürliche Weise posieren, wie beiläufig ein Lächeln spenden und meiner Kamera gelassen offen gegenüber treten. Das sind sehr erbauende Augenblicke, machen Spaß und Lust auf mehr. Sie sind zu finden vermehrt in größeren Städten und Großstädten, so meine Erfahrungen.

Die Betonung der Schönheit ( 11 )

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   Schon seit Beginn der Menschheitsgeschichte ist von Schmuck zur Verschönerung des Menschen die Rede. Funde aus der Frühgeschichte zeigen unzählige Plastiken mit Schmuck am Körper aus den verschiedensten Regionen dieser Erde.

Bis heute hat sich die Menschheit in dieser Hinsicht nicht sonderlich verändert. Sehe ich mir die mit Ringen verlängerten Hälse der Padaung-Frauen an, so ist es für mich sicher ein anderes Empfinden, als für deren Mann oder allgemein für die Männer des Volkes der Padaung. Wie dieses Beispiel würden wir viele für uns absonderliche Verschönerungen auf der Erde finden, in allen Kulturkreisen sind dabei vielleicht die Ausschmückungen eines bestimmten Volkes nur schwer nachvollziehbar.

Beschränke ich mich auf unseren westeuropäisch orientierten Kulturkreis, so gibt es schon dort große Differenzen. Breche das ganze herunter auf unser Land Deutschland, so finde ich wiederum große regionale Unterschiede. Man denke nur an die Lederhose oder die traditionelle Kopfbedeckung aus dem Schwarzwald. Differenziere ich das noch weiter, so bin ich auf der regionalen Ebene, der des Mittelrheines als die Region, in der ich momentan zu Gast bin, genauso kann ich das Kraichgau, das Sorbenland, die Hohenlohener Ebene oder das Ammerland hernehmen. Selbst innerhalb dieser eng gefassten Kreise finde ich unterschiedliche Arten und Formen von Schmuck. Als letztes Glied in dieser Kette – nach einigen wenigen mehr – kommt der Mensch zu einem bestimmten Zeitpunkt zu Wort. Woran findet er gerade jetzt Gefallen zur Verschönerung seines Äußeren? (Nächste Woche könnte es etwas anders sein!) Spätestens da bin ich bei der Kleidung angekommen.

   An dieser Stelle bringe ich erneut die enge Jeans ins Spiel. Ich möchte nicht näher auf die „Push-Up“ – Jeans eingehen, sondern auf die „normale“ Röhrenjeans, welche dem Hintern in meinen Augen ein so formschönes Antlitz verleiht. In genau jener Verknüpfung zum Schmuck, welcher die Menschen „schöner“ darstellen soll, als sie es ohne ihn sein sollen, betrachte ich diese enge Jeans. Sie verleiht dem Körper des Menschen eine Art zweite Haut. Damit ist der Mensch nicht NACKT, jedoch erahne ich beim Hinsehen die Formen und Proportionen seines Körpers ähnlicher, als es bei einem Rock der Fall wäre.

   Zu Beginn der Hosenmode im modernen Deutschland galt es für die Dame als unziemlich, sich mit engen Kleidungsstücken zu bedecken. Damals galt das Kleid als Maß aller Dinge. Während es in dieser „zivilisierten“ Gesellschaft verpönt war, sich enger Kleidung zu bedienen, da war es anderswo normal, nackt zu sein. Doch ab der Zeit der Aufklärung änderten sich auch die Kleidungsstücke der Menschen aus einer Richtung der nicht mehr alles verschleiernden Umhänge.

  Die Frauen schmückten sich erstmals mit Beinkleidern. Das begann um die Jahrhundertwende zum 20. Jhd. Der Vollständigkeit halber sei an dieser Stelle erwähnt, dass schon bei den Kelten Frauen in Hosen bekannt waren. Um 113 n. Chr. auf der Trajanssäule sind bereits Frauen in Hosen abgebildet worden. In der Zeit vor 1897 waren die Hosen in unserer Gesellschaft für die Frau tabu. Danach änderte sich das. Nachdem die Männer sich diese Kleidung zu eigen machten, da war es schon ein kleiner Schritt in Richtung Emanzipation der Frauen, die Hose doch zu tragen. Die Frau „durfte“ sich ihre Kleidung aussuchen, und zwar konnte sie dies ohne jedwede Restriktion der Männer tun, und was noch wesentlich wichtiger war, sie konnten es tun ohne das Diktat des Anstandes. (Über diesen Aspekt möchte ich später noch meine Meinung schreiben.)

   Da war also die Frau mit dem Beinkleid. Die Art und Weise der Hose war stets beeinflusst von der Mode der jeweiligen Zeit. Konnte eine Frau durchaus in Knickerbocker einen sehr formschönen Po haben, so sollte es noch lange nicht in einer anderen Hose genauso sein. In wie weit die Frau oder auch der Mann mit dem Bewußtsein oder dem Wissen um das Aussehen seines Hinterns in der jeweiligen Hose umging und umgeht, ist bis heute nicht umfassend erforscht. Es wurde ein Versuch während einer Untersuchung durchgeführt, in dem den Probanden neben ihrem Po die Fotos weiterer Hinterteile gezeigt wurden, wobei sie ihren Po erkennen sollten. Als Ergebnis kam erstaunlicherweise heraus, dass nur rund die Hälfte der Personen ihren eigenen Hintern erkannten.

   Wenn nicht ein Berater das Aussehen des Popos in der Hose als „passend“ bezeichnete, oder aber ein Spiegel vorhanden war, der die ganzheitliche Ansicht des Hinterns zeigte, so war es nur schwer möglich, sich ein entsprechendes Bild zu machen. Wenn ich heute im Café sitze und den Mädchen auf den Hintern sehe, wie es einst Konstantin Wecker im Lied „Eine ganze Menge leben“ besang, so frage ich mich, ob sie dann und wann jemand über ihr Aussehen beriet oder eher nicht. Manch einem ist es nicht wichtig, wie es um seine rückwärtige Ansicht bestellt ist. Was natürlich auch für die Ansicht gelten kann, die jeden Morgen im Spiegel von vorn erkannt wird, aber das ist ein weiteres Thema.

   Manch einem wird jedoch nicht vermittelt, wie er oder sie von hinten ausschaut. Woher sollte man es dann sonst wissen? Der Blick in den Spiegel aus Höhe der Augen verrät durch die Perspektive nicht immer alles so, wie es wahrgenommen wird. Daher auch die positive Resonanz auf meine Frage nach einem Bild des Popos. Es ist schließlich nichts Verwerfliches an den Pobacken, das sollte einem bewusst sein. Auch wenn manchmal die Nase gerümpft wird, wenn es um das Thema geht. Doch auch diese Erkenntnis ist eine besondere Betrachtung wert, an der ich noch schreibe und die dann irgendwann folgt.

    Das Aussehen allgemein ist in vieler Munde eine als oberflächlich abgestempelte Sichtweise angesehen. „Es kommt nicht auf das äußere an, die inneren Werte sind die, die zählen.“ Wie oft habe ich diesen Satz gehört. UND GESAGT!   A B E R:  Welche Chance haben die inneren Werte erkannt zu werden bei jemandem, dessen Äußeres mich davon abhält ihn und seine -respektive- ihre inneren Werte kennen zu lernen. Diese Allgemeinphrasen kennt jeder. In der Sendung des Senders WDR mit dem Titel „Die Macht des Unbewußten“ wurde von Neurowissenschaftlern festgestellt, dass unser Unterbewußtsein in nur ca. 300 Millisekunden über Sympathie oder eben fehlende Sympathie beim Gegenüber entscheidet und das es kaum mehr möglich ist, dies zu drehen. Während wir noch meinen uns zu entscheiden, so die Wissenschaftler, ist alles schon längst von unserem Unterbewußtsein bestimmt. Sollte es tatsächlich so sein, dass unser Aussehen, unsere Ausstrahlung vorab alles entscheidet, und unser Charakter noch so edel sein kann, es nutzt nix? Die Forscher fanden definitive Belege dafür.

   Dies als Fakt von mir vorausgesetzt, spielt das Aussehen eine gewichtige Rolle. Das meine ich. Was jeder als schön empfindet, liegt bei jedem Menschen selbst. In einer Studie von US-Wissenschaftlern zur Verteilung von Suchanfragen über eine bekannte Suchmaschine war die Häufigkeit des Suchbegriffes „mollig“ im Zusammenhang mit Frau um ca. 1/3 größer, als der Suchbegriff „schlank“ im selben Zusammenhang. Auch das ist eine genauere Betrachtung wert.

   Für mein Empfinden kann ich sagen, dass beim Aussehen der Frau und des Mannes schon ein ausgewogenes Mittel zwischen schlank und mollig als ideal steht. Umgangssprachlich nicht zu dick und nicht zu dünn. An meinen Fotos kannst Du erkennen, wie ich es sehe. Da kann ich nur wieder zugeben, dass das Mittelmaß das Maß der Dinge ist, wie in den weiter oben genannten Studien zur Attraktivität, die eine große Anziehungskraft der symmetrischen, mittleren Proportionen als Ergebnis präsentieren, angegeben ist. Eine Freundin sagte mir mal, der Mensch sei doch nur mittelmäßig, ist es zu warm, ist es falsch, ist es zu kalt, ist es falsch, ist es zu trocken, sei es falsch, ist es zu nass, ist es auch nicht richtig. Diese Reihe könnte ich beliebig fortsetzen. Damals war ich in einem Alter von 19 Jahren, und durch die Worte ziemlich pikiert, kam ich mir mit meinem Schulabschluss doch wer weiß wie außergewöhnlich vor. Es brauchte eine lange Schule des Lebens, bis ich dahinter kam, dass  an den Worten der Freundin etwas dran ist.

Zurück zum Schmuck: Schmuck dient zur Verschönerung. Dient eine körperbetonte Kleidung auch zur Verschönerung? Ist ein Mensch mit körperbetonter Kleidung schöner, als mit unbetonender Kleidung? Natur: Eine Blume schmückt sich mit wundervollen, „schönen“ Blüten, um Insekten anzulocken. Was macht den schönen Menschen aus? Aussehen oder Seele?
Eine körperbetonte Kleidung deutet auf unseren Ursprung hin, den nackten und damit natürlichen Menschen. Der braucht nämlich keine körperbetonte Kleidung. Der würde uns Menschen so ansprechen, wie er ist. Ursprünglich, aber darüber sind wir ja weit hinaus, oder? ff.

   Im Café sitzend stelle ich dann aber auch fest, dass es da noch die anderen Frauen gibt. Die Frauen, die um ihren tollen Hintern wissen. Sie gehen betont durch die Straßen, ihr Blick zeugt vom Wissen um die Bewunderung ihres Äußeren durch uns „Herren der Schöpfung“. Sie tragen gerne enge Jeans, man meint zu bemerken, dass sie sich wohl fühlen. Es macht mir Spaß ihnen zu zusehen, scheinen wir Männer, neben dem Ausstechen der Konkurrenz, doch das gebührende Publikum zu sein. Ein manchmal wohlwollendes, aber flüchtiges, fast nicht erkennbares Lächeln in ihrem Gesicht verleitet mich zu dieser Sichtweise. Stimmt’s?

 

Die Darstellung von Hintern in Film und Fernsehen ( 10 )

mies-vandenbergh-fotografie.de

mies-vandenbergh-fotografie.de

Film und Fernsehen sind eine rein visuelle Angelegenheit. Jeder SIEHT hin. Es kann genau bestimmt werden, was abgebildet wird und wie lange eine Sequenz andauert. Hier schreibe ich über Beobachtungen, die ich beim Fernsehen gemacht habe, in Bezug auf den Popo.

Die folgenden Einschätzungen beruhen auf meinen eigenen Beobachtungen, bzw. auf Feststellungen von Freundinnen und Freunden. Es ist natürlich nicht Sinn der Sache bei der „Hinternwissenschaft“, dass ich Fernsehfilme nach der Häufigkeit der abgebildeten Pos auswählen kann und selbstredend auch nicht will. Sehe ich fern, so fällt mir gelegentlich auf, dass manch ein Kameramann gezielt oder zufällig (eher unwahrscheinlich) die Einstellung, den Fokus auf dem Hintern einer Schauspielerin oder der Kommentatorin belässt. Das sieht man bei Reportagen (z.B. in einer Folge von Landlust, in der Landwirtinnen aus verschieden Regionen ein Menü kochen, als der Kameramann über 5 Sekunden auf den sehr schönen, wohlgeformten Po im Gang einer Teilnehmerin fokussiert hatte), wie auch -sehr viel häufiger- bei Filmen.

   Ein mir in Erinnerung gebliebener Film ist „Urlaub mit Papa“ mit der Schauspielerin Julia Stinshoff. In diesem für meinen Geschmack eher seichtem „Rosamunde-Pilcher“ ähnlichem  Familienfilm wird von den Verantwortlichen (Regisseur, Cutter, Drehbuchautor, …) die Kamera sehr häufig auf den meiner Ansicht nach sehr hübschen Hintern der Schauspielerin fokussiert. Ich möchte an dieser Stelle nicht alle Filme aufzuzählen, in denen das zu beobachten ist, vielleicht noch die norwegische Krimiserie „Das Verbrechen“, „The Killing“ mit der Schauspielerin Sofie Grabol.  In den vielen Folgen der Reihe wird gerne der -wie ich wiederum finde- schöne Hintern der Schauspielerin häufig ins Bild gesetzt. Ob das dem Allgemeinplatz  „Sex Sells“ geschuldet ist, wäre zu erwägen.

   Warum kann es so sein? Das Fernsehen und der Film sind die visuellen Medien schlechthin. In diversen Untersuchungen wurde die Körperdarstellung in den Medien und den Printmedien untersucht, deren Ergebnis besagt, dass die Mehrzahl der weiblichen Darsteller im Alter zwischen 20 und 35 Jahren ist und durchweg mit den Attributen schön, jugendlich und schlank belegt werden konnten.

Damit konnte einwandfrei bewiesen werden, dass hinter der Bevorzugung dieser Personengruppe System steckt. Sofort taucht wiederum die Ambivalenz auf, welche der Frage nach dem Ei des Kolumbus stellt: Bestimmen und beeinflussen die Medien unser Bild vom attraktiven Menschen derart oder zeigen sie nur, was die Menschen sehen wollen?

Bei den Männern zeigt sich ein differenziertes Bild: Sie dürfen mal etwas legerer gekleidet sein oder mal etwas korpulenter daherkommen! Auch die Varianz des Alters ist bei den Männern viel größer. Zusätzlich beobachteten die Wissenschaftler, dass bei den Frauen die Totale auf das Gesicht verhältnismäßig weniger angewandt wurde, als bei den Gesichtern der Männer. Wäre interesant die Gründe dafür zu beleuchten.

Wieder zurück zur Betrachtung des schönen Menschen im Allgemeinen und des Pos im Speziellen möchte ich meinen Fokus auf die Frage nach der Legitimation für diese Szenen stellen. Was für jeden von uns schön ist, habe ich an anderer Stelle ausführlich beschrieben. Legitimation beinhaltet die Einbeziehung allseits bekannter Instanzen, wie z.B. Moral, Sitte, Tabu, Gesetz oder Benehmen.

    Ich stelle an dieser Stelle die Frage, ob die Bilder der Hintern in den Filmen bewusst gezeigt werden (dürfen) oder ob sie zufällig gezeigt werden. Ich frage weiterhin, ob bei bewusster Wiedergabe der Sequenzen dies die Idee eines Einzelnen war, welche dann im weiteren Entstehungsprozess des Filmes von allen weiteren Beteiligten und Verantwortlichen mit getragen wurde, oder ob es nicht bemerkt wurde.

Wenn ich unterstelle, dass es nicht unbemerkt bleiben konnte, und wenn ich des Weiteren unterstelle, dass die im weiteren Produktionsprozess Verantwortlichen die Szenen unterstützen, dann komme ich zu der Schlussfolgerung, dass die Menschen die Bilder als sehenswert betrachten. In dem Moment, in dem die Sequenzen im Schnitt nicht herausgenommen werden, in diesem Moment würdige ich diese als bedeutungsvoll! Dabei spielt es keine Rolle, welche Intention hinter der Zustimmung steckt. Gewinnen die Regisseure selbst den Szenen etwas Schönes ab, so sagen sie aus, was ihnen gefällt; zusätzlich sind sie wahrscheinlich der Überzeugung, dass es unter den Zuschauern mehr Menschen gibt, die den Bildern zustimmen, als ablehnen.

Würden diese Bilder die Zuseher abschrecken, so würde eine Rückmeldung in irgend einer Form die Verantwortlichen zur Abkehr bewegen. Der Film soll jedoch sehenswert werden, bzw. Quoten bringen. Stünden die Macher den Szenen nicht positiv gegenüber, sondern behielten sie des Publikums wegen im Film, so können für mich als Begründung nur die breite Zustimmung der Zuseher in Form von Einschaltquoten stehen. Eine marktwirtschaftliche Erhebung könnte die Erwartung der Konsumenten belegen. Dass dem tatsächlich so ist, beschreibe ich in einem weiteren Artikel.

Fazit: Es gibt viele Filme und Mediendarstellungen, in denen der Hintern explizit dargestellt wird! Das dem so ist, wird keiner bestreiten. Als Begründung für diesen Zustand lassen sich unter anderen diese Gründe aufzählen:
· Die Bilder werden gerne angesehen
· Der Fotograf zeigt die Bilder gerne
· Der Darsteller sieht sich gerne so fotografiert
· Diese so hergestellten Medien erfreuen sich erwiesener Beliebtheit

· Die Einstellungen sind mehr zufällig entstanden (nicht glaubwürdig)
· Die Bilder der Knackhintern sind unauffällige Norm und fallen nur mir auf (nicht sehr wahrscheinlich)

Wieder liegt es bei jedem Menschen selbst, seine persönliche Einstellung dazu zu finden. Was meinst Du?

Die Bedeutung der Jeans ( 9 )

jeans hintern flo Mies-Vandenbergh-Fotografie

Mies-Vandenbergh-Fotografie

Über die Jeans als Kultobjekt ist schon sehr viel gesagt und geschrieben worden. Da ich in diesem Blog Bilder von Jeans zeige, bietet es sich an, auch dieses Objekt kurz zu beschreiben! 

In Wiki® ist zu lesen: „jeans [dʒiːnz] (Pl., auch Sg.; in österr. Jean) die; -, → engl. jeans, Pl. von: jean = geköperter Baumwollstoff; (dt. selten Nietenhose, in der DDR Niethose) sind Hosen, die gewöhnlich aus einem robusten, blauen köperbindigen Baumwollstoff, dem Denim, hergestellt werden“.[1]

    Es ist eine Hose. Als sie um 1873 in den USA zum ersten Male patentiert wurde, konnte noch niemand ahnen, welche Bedeutung sie einst haben würde. In den 1960er Jahren hatte sie den Durchbruch in Deutschland. Ich selbst habe sie in den 1970er Jahren gerne getragen. Doch nicht alle Marken, denn je nach Marke saßen sie mehr oder eben auch weniger gut. Bei der Entwicklung seit den 1970er Jahren erfuhr die Passform einige mehr oder weniger heftige Wechsel. Von der Röhrenjeans ausgehend kamen die Karottenjeans, die Jeans mit weitem Schlag oder die Baggy-Jeans in die Mode. Doch zur Jahrtausendwende kam die Röhrenjeans wieder auf den Markt. Die Hose saß auf den Hüften und lag am Oberschenkel eng an, meist auch am Hintern, was an der Form des Selbigen wie am Schnitt lag. Heute sind fast alle Formen und Schnitte erhältlich, sie werden durch Bleichen entfärbt, mit Flicken  versehen, mit Löchern künstlich gealtert und vieles mehr. Sie kommen mit hautengen Beinpartien, die nur mit Reisverschluss anzuziehen sind, und haben einen sehr tief sitzenden Schnitt, der gerade über die Hüfte geht.

  Im Zuge dieses Blogs stellt sich mir folgende Frage: Welche Bedeutung hat die Jeans für die Fotografie? Und für die Fotografie von Hintern? Durch den eng anliegenden Stoff auf der Haut wird die Form des Körpers gerade betont. Aber die Jeans „formt“ dabei den Körper noch viel weitergehend. Durch den Schnitt kann der Po betont werden, die Beine einer bestimnten Form und Struktur angeglichen werden und der Unterleib gänzlich gestylt und geformt werden. Das kann jedoch sowohl mit positiven wie mit negativen Auswirkungen belegt sein kann. Manche Jeans haben die Eigenschaft, die Pobacken etwas anzuheben, wodurch dem Hintern eine gewisse Jugendhaftigkeit verliehen wird (Stichwort „Knackarsch“). Ein anderes Mittel zur Veränderung des Poform ist das Tragen von hochhackigen Schuhen. Dies kann man sehr gut bei den Fotos von Helmut Newton nachvollziehen.

Diese Eigenschaft der Jeans unterstützt meiner Ansicht nach die Form des Hinterns im Positiven, für mich ist ein Hintern in einer Jeans manchmal sogar schöner noch, als im unbekleideten Zustand, wenngleich jener natürlich auch einen großen Reiz ausübt! In Wiki® heißt es: „Bezogen auf Frauen als Jeansträgerinnen wird in der Literatur eine „massive Körperbetonung“ durch Jeans mit „bis unters Knie sehr eng geschnittenem Bein“ und „hautengem Sitz am Po“ dokumentiert. Die den „Po betonenden und in der Taille eng und einschnürend sitzenden Jeans“ würden die weiblichen Körperformen nicht nur nachzeichnen, sondern sogar „konstruierte Frauenformen“ produzieren und damit eine dem Korsett ähnliche Funktion erfüllen.“[2]

  Nicht nur die Form ist von Bedeutung, auch die Farbe der Jeans sowie die Musterungen sind in der Fotografie bildbeeinflussend. Weil gerade in der SW-Fotografie die Kontraste wichtig sind, und es die Farben sind, welche die Kontraste bei den Bildern erzeugen, sind zu helle Farben der Jeans genau so wenig geeignet, wie zu dunkle Farben. Schwarz bildet hier die Ausnahme, denn der brechende Schatten in den Falten im Stoff und auf den Flächen der Pobacken geht im Bild dabei vollends verloren. Unterstützend kann ich dies in meinen Bildern darstellen.

   Was für die Fotografie der schönen Hintern in Jeans weiter von Wichtigkeit für mich darstellt, ist die Anordnung der Gesäßtaschen. Ich meine, dass tiefergesetzte Gesäßtaschen den noch so schönen Po meistens derartig verunstalten, dass keine Form, geschweige denn eine Harmonie oder die so wichtige Symmetrie zu erkennen ist. Daher sind für mich die Jeans mit den klassischen Applikationen und Gesäßtaschen sehr wichtig für die Fotografie von Hintern! Da ich meine Bilder in SW und mit Filtern bearbeitet ausstelle, sind die Kontraste von großer Wichtigkeit. Diese zeichnen besser in farbigen Jeans und besonders geeignet sind jene Jeans, die mit Bleichmittel an den Beinen etwas entfärbt wurden. Dadurch lässt sich die Form des Hinterns besonders gut heraus stellen und wiedergeben. Darum geht es hier im Blog im Punke Bilder schließlich.

Hintern im alten Orient ( 8 )

fest jeans hintern Mies-Vandenbergh-Fotografie

Mies-Vandenbergh-Fotografie

   Die zugegebenermaßen nach heutigen Maßstäben unförmige Venus von Willendorf zeigt eine Figur, die mit nur annähernd menschlichen Proportionen gefertigt wurde. Dick im Sinne von „unförmig“ sind auch heute noch Menschen mit Stoffwechselstörungen, oder solche mit Essstörungen. Gibt es günstige und ungünstige Proportionen? Wenn ja, in welchem Zusammenhang?

 

   Dass es in der damaligen Epoche auch andere Darstellungen gab, das beweist uns die Höhlenmalerei vom Brandberg in Südwestafrika, genannt die „weiße Dame“. Bei ihr sind die Beine lang und der Hintern ausgeprägt, jedoch nicht übermäßig und ich finde, er geht schon in Richtung wohlgeformt. Unberücksichtigt soll hier vorerst die ethnologische Sicht der Menschen sein, denn in wie weit sich die Körperstatur des Menschen seit der nacheiszeitlichen Zeit veränderten, das möchte ich an anderer Stelle beschreiben. Mir geht es zuvorderst um das Aussehen des Hinterns in dieser Zeit.

   Im Bereich der Ostalpinen Hallstattkultur wurde in einem Grab ein bronzener Kesselwagen gefunden, der eine schlanke Frauengestalt in der Mitte zeigt. Diese Plastik zeigt eine Gruppe durchaus – wie nach heutigen Maßstäben – schlanker Menschen, die zwar nicht als Beweis für die Körperform des Menschen in der Eisenzeit dient, dennoch als idealisierte Darstellung gelten kann. Dies bedeutet, dass das Ideal schon in der Eisenzeit in dieser Region nicht in Richtung rundlich oder dick tendiert haben könnte. Selbst wenn diese Erkenntnis rein spekulativ ist, erkenne ich für mich wiederum genau jene Proportionen wieder, die in der heutigen Zeit idealisiert werden: Groß, schlank, lange Beine. Wenn wir heutzutage die Models betrachten, wären dies die Grundvoraussetzungen der Modeindustrie, um für diese als Model zu arbeiten. Dabei möchte ich das ohne Wertung erwähnen, denn nicht jeder empfindet ein sehr schlankes Model als schön. Auch über dieses Thema folgt eine Beitrag.

   Um wieder auf mein eigentliches Thema zurückzukommen, dem Hintern nämlich, so möchte ich noch ein sehr schönes Beispiel der Darstellung von Hintern in der Zeit des alten Orients benennen und beschreiben. Es handelt sich hier um die Stele des Naramsin. Das Relief zeigt den „Gottkönig“ Naramsin von Mesopotamien, wie er über ein Volk an der Ostgrenze Sumers obsiegt. Im Relief sieht man die Körper der Menschen von der Seite, dies aber in einer dergestalt wohlproportionierten Weise, dass diese Körper in der Gegenwart sicher als attraktiv empfunden werden würden. Die Linienführung der Rücken-Po-Beine Seite ist nach heutigen Maßstäben nahezu ideal. Hierzu könnte man gezielte Berechnungen anstellen, was sicher zu sehr interessanten Ergebnissen führen würde, doch der Blick darauf bestätigt beim Vergleich eines Bildes aus der Gegenwart die Identität.

   Somit zeigt sich, dass in den vergangenen Epochen unterschiedlichste Körperformen in der Kunst dargestellt wurden und sich daher nur schwer eine Tendenz zum epochenübergreifenden Schönheitsideal herausstellen läßt. Dass die Menschen jener Zeit in der Mehrzahl nicht die Proportionen der Venus von Willendorf besaßen, dürfte spätesten dann überzeugen, wenn man ihre Lebensgewohnheiten untersucht. Nomadenleben, harte tägliche Arbeit und Fluchtbereitschaft geben nur einige Hinweise auf die Behinderung wieder, welche diese Dimensionen bei ihrer Anwesenheit erzeugen würden. Entkäme die Venus von Willendorf einem Löwen nicht weniger schnell, als ein Mensch mit einem trainiertem Körper. Ein Feld zu bestellen und Beeren im Unterholz zu sammeln fiele einem ebenso mit einem sportlicherem Körper leichter. Dies alles sind nur vage Indizien und Schlüsse, beweisen in keinster Weise eine Richtigkeit und führen schon gar nicht zu einer Wertung.

Es sind interessante Spekulationen in einer Zeit, in der das Körperliche eine immer größere Bedeutung zu gewinnen, und das Menschliche darunter ziemlich zu leiden scheint. Unter der Prämisse, „Wer die Vergangenheit versteht, kann die Zukunft gestalten.“ bilden für mich derartige Untersuchungen einen Teil eines stabilen Fundaments, auf dem aktuelle Forschungsergebmisse unter verschiedensten Blickwinkeln sehr viel differenzierter betrachtet werden können. Absolut spannend! Meine ich!